anklägerisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungan-klä-ge-risch (computergeneriert)
WortzerlegungAnkläger-isch
eWDG, 1967

Bedeutung

Anklage erhebend, vorwurfsvoll
Beispiele:
ein anklägerischer (Zeitungs)artikel, Brief
anklägerische Worte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klage · klagen · Kläger · anklagen · Anklage · anklägerisch · Angeklagter · beklagen · Beklagter · verklagen · kläglich
Klage f. ‘Äußerung von Schmerz oder Trauer, Jammer, vor Gericht erhobener Anspruch’. Das im Germ. nur durch ahd. klaga (9. Jh.), mhd. klage ‘Wehgeschrei, Totenklage, Not, Leid, Gerichtsklage’, asächs. klaga, mnd. klāge, mnl. clāghe vertretene Substantiv läßt sich mit aind. gárhati ‘schmäht, beschuldigt, tadelt’, garhā ‘Tadel, Vorwurf’, pers. gila ‘Klage’ und mir. glām ‘Geschrei, Fluch’ vergleichen und auf ie. *galgh-, *glagh- ‘klagen, schelten’ zurückführen, wohl eine Erweiterung der Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’. Die Rechtsbedeutung von Klage geht auf den Brauch zurück, beim Bemerken eines Verbrechers lautes Hilfegeschrei zu erheben und ihn mit Schreien vor Gericht zu ziehen. Vom Substantiv abgeleitet klagen Vb. ‘Schmerz oder Trauer ausdrücken, jammern, vor Gericht einen Anspruch erheben, tadeln’, ahd. klagōn (9. Jh.), mhd. klagen ‘Schmerz, Leid oder Weh ausdrücken, betrauern, sich beklagen, gerichtliche Klage erheben’, asächs. klagon, mnd. klāgen, mnl. clāghen, nl. klagen. Kläger m. ‘wer vor Gericht Klage erhebt’, ahd. klagāri (Hs. 12. Jh., doch klagāra f. bereits 9. Jh.), mhd. klager, kleger ‘Klagender, Trauernder, Ankläger bei Gericht’. anklagen Vb. ‘für etw. verantwortlich machen, jmdn. beschuldigen (besonders vor Gericht)’, mhd. aneklagen; Anklage f. ‘Beschuldigung (besonders vor Gericht)’, mhd. aneklage; anklägerisch Adj. ‘beschuldigend (vor Gericht)’ (18. Jh.); Angeklagter m. ‘vor Gericht eines Verbrechens oder Vergehens Beschuldigter’ (15. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu anklagen. beklagen Vb. ‘bedauern, betrauern’, ahd. biklagōn (9. Jh.), mhd. beklagen ‘über oder gegen etw., jmdn. klagen’; Beklagter m. ‘wer gerichtlich verklagt wird’ (15. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu beklagen. verklagen Vb. ‘gegen jmdn. gerichtlich Klage erheben’, ahd. firklagōn ‘beweinen, beklagen’ (11. Jh.), mhd. verklagen ‘mit Klagen hinbringen, aufhören zu beklagen, verschmerzen, sich durch Klagen abhärmen, anschuldigen’. kläglich Adj. ‘erbärmlich, bedauernswert’, ahd. klagalīh (10. Jh.), mhd. klage-, klegelich ‘klagend, beklagenswert’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gestus Pathos Ton

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anklägerisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der selbstgerechte, anklägerische Ton, in dem er sein Bild gegenüber dem der Toten vor der Öffentlichkeit zurechtzurücken versucht, überrascht aber doch.
Süddeutsche Zeitung, 09.01.1999
Unerträglich sind aber auch die anklägerischen Tiraden im eigenen Lande.
Die Zeit, 20.12.1991, Nr. 52
Sibylle wunderte sich selber über ihre Rede, über ihren anklägerischen Ton.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 276
Er sagte das mit seiner hellen, harten Stimme, keineswegs anklägerisch oder gar lamentierend.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 457
In ihren Augen blinkte das anklägerische Tränenlicht eines mit Problemnüssen bombardierten armen Verstandes.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 408
Zitationshilfe
„anklägerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anklägerisch>, abgerufen am 17.08.2019.

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