anklagen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-kla-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungan-1klagen
Wortbildung mit ›anklagen‹ als Grundform: ↗Anklage  ·  formal verwandt mit: ↗Angeklagte
eWDG, 1967

Bedeutung

siehe auch Angeklagte
1.
gegen jmdn. ein Strafverfahren beantragen
Beispiel:
jmdn. des Mordes, Diebstahls, Betruges anklagen
2.
etw., jmdn., sich bezichtigen
Beispiele:
das Schicksal, den Himmel anklagen
sich der Sünden, einer Schwäche anklagen
sprichwörtlich wer sich entschuldigt, klagt sich an
Meine Mutter klag ich an [StormImmensee1,31]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klage · klagen · Kläger · anklagen · Anklage · anklägerisch · Angeklagter · beklagen · Beklagter · verklagen · kläglich
Klage f. ‘Äußerung von Schmerz oder Trauer, Jammer, vor Gericht erhobener Anspruch’. Das im Germ. nur durch ahd. klaga (9. Jh.), mhd. klage ‘Wehgeschrei, Totenklage, Not, Leid, Gerichtsklage’, asächs. klaga, mnd. klāge, mnl. clāghe vertretene Substantiv läßt sich mit aind. gárhati ‘schmäht, beschuldigt, tadelt’, garhā ‘Tadel, Vorwurf’, pers. gila ‘Klage’ und mir. glām ‘Geschrei, Fluch’ vergleichen und auf ie. *galgh-, *glagh- ‘klagen, schelten’ zurückführen, wohl eine Erweiterung der Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’. Die Rechtsbedeutung von Klage geht auf den Brauch zurück, beim Bemerken eines Verbrechers lautes Hilfegeschrei zu erheben und ihn mit Schreien vor Gericht zu ziehen. Vom Substantiv abgeleitet klagen Vb. ‘Schmerz oder Trauer ausdrücken, jammern, vor Gericht einen Anspruch erheben, tadeln’, ahd. klagōn (9. Jh.), mhd. klagen ‘Schmerz, Leid oder Weh ausdrücken, betrauern, sich beklagen, gerichtliche Klage erheben’, asächs. klagon, mnd. klāgen, mnl. clāghen, nl. klagen. Kläger m. ‘wer vor Gericht Klage erhebt’, ahd. klagāri (Hs. 12. Jh., doch klagāra f. bereits 9. Jh.), mhd. klager, kleger ‘Klagender, Trauernder, Ankläger bei Gericht’. anklagen Vb. ‘für etw. verantwortlich machen, jmdn. beschuldigen (besonders vor Gericht)’, mhd. aneklagen; Anklage f. ‘Beschuldigung (besonders vor Gericht)’, mhd. aneklage; anklägerisch Adj. ‘beschuldigend (vor Gericht)’ (18. Jh.); Angeklagter m. ‘vor Gericht eines Verbrechens oder Vergehens Beschuldigter’ (15. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu anklagen. beklagen Vb. ‘bedauern, betrauern’, ahd. biklagōn (9. Jh.), mhd. beklagen ‘über oder gegen etw., jmdn. klagen’; Beklagter m. ‘wer gerichtlich verklagt wird’ (15. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu beklagen. verklagen Vb. ‘gegen jmdn. gerichtlich Klage erheben’, ahd. firklagōn ‘beweinen, beklagen’ (11. Jh.), mhd. verklagen ‘mit Klagen hinbringen, aufhören zu beklagen, verschmerzen, sich durch Klagen abhärmen, anschuldigen’. kläglich Adj. ‘erbärmlich, bedauernswert’, ahd. klagalīh (10. Jh.), mhd. klage-, klegelich ‘klagend, beklagenswert’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) zur Last legen · ↗(jemanden eines Fehlverhaltens) bezichtigen · (jemanden) anklagen · ↗(jemanden) anschuldigen  ●  ↗(jemanden) beschuldigen  Hauptform · ↗(jemanden einer Sache) zeihen  geh., veraltet · ↗(jemanden) inkriminieren  geh., selten
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anstiftung Beihilfe Bestechlichkeit Bestechung Betrug Haager Hochverrat Kriegsverbrechen Kriegsverbrecher Körperverletzung Menschlichkeit Mord Nötigung Spionage Staatsanwalt Staatsanwaltschaft Steuerhinterziehung Todesfolge Totschlag Tribunal Tötung Untreue Verbrechen Vergewaltigung Verschwörung Völkermord freisprechen klagen verhaften verurteilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anklagen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist unter anderem des grausamen Mordes in 59 Fällen angeklagt.
Die Welt, 07.05.2002
Sie klagt Personen an, die sich schwerer Verbrechen schuldig gemacht haben.
Der Tagesspiegel, 27.05.1999
Er macht sich lustig über die, die da kommen könnten, ihn anzuklagen.
Fath, Rolf: Werke - G. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 6227
Wenn ich sie nicht mehr anklagen kann, muß ich mich selbst anklagen, daß ich sie nicht angeklagt habe.
Schädlich, Hans Joachim: Tallhover, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 260
Ich will mich darüber nicht verbreiten, weil ich mir vorgenommen habe, in diesen Aufzeichnungen niemanden anzuklagen außer mich.
Wildgans, Anton: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1933], S. 2726
Zitationshilfe
„anklagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anklagen>, abgerufen am 26.08.2019.

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