anmerken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-mer-ken
Wortzerlegungan-1merken
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
an jmdm., einer Sache etw. bemerken, wahrnehmen
Beispiele:
jmdm. seinen Ärger, seine Verlegenheit, Unruhe, Sorgen anmerken
man merkt ihm den Ausländer an
man merkte ihm an, dass er krank war
jmdm. etw. an der Miene, den Augen, seiner Stimme anmerken
ihm war nichts anzumerken
sich [Dativ] etw. (nicht) anmerken lassenetw. (nicht) zu erkennen geben
Beispiel:
ich ließ mir äußerlich nichts anmerken
2.
etw. zu einer Sache bemerken
Beispiele:
dazu möchte ich folgendes anmerken
dabei ist anzumerken, dass ...
wie Albert bitter anmerkte [A. ZweigBeil561]
3.
sich etw. notieren, anstreichen
Beispiele:
sich [Dativ] am Rande etw. (rot) anmerken
sich [Dativ] die Adresse, Telefonnummer, den Buchtitel anmerken
merke dir die Stelle im Buch an!
zog er sein Taschenbuch, merkte das Datum an [Wasserm.Gänsemännchen43]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

merken · merklich · merkwürdig · Merkwürdigkeit · anmerken · Anmerkung · aufmerken · aufmerksam · Aufmerksamkeit · bemerken · Bemerkung · vermerken · Vermerk
merken Vb. ‘wahrnehmen, entdecken, spüren, mit dem Verstand auffassen und im Gedächtnis festhalten’, ahd. merken ‘bezeichnen, angeben, abgrenzen’ (11. Jh.), mhd. merken ‘beachten, beobachten, wahrnehmen, sich einprägen, mit einem Zeichen versehen’, asächs. merkian, mnd. mnl. nl. merken ‘markieren, bezeichnen, spüren’, anord. merkja ‘kenntlich machen, bezeichnen’, schwed. märka (germ. *markjan) sind abgeleitet von den unter ↗Marke f. (s. d.) angeführten neutralen Substantiven. Ebenfalls dazu sind gebildet ahd. markōn ‘begrenzen, kennzeichnen’ (um 800), asächs. markon ‘bestimmen, bemerken’, aengl. mearcian ‘bezeichnen’, engl. to mark, anord. marka ‘kennzeichnen, bekanntmachen, verstehen’. Als Ausgangsbedeutung ist anzusetzen ‘mit einem Zeichen versehen’, woraus ‘das Gekennzeichnete wahrnehmen und beachten’. merklich Adj. ‘deutlich, wahrnehmbar’, mhd. merklich ‘wohl zu beachten, bemerkbar, deutlich, bedeutend, wichtig’. merkwürdig Adj. ‘seltsam, verwunderlich’ (19. Jh.), ‘bemerkenswert, bedeutsam’ (17. Jh.); Merkwürdigkeit f. (18. Jh.). anmerken Vb. ‘eine (ergänzende) Bemerkung machen, anzeichnen, be-, vermerken’ (16. Jh.); vgl. ahd. anamerken (9./10. Jh.), mhd. anemerken ‘angrenzen’; Anmerkung f. ‘Vermerk, (kurze) Erläuterung’ (15. Jh.), auch ‘Fußnote’ (17. Jh.), nach lat. observātio ‘Wahrnehmung, Beobachtung’. aufmerken Vb. ‘seine Gedanken konzentriert auf etw. richten, aufpassen’ (15. Jh.); aufmerksam Adj. ‘gut aufpassend, konzentriert folgend, höflich’ (17. Jh.); Aufmerksamkeit f. (17. Jh.). bemerken Vb. ‘wahrnehmen, ergänzen, seine Meinung zu etw. äußern’, ahd. bimerken ‘aufzeichnen, kennzeichnen’ (11. Jh.), mhd. bemerken ‘beobachten, prüfen’; Bemerkung f. ‘kurze Meinungsäußerung zu etw., Wahrnehmung, Beobachtung’ (17. Jh.). vermerken Vb. ‘notieren, merken’, spätmhd. vermerken ‘(be)merken, gewahr werden’; Vermerk m. ‘Notiz, Eintragung’, älter ‘Bemerkung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anmerken (gegenüber) · ↗beachten · ↗bemerken · merken
Synonymgruppe
anmerken · ↗niederschreiben · ↗notieren · ↗protokollieren · ↗vermerken
Synonymgruppe
anmerken · einen Fingerzeig geben · einen Wink geben · erkennen lassen · ↗erwähnen · ↗hindeuten · ↗hinweisen · zu bedenken geben
Assoziationen
  • (eine) Andeutung machen · Andeutungen machen · ↗andeuten · anspielen auf · erahnen lassen · hindeuten auf · nicht klar benennen · nicht klar umreißen · umrisshaft zu erkennen geben
  • Andeutung(en) · Angedeutetes · Halbgesagtes · Zwischentöne
Synonymgruppe
(die) Diskussion bereichern (um den Aspekt o.ä.) · (sich) die Bemerkung erlauben (dass) · ↗anfügen · anmerken · ↗bemerken · einfließen lassen · ↗hinzufügen · ↗hinzusetzen · nicht unerwähnt lassen (wollen)  ●  (seine) Rede würzen (mit)  geh., fig. · ↗einflechten (Bemerkung)  geh., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspannung Anstrengung Enttäuschung Erleichterung Fehlen Freude Genugtuung Kommentator Kritiker Müdigkeit Mühe Nervosität Spielpraxis Stolz Strapaze Verunsicherung deutlich hierzu ironisch kritisch lakonisch maliziös man merken sarkastisch selbstkritisch sogleich spitz süffisant äußerlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anmerken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es läßt ihn kühl, er läßt sich zumindest nichts anmerken.
Die Welt, 20.07.2005
Man merkt ihm an, dass er den Star nicht vergraulen will.
Der Tagesspiegel, 12.07.2003
Wenn sie erstaunt ist, mich hier zu sehen, läßt sie sich jedenfalls nichts anmerken.
Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 154
Sie hörte ihm von ihrem Sofa aus zu und ließ sich nichts anmerken.
Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 116
Ob er mir wirklich nichts anmerkte oder nur so tat, konnte ich nicht unterscheiden.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 397
Zitationshilfe
„anmerken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anmerken>, abgerufen am 12.12.2019.

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