anomal
GrammatikAdjektiv
Worttrennungano-mal (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutung

abnorm, ungewöhnlich
Gegenwort zu normal
Beispiele:
ein anomaler Zustand
unter anomalen Verhältnissen leben
ein (geistig) anomaler Mensch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

anomal · anormal · Anomalie
anomal Adj. ‘von der Regel abweichend’ wird Anfang des 19. Jhs. wie auch schon älteres anomalisch (2. Hälfte 17. Jh. bis Anfang 20. Jh.) zunächst als grammatischer Terminus verwendet. Beide sind aus spätlat. anōmalos, anōmalus ‘der Form nach mit der Regel nicht übereinstimmend, unregelmäßig’ entlehnt, nach griech. anṓmalos (ἀνώμαλός) ‘uneben, ungleichartig, ungleichmäßig’, aus verneinendem a- bzw. an- vor Vokal (ἀ- privativum) und griech. homalós (ὁμαλός) ‘gleich, eben(mäßig), glatt’, einer l-Bildung zu griech. homós (ὁμός) ‘gemeinsam, ein und derselbe, gleich, ähnlich, eben’ (s. ↗homo-). Das ähnlich lautende anormal Adj. ‘nicht normal, von der Regel abweichend, ungewöhnlich, abnorm’ (2. Hälfte 19. Jh.) ist unter Einfluß von gleichbed. frz. anormal (vgl. schon mlat. anormalus ‘von der Regel abweichend’) vermutlich das Ergebnis einer Kreuzung aus anomal und ↗normal (s. d.), vielleicht auch eine späte Neubildung mit negierendem griech. a(n)- ‘nicht, un-’ und lat. nōrmālis ‘nach dem Winkelmaß gemacht, der Regel entsprechend’, von lat. nōrma ‘Winkelmaß, Richtschnur, Regel’ (s. ↗Norm). Anomalie f. ‘Abweichung von der Regel, vom Normalen, Ausnahme, Abnormität’, gelehrte Entlehnung (um 1700) aus gleichbed. lat. anōmalia, nach dem von griech. anṓmalos (s. oben) abgeleiteten anōmalía (ἀνωμαλία) ‘Unebenheit, Ungleichförmigkeit, Ungleichheit’. Anfangs besonders als grammatischer Terminus und in der Astronomie im Sinne von ‘Amplitude’ gebraucht.

Thesaurus

Synonymgruppe
aberrant · ↗abnorm · ↗abnormal · anomal · ↗anormal · außer der Reihe · mit ungewöhnlichem Verlauf · ↗regelwidrig · ↗ungewöhnlich · von der Regel abweichend  ●  ↗außertourlich  österr.
Assoziationen
Synonymgruppe
abartig · ↗abnorm · ↗abnormal · abseits der Normalität · abweichend · anomal · ↗anormal · ↗pervers · pervertiert · ↗unnatürlich · ↗unnormal · wider die Natur · ↗widernatürlich
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blutwerte Dispersion Lage Monismus Röntgenpulsare Situation Verhalten Wasser Zustand niedrigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anomal‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und mit dem Wort "anomal" wurden ganze Völker in den Tod geschickt.
Die Zeit, 18.02.1999, Nr. 8
Dies folgt der gleichen anomalen Logik wie das Töten des Feindes.
Süddeutsche Zeitung, 07.01.2004
Nur stellten sie anomale Ansprüche an die physiologische Struktur der Gäste.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 330
Er nahm zwar schon frühzeitig viele Männer aus dem traditionellen Gelehrtenadel in seine Bewegung auf, aber auch sie waren Geschöpfe einer anomalen Zeit.
Mote, F. W.: China von der Sung-Dynastie bis zur Ch'ing-Dynastie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2814
Aber nur ein Drittel der Prostituierten zeigt anomale Merkmale; die Mehrheit sind Durchschnittstypen.
Bernsdorf, W.: Prostitution. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 27094
Zitationshilfe
„anomal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anomal>, abgerufen am 20.02.2018.

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