anpflaumen

Grammatik Verb
Worttrennung an-pflau-men
Wortzerlegung an-1 pflaumen
Wortbildung  mit ›anpflaumen‹ als Erstglied: Anpflaumerei
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
jmdn. verulken, verspotten, necken, hänseln
2.
jmdn. scharf zurechtweisend ansprechen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pflaume · (an)pflaumen
Pflaume f. Der Name der dunkelblauen (auch gelben) Steinfrucht ahd. phrūma (11. Jh.; doch vgl. früher bezeugtes phrūmboum, 9. Jh.), mnd. mnl. prūme, nl. pruim und (mit Wechsel von r zu l bei Entlehnung aus dem Lat.; s. auch Schilf) ahd. phlūma (11. Jh.), mhd. phlūme, mnd. aengl. plūme, engl. plum ist entlehnt aus vlat. *prūma, dem als Sing. aufgefaßten kollektiven Plur. von vlat. *prumum n., einer im nordwestlichen Balkan, einem Zentrum der Pflaumenkultur, entstandenen Nebenform zu lat. prūnum ‘Pflaume’, beide aus griech. prū́mnon (προῦμνον). Vlat. *prūma gelangt mit der griechisch-römischen Obstkultur über die Goten und andere Germanenstämme längs der Donau zu den Burgundern, über got. und burgund. Vermittlung (neben lat. prūna, als fem. Sing. aufgefaßter neutr. Plur.) ins Galloroman. und von dort ins Westgerm. Vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 416 ff. und FEW 9, 496 f. (an)pflaumen Vb. ‘necken, verspotten, beschimpfen’ (Anfang 20. Jh.), wohl ausgehend von der Vorstellung jmdn. ‘mit faulen, matschigen Pflaumen bewerfen’ (wie ähnlich veräppeln, s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anherrschen · anschnauzen · ausschelten · ausschimpfen · beschimpfen · rüffeln · scharf kritisieren  ●  (jemandem) den Kopf abreißen  fig. · (scharf) zurechtweisen  Hauptform · (jemandem) seine Meinung geigen  ugs. · (jemanden) in den Senkel stellen  ugs. · abwatschen  ugs. · anblasen  ugs. · anfahren  ugs. · angiften  ugs. · anmeckern  ugs. · anpfeifen  ugs. · anpflaumen  ugs. · anranzen  ugs. · anraunzen  ugs. · auseinandernehmen  ugs. · die Leviten lesen  ugs., fig. · fertigmachen  ugs. · rummeckern (an jemandem)  ugs. · rundmachen  ugs. · zur Minna machen  ugs., veraltend · zur Sau machen  ugs. · zur Schnecke machen  ugs., fig. · zusammenfalten  ugs., fig. · zusammenscheißen  derb
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›anpflaumen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein paar Expressionisten sagen mir nichts oder pflaumen mich an. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1947. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1947], S. 413]
Ferne sei es von mir, die Regeler des Verkehrs, die im Lande leicht priesterliche Verehrung genießen, dieserhalb anpflaumen zu wollen. [Tucholsky, Kurt: Warten vor dem Nichts. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928], S. 20795]
Er hatte vor laufenden Kameras einen Fernsehkorrespondenten angepflaumt, weil dieser ihn zu Köln befragen wollte. [Süddeutsche Zeitung, 11.03.2002]
Wir sind definitiv dicke Freunde, wir können uns anpflaumen, aber nehmen das nicht persönlich. [Der Tagesspiegel, 24.11.2001]
In der Halbzeitpause des Portugal‑Spiels hatte er die anderen angepflaumt. [Der Tagesspiegel, 28.06.2000]
Zitationshilfe
„anpflaumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anpflaumen>.

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