anrüchig
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungan-rü-chig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›anrüchig‹ als Erstglied: ↗Anrüchigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend berüchtigt, von schlechtem Ruf
Beispiele:
ein anrüchiger Mensch, eine anrüchige Familie
ein anrüchiges Haus, eine anrüchige Kneipe
ein anrüchiger Lebenswandel
eine anrüchige Geschichte
man sagte, er wäre anrüchig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

anrüchig · Anrüchigkeit
anrüchig Adj. ‘übel beleumdet, berüchtigt, verrufen’. Im Anschluß an mnd. anruchtich (13. Jh.) steht anrüchtig, vereinzelt auch anrüchig seit dem 15. Jh. in hd. Rechtsquellen für gleichbed. lat. īnfāmis (s. ↗infam). Die heute übliche Form anrüchig setzt sich in Anlehnung an Geruch, riechen in der 1. Hälfte des 19. Jhs. durch. anrüchtig ist (wie ↗Gerücht, ↗berüchtigt und ↗ruchbar, s. d.) von mnd. ruchte ‘Ruf, Leumund’ abgeleitet, das (mit nd. cht für hd. ft, s. ↗echt, ↗Nichte, ↗Schlucht u. a.) mhd. ruoft entspricht, bedeutet daher eigentl. ‘wer anfängt, in schlechten Ruf zu geraten’. Zu Herkunft und Verwandtschaft s. ↗rufen. Anrüchigkeit f. (Mitte 19. Jh.), voraus gehen mnd. anruchticheit (15. Jh.), hd. Anrüchtigkeit (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Gschmäckle haben · ↗berüchtigt · ↗berühmt-berüchtigt · ↗halbseiden · schlecht beleumundet · ↗unsauber · ↗unseriös · ↗verrufen · verschrien · von zweifelhaftem Ruf  ●  nicht ganz koscher  fig. · ↗krumm  ugs., fig. · zum Himmel stinken  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
fragwürdig · ↗unangenehm · ↗unschön · ↗zweifelhaft  ●  mit üblem Beigeschmack  ugs. · üblen Nachgeschmack hinterlassend  ugs.
Assoziationen
  • Schmuddelecke  fig.
  • (ein) Gschmäckle haben · ↗anrüchig · ↗berüchtigt · ↗berühmt-berüchtigt · ↗halbseiden · schlecht beleumundet · ↗unsauber · ↗unseriös · ↗verrufen · verschrien · von zweifelhaftem Ruf  ●  nicht ganz koscher  fig. · ↗krumm  ugs., fig. · zum Himmel stinken  ugs., fig.
  • (etwas) stimmt nicht mit · es gibt Ungereimtheiten · es gibt Widersprüche · nicht zusammenpassen  ●  (etwas) ist faul (an)  ugs., fig. · (etwas) stinkt zum Himmel  ugs. · (irgend)etwas stimmt (da) nicht  ugs. · irgend(et)was ist da (doch)  ugs. · irgend(et)was ist da nicht in Ordnung  ugs.
Synonymgruppe
fragwürdig · nicht (ganz) koscher · nicht vertrauenswürdig · ↗obskur · ↗ominös · ↗undurchsichtig · ↗windig · ↗zweifelhaft · ↗zwielichtig  ●  ↗dubios  Hauptform · ↗dunkel  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
fragwürdig · ↗sittenlos · ↗unethisch · ↗unmoralisch · ↗unsittlich · ↗verwerflich  ●  ↗sündhaft  religiös · ↗amoralisch  geh. · ↗skrupellos  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affäre Begriff Beigeschmack Bezeichnung Deal Etablissements Finanzmachenschaften Gegend Geschäfte Gewerbe Image Klang Lokale Machenschaften Manöver Milieu Praktiken Ruf Ruhm Transaktionen Treiben Vergangenheit Vorgänge geradezu gewordenen gilt höchst irgendwie keineswegs weniger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anrüchig‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber "anrüchig" könne es sein, die Beratung für "professionelles Management zu verkünden.
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2003
Doch die Kunst, Kunst zu vermarkten, galt lange als anrüchig.
Die Zeit, 15.07.1999, Nr. 29
Betteln galt in der damaligen Zeit nicht als anrüchig und ehrenrührig.
Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 55
Weder in politischen Dingen noch in Künsten und Wissenschaften konnte er sich berühmt, bekannt oder anrüchig gemacht haben.
Raabe, Wilhelm: Altershausen, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1968 [1911], S. 214
Ihrem ohnehin allmählich anrüchig gewordenen Regime hatte diese beschämende Blamage gerade noch gefehlt.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3725
Zitationshilfe
„anrüchig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anrüchig>, abgerufen am 20.09.2017.

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