anreichern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-rei-chern (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. durch etw. reicher machen, bereichern
Beispiele:
den Goldbestand eines Landes anreichern
die moderne Sprache ist durch Fremdwörter stark angereichert
das Werk des Dichters ist durch eigene Erlebnisse angereichert worden
den Gehalt von etw. erhöhen
Beispiele:
die Kartoffelknolle reichert sich [Dativ] Zucker an
mit Fluor angereichertes Trinkwasser
angereichertes Uran
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reich · anreichern · bereichern · reichlich · Reichtum · reichhaltig
reich Adj. ‘wohlhabend, vermögend, mit vielen wertvollen Dingen ausgestattet, kostbar, reichlich, großzügig, ergiebig, gehaltvoll, umfassend’. Die ja-Stämme ahd. rīhhi (8. Jh.), mhd. rīch(e) ‘von hoher Abkunft, vornehm, edel, mächtig, gewaltig, viel besitzend, reich’, asächs. rīki ‘mächtig, gewaltig, reich’, mnd. rīk(e), mnl. rīke, nl. rijk, afries. rīk(e), aengl. rīce, engl. rich ‘reich’ und (aus einem i-Stamm umgebildetes) anord. rīkr ‘reich, mächtig’, schwed. rik ‘reich’ (vgl. dazu als ja- oder i-Stamm vorauszusetzendes got. reikeis oder reiks ‘mächtig’) werden als Ableitungen von einem Substantiv germ. *rīk- ‘Herrscher, Fürst, König’, überliefert in got. reiks ‘Herrscher, Obrigkeit’, betrachtet, wofür Entlehnung aus dem Kelt. angenommen wird (zu anderen Deutungsversuchen s. ↗Reich). Die ursprüngliche Bedeutung ‘königlich, fürstlich, von vornehmer Abstammung’ entwickelt sich über ‘vornehm, mächtig’ (so noch im Frühnhd.) zu ‘wohlhabend, begütert’; reich wird damit Gegenwort von arm. Häufig als Grundwort in Adjektivkomposita, vgl. erfolg-, ertrag-, fett-, fisch-, geist-, hilf-, lieb-, ruhm-, sieg-, sinn-, tugend-, wald-, wortreich; ursprünglich auch mit genitivischem ersten Glied entsprechend der Rektion von reich, vgl. einfalls-, freuden-, gnaden-, segensreich. anreichern Vb. ‘reicher machen, bereichern, den Gehalt an bestimmten Bestandteilen erhöhen’ (17. Jh.), bereichern Vb. ‘reicher, größer machen’, reflexiv ‘sich auf Kosten anderer einen Gewinn verschaffen’ (um 1600), beide zum Komparativ reicher gebildet; vgl. älteres bereichen, mhd. berīchen ‘reich machen’. reichlich Adj. ‘in großer, ausreichender Menge, sehr viel, mehr als, ziemlich’, ahd. rīhlīh ‘mächtig, gewaltig, königlich’ (9. Jh.), mhd. rīchelich, rīlich ‘reich, reichlich, herrlich, kostbar, freigebig’. Reichtum m. ‘großes Vermögen, bedeutender Besitz, Pracht, Fülle’, ahd. rīhtuom ‘Herrschaft, Macht, Herrschsucht, Reichtum’ (9. Jh.), mhd. rīchtuom; vgl. asächs. rīkidōm ‘Herrschaft, Macht, Reichtum’, aengl. rīcedōm ‘Herrschaft’. reichhaltig Adj. ‘vieles enthaltend, darbietend’ (Anfang 18. Jh.), zuvor reichhalt (17. Jh.), ursprünglich als Ausdruck des Berg- und Hüttenwesens von Erzen, die reichen Gehalt an Edelmetall haben.

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blei Cadmium Dioxin Fett Fettgewebe Folsäure Gewebe Gift Giftstoff Isotop Jod Kohlensäure Kompost Mineral Mineralstoff Nahrungskette Nährstoff Oberton Prion Quecksilber Sauerstoff Schadstoff Schilddrüse Schwermetall Spurenelement Stickstoff Uran Vitamin Zentrifuge reichern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anreichern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf geradezu fatale Weise hat sich dieser Begriff nun mit Sinn angereichert.
Die Welt, 09.11.2000
Sie dienen dazu, die Luft mit der notwendigen Feuchtigkeit anzureichern.
Der Tagesspiegel, 28.08.1998
Das gesamte Material innerhalb dieser drei großen Gruppen gilt es nun weiter anzureichern.
Grobig, Hermann Ernst: Die Psychatrie als Wegbereiterin positiver Rassenhygiene. In: Archiv f. Rassen- u. Gesellschafts- Biologie einschließlich Rassen- u. Gesellschafts- Hygiene, Bd. 35, 1941/42 [1941], S. 208
Da die Luft dann fast immer den Weg über die Nordsee nimmt, ist sie meistens mit Feuchtigkeit angereichert.
o. A. [cu.]: Polarluft. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1977]
Um gute Ernten zu erzielen, müssen sie mit Humus angereichert werden.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 7
Zitationshilfe
„anreichern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anreichern>, abgerufen am 13.12.2019.

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