anrichten

GrammatikVerb · richtet an, richtete an, hat angerichtet
Aussprache
Worttrennungan-rich-ten
Wortzerlegungan-1richten1
Wortbildung mit ›anrichten‹ als Erstglied: ↗Anrichtetisch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
den nahezu fertigen Speisen letzte Zutaten zufügen und die Speisen auftragen
Beispiele:
das Mittagessen, Abendbrot anrichten
eine Platte mit Salatblättern, Petersilie, eine Soße mit Gewürz anrichten
die Hausfrau hat angerichtet
es ist angerichtet
2.
Schaden verursachen
Beispiele:
ein Blutbad, Unheil, große Verwirrung anrichten
Verheerungen, Verwüstungen anrichten
saloppda habt ihr ja was Schönes angerichtet!
3.
etw. als Richtpunkt nehmen, anvisieren
Beispiele:
einen feindlichen Panzer anrichten
das angerichtete Ziel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

richten · Richtung · Richter · richterlich · Richtstätte · Richtbeil · Richtscheit · Richtschnur · Richtfest · anrichten · Anrichte · aufrichten · einrichten · errichten · verrichten · vorrichten · zurichten
richten Vb. ‘etw. Krummes gerademachen, in eine gerade Lage, Stellung, Richtung bringen, auf ein Ziel hinlenken, in Ordnung bringen, Recht sprechen’, ahd. (8. Jh.), mhd. rihten ‘recht, gerademachen, in eine Richtung bringen, aufrichten, aufstellen, in Ordnung bringen, fertigmachen, er-, einrichten, gestalten, herrschen, regieren, Recht sprechen’, asächs. rihtian, mnd. richten, mnl. rechten, richten, nl. rechten, aengl. rihtan, engl. to right, anord. rētta, schwed. räta, got. garaíhtjan (germ. *rehtjan) sind Faktitiva im Sinne von ‘gerademachen’ zu dem unter ↗recht (s. d.) behandelten Adjektiv. Richtung f. ‘das Gerademachen, gerade, aufrechte Haltung’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘Gerichtetsein, Verlauf, Wendung auf ein Ziel zu’ (Ende 18. Jh.), ‘Strömung, Bewegung’ in Kultur, Politik (Anfang 19. Jh.), abgeleitet vom oben genannten Verb in seinen verschiedenen Bedeutungen, in älterer Sprache vornehmlich an ‘herrschen, regieren, Recht sprechen’ anknüpfend, vgl. ahd. rihtunga ‘Gericht, (Ordens)regel, Leitung, Verwaltung’ (8. Jh.), mhd. rihtunge ‘Gericht, gerichtliche Entscheidung, Urteil’, asächs. richtunga, mnd. richtunge. Richter m. ‘wer über etw., jmdn. richtet, mit der Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten Beauftragter’, ahd. rihtāri ‘Leiter, Richter’ (8. Jh.), mhd. rihtære, rihter ‘Lenker, Ordner, Oberherr, Regent, Richter’; richterlich Adj. ‘den Richter und sein Amt betreffend, auf ihm beruhend, zu ihm gehörend’ (16. Jh.). Richtstätte f. ‘Platz für Hinrichtungen’ (19. Jh.), zuvor Richtstatt (16. Jh., älter ‘Gerichtsstätte’, 15. Jh.). Richtbeil n. ‘Beil, mit dem ein zum Tode Verurteilter enthauptet wird’ (17. Jh.). Richtscheit n. Richtlatte der Bauhandwerker, mhd. riht(e)schīt. Richtschnur f. ‘gespannte Schnur zum Bezeichnen gerader Linien’ (15. Jh.), übertragen ‘Grundsatz, Leitlinie, Norm’ (1. Hälfte 16. Jh.). Richtfest n. ‘Fest nach Aufrichtung des Dachstuhls’ (19. Jh.), auch Richtessen, Richtschmaus. anrichten Vb. ‘zum Essen fertigmachen, auftragen, bereitstellen, Schaden verursachen, zustande bringen’ (14. Jh.); Anrichte f. ‘Raum, Tisch zum Zubereiten, Bereitstellen von Speisen, niedriger Schrank für Geschirr’, mhd. anrihte. aufrichten Vb. ‘geraderichten, senkrecht stellen, errichten, trösten, Mut zusprechen’, ahd. ūfrihten ‘emporstrecken’ (9. Jh.), mhd. ūfrihten ‘aufstellen, ins Werk setzen, trösten’. einrichten Vb. ‘ausstatten’ (mit Möbeln, Geräten), ‘zur öffentlichen Nutzung gründen, nach bestimmten Gesichtspunkten gestalten, passend machen’, reflexiv ‘sich den Gegebenheiten, der Lage anpassen’ (15. Jh.). errichten Vb. ‘aufstellen, bilden’ (17. Jh.); vgl. ahd. irrihten ‘auf-, einrichten’ (um 800). verrichten Vb. ‘(ordnungsgemäß) ausführen, erledigen’, mhd. verrihten ‘in Ordnung bringen, einrichten’. vorrichten Vb. ‘zurechtmachen, vorbereiten, erneuern’ (16. Jh.), mhd. vürrihten ‘hervorstrecken’. zurichten Vb. ‘herrichten, vorbereiten’, mhd. zuorihten. Aus übel zurichten (16. Jh.) entwickelt zurichten den Sinn von ‘beschädigen, mißhandeln’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem mit etwas) aufwarten · ↗anbieten · anrichten · auf den Tisch bringen · ↗auftafeln · ↗auftischen · ↗auftragen · ↗kredenzen · ↗servieren · ↗vorsetzen  ●  ↗auffahren  ugs. · ↗hinstellen  ugs. · jemanden traktieren mit  geh., veraltend
Synonymgruppe
anrichten · ↗anstellen  ●  ↗verbrechen  ironisch · ↗(sich etwas) leisten  ugs. · ↗ausfressen  ugs., Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beben Blutbad Bombe Chaos Feuer Flurschaden Gewitter Hochwasser Hurrikan Massaker Milliardenschaden Millionenhöhe Millionenschade Millionenschaden Sachschaden Schade Schaden Sturm Taifun Teller Umweltschaden Unheil Unwetter Verheerung Verwirrung Verwüstung Wirbelsturm Zerstörung richten Überschwemmung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anrichten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie werden dann bestimmt nichts mehr anrichten - schließlich haben sie es unterschrieben.
Die Welt, 29.01.2004
Oder würde er, wenn er die Namen nennt, am Ende noch mehr Schaden anrichten?
Der Tagesspiegel, 23.12.1999
Kann man das gespielt von so weit nach vorn rücken, ohne Unheil anzurichten?
Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 335
Man bestelle also Wein und trinke ihn nicht, dann richtet er keinen Schaden an.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 19378
Auch muß er knapp, bevor er zum Tisch kommt, angerichtet werden.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 30
Zitationshilfe
„anrichten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anrichten>, abgerufen am 06.12.2019.

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