ansagen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-sa-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungan-1sagen
Wortbildung mit ›ansagen‹ als Erstglied: ↗Ansagedienst · ↗Ansager  ·  mit ›ansagen‹ als Grundform: ↗Ansage · ↗angesagt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw., jmdn., sich ankündigen
Beispiele:
eine Sitzung, Versammlung, einen Vortrag ansagen
seinen Besuch (für die kommende Woche), seine Ankunft, Rückkehr ansagen
Konkurs ansagen
Skat Schneider ansagen
die Spielfolge, das Programm ansagen (= bekanntgeben)
sich ansagen
Beispiele:
Gäste haben sich (für morgen) angesagt (= angemeldet)
sich von, bei jmdm. ansagen lassen
jmdm., einer (Kunst)richtung, der Natur den Kampf ansagen
2.
jmdm. etw. diktieren
Beispiel:
ich möchte Ihnen einige Briefe ansagen
3.
veraltend jmdm. etw. mitteilen
a)
dichterisch
Beispiele:
Dem Vater sag es an [Grillp.Gastfreund]
Wo ist er? Wo? Sagʼ an! (= sprich!) [HebbelTrauerspiel in Sizilien5]
b)
jmdm. etw. verraten
Beispiele:
wie er auch gebeten hatte, es nicht anzusagen [Th. MannLotte7,397]
wer mag uns woll bloß angesagt haben [H. MannUnrat1,545]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sagen · absagen · Absage · ansagen · Ansage · Ansager · aussagen · Aussage · besagen · entsagen · Entsagung · entsagungsvoll · untersagen · versagen · Versager · zusagen · Zusage · unsagbar · unsäglich
sagen Vb. ‘äußern, aussprechen, reden, behaupten, erklären’, (reflexiv) ‘sich überlegen’, ahd. sagēn (8. Jh.), mhd. sagen, mnl. sāghen (germ. *sagēn) stehen neben der (mit Umlaut bewirkendem j-Suffix gebildeten) Gruppe asächs. seggian, mnd. seggen, mnl. segghen, nl. zeggen, aengl. secgan, engl. to say, anord. segja, schwed. säga (germ. *sagjan). Außergerm. lassen sich vergleichen air. insce ‘Rede’, aithesc ‘Antwort’, lat. īnseque ‘sag an, erzähle’, inquit ‘er sagte’, griech. en(n)épein (ἐν(ν)έπειν) ‘ansagen, verkünden, erzählen’, dazu (Aorist) enispé͞in (ἐνισπεῖν), lit. sakýti (mundartlich noch sèkti) ‘sagen, erzählen’, sèkti ‘(nach)folgen, (nach)spüren’, lett. sekt ‘suchen, ausfindig machen’, aruss. sočiti ‘suchen, ausforschen’, russ. (älter) sočít’ (сочить) ‘suchen, aufspüren’. Für die daraus zu erschließende Wurzel ie. *seku̯- kann man eine Bedeutung ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd) voraussetzen, die sich einerseits zu ‘zeigen, ankündigen’ und ‘sagen’, andrerseits zu ‘folgen’, auch ‘mit den Augen folgen’ weiterentwickelt hat, so daß auch die unter ↗sehen (s. d.) genannten Formen als Verwandte heranzuziehen sind. absagen Vb. ‘Zugesagtes, Angekündigtes rückgängig machen, etw. aufgeben, darauf verzichten’, mhd. abesagen ‘mit Worten zurückweisen, aufkündigen, rückgängig machen’; Absage f. ‘Ablehnung, Zurücknahme, Verzicht’, mhd. abesage, frühnhd. auch ‘Aufkündigung der Freundschaft, Fehdebrief’; vgl. ahd. abasaga ‘verneinende Aussage’ (um 1000). ansagen Vb. ‘ankündigen, mitteilen’, ahd. anasagēn ‘einwenden, anklagen’ (10. Jh.), mhd. anesagen ‘eingestehen, mitteilen, zusagen, versprechen, anklagen’; Ansage f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. anasaga ‘Aussage’ (10. Jh.), mhd. anesage ‘Aussage, Behauptung, Mitteilung’; Ansager m. ‘wer etw. mitteilt’, heute besonders ‘Sprecher’ (in Rundfunk und Fernsehen), ahd. anasagāri ‘Ankläger’ (10. Jh.), mhd. anesager. aussagen Vb. ‘mitteilen, erklären, ausdrücken’, besonders vor Gericht aussagen, spätmhd. ūʒsagen; Aussage f. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.). besagen Vb. ‘bedeuten, ausdrücken’, ahd. bisagēn ‘zusprechen, zuerkennen, auslegen, erklären’ (9. Jh.), mhd. besagen ‘sagen, bezeugen, zusprechen, aussagen, anklagen’. entsagen Vb. ‘verzichten’, ahd. intsagēn ‘freisprechen, sich lossagen’ (8. Jh.), mhd. entsagen ‘Fehde ansagen, entschuldigen, verteidigen, lossagen, vorenthalten, leugnen, verheimlichen’; Entsagung f. ‘Verzicht’ (17. Jh.); entsagungsvoll Adj. ‘schmerzlich verzichtend’ (19. Jh.). untersagen Vb. ‘rügen, verbieten’, ahd. untarsagēn ‘mit Worten darlegen, besprechen, mitteilen’ (9. Jh.), mhd. undersagen, auch (unter dem Einfluß von lat. interdīcere) ‘verbieten’. versagen Vb. ‘abschlagen, verweigern, gestellte Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllen, scheitern’, ahd. firsagēn ‘verweigern, verschmähen, leugnen, nicht zuerkennen, sich lossagen’ (9. Jh.), mhd. versagen ‘absagen, an-, aussagen (bis zum Ende), ableugnen, verweigern, abschlagen, sich lossagen’; Versager m. ‘wer Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllt’, älter ‘Verleumder’ (16. Jh.). zusagen Vb. ‘zustimmen, versprechen, gefallen’, mhd. zuosagen; Zusage f. ‘Zustimmung, Versprechen’ (15. Jh.). unsagbar Adj. ‘unaussprechlich, unbeschreiblich’, mhd. unsagebære; auch verstärkend ‘in höchstem Maße’, vgl. unsagbar schlecht. unsäglich Adj. ‘unaussprechlich’, mhd. unsagelich, unsegelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
ankündigen · ↗annoncieren · ansagen · ↗bekanntgeben · ↗melden · ↗verkünden  ●  ↗künden  geh.
Unterbegriffe
Synonymgruppe
ankünden · ↗ankündigen · ansagen  ●  ↗avisieren  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Action Aussteller Bescheidenheit Besuch Entspannung Entwarnung Feiern Geduld Grand Handarbeit Hektik Kampf Kommen Korruption Kurzarbeit Mittelhand Optimismus Party Prominenz Schadensbegrenzung Skepsis Sparen Umdenken Vorsicht Wiedergutmachung Zigarette Zurückhaltung kündigen sagen zünden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ansagen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch schult der um auf Schriftsteller, und jetzt ist Sparen angesagt.
Der Tagesspiegel, 13.08.1999
In den fünfziger Jahren meinte man hierzulande, die Produktion sei wichtig; die Sechziger waren vom Marketing geprägt, in den siebziger Jahren war Strategie angesagt.
Die Welt, 31.05.1999
Nicht die Juden haben den Jesuiten, sondern die Jesuiten den Juden den Kampf angesagt.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 159
Damit wird verschärfter Kampf gegen die Bauern über 80 Morgen angesagt.
o. A.: 1948. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 19792
Wir sagten uns erst bei einer Ärztin hier oben an, die Menschen drängten sich dort.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1946. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1946], S. 168
Zitationshilfe
„ansagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ansagen>, abgerufen am 22.05.2019.

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