Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ansagen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung an-sa-gen
Wortzerlegung an-1 sagen
Wortbildung  mit ›ansagen‹ als Erstglied: Ansagedienst · Ansager  ·  mit ›ansagen‹ als Grundform: Ansage · angesagt
eWDG

Bedeutungen

1.
etw., jmdn., sich ankündigen
Beispiele:
eine Sitzung, Versammlung, einen Vortrag ansagen
seinen Besuch (für die kommende Woche), seine Ankunft, Rückkehr ansagen
Konkurs ansagen
SkatSchneider ansagen
die Spielfolge, das Programm ansagen (= bekanntgeben)
sich ansagen
Beispiele:
Gäste haben sich (für morgen) angesagt (= angemeldet)
sich von, bei jmdm. ansagen lassen
jmdm., einer (Kunst)richtung, der Natur den Kampf ansagen
2.
jmdm. etw. diktieren
Beispiel:
ich möchte Ihnen einige Briefe ansagen
3.
veraltend jmdm. etw. mitteilen
a)
dichterisch
Beispiele:
Dem Vater sag es an [ Grillp.Gastfreund]
Wo ist er? Wo? Sag’ an! (= sprich!) [ HebbelTrauerspiel in Sizilien5]
b)
jmdm. etw. verraten
Beispiele:
wie er auch gebeten hatte, es nicht anzusagen [ Th. MannLotte7,397]
wer mag uns woll bloß angesagt haben [ H. MannUnrat1,545]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sagen · absagen · Absage · ansagen · Ansage · Ansager · aussagen · Aussage · besagen · entsagen · Entsagung · entsagungsvoll · untersagen · versagen · Versager · zusagen · Zusage · unsagbar · unsäglich
sagen Vb. ‘äußern, aussprechen, reden, behaupten, erklären’, (reflexiv) ‘sich überlegen’, ahd. sagēn (8. Jh.), mhd. sagen, mnl. sāghen (germ. *sagēn) stehen neben der (mit Umlaut bewirkendem j-Suffix gebildeten) Gruppe asächs. seggian, mnd. seggen, mnl. segghen, nl. zeggen, afries. sedza, aengl. secgan, engl. to say, anord. segja, schwed. säga (germ. *sagjan). Außergerm. lassen sich vergleichen air. insce ‘Rede’, aithesc ‘Antwort’, lat. īnseque ‘sag an, erzähle’, inquit ‘er sagte’, griech. en(n)épein (ἐν(ν)έπειν) ‘ansagen, verkünden, erzählen’, dazu (Aorist) enispé͞in (ἐνισπεῖν), lit. sakýti (mundartlich noch sèkti) ‘sagen, erzählen’, sèkti ‘(nach)folgen, (nach)spüren’, lett. sekt ‘suchen, ausfindig machen’, aruss. sočiti ‘suchen, ausforschen’, russ. (älter) sočít’ (сочить) ‘suchen, aufspüren’. Für die daraus zu erschließende Wurzel ie. *seku̯- kann man eine Bedeutung ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd) voraussetzen, die sich einerseits zu ‘zeigen, ankündigen’ und ‘sagen’, andrerseits zu ‘folgen’, auch ‘mit den Augen folgen’ weiterentwickelt hat, so daß auch die unter sehen (s. d.) genannten Formen als Verwandte heranzuziehen sind. – absagen Vb. ‘Zugesagtes, Angekündigtes rückgängig machen, etw. aufgeben, darauf verzichten’, mhd. abesagen ‘mit Worten zurückweisen, aufkündigen, rückgängig machen’; Absage f. ‘Ablehnung, Zurücknahme, Verzicht’, mhd. abesage, frühnhd. auch ‘Aufkündigung der Freundschaft, Fehdebrief’; vgl. ahd. abasaga ‘verneinende Aussage’ (um 1000). ansagen Vb. ‘ankündigen, mitteilen’, ahd. anasagēn ‘einwenden, anklagen’ (10. Jh.), mhd. anesagen ‘eingestehen, mitteilen, zusagen, versprechen, anklagen’; Ansage f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. anasaga ‘Aussage’ (10. Jh.), mhd. anesage ‘Aussage, Behauptung, Mitteilung’; Ansager m. ‘wer etw. mitteilt’, heute besonders ‘Sprecher’ (in Rundfunk und Fernsehen), ahd. anasagāri ‘Ankläger’ (10. Jh.), mhd. anesager. aussagen Vb. ‘mitteilen, erklären, ausdrücken’, besonders vor Gericht aussagen, spätmhd. ūʒsagen; Aussage f. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.). besagen Vb. ‘bedeuten, ausdrücken’, ahd. bisagēn ‘zusprechen, zuerkennen, auslegen, erklären’ (9. Jh.), mhd. besagen ‘sagen, bezeugen, zusprechen, aussagen, anklagen’. entsagen Vb. ‘verzichten’, ahd. intsagēn ‘freisprechen, sich lossagen’ (8. Jh.), mhd. entsagen ‘Fehde ansagen, entschuldigen, verteidigen, lossagen, vorenthalten, leugnen, verheimlichen’; Entsagung f. ‘Verzicht’ (17. Jh.); entsagungsvoll Adj. ‘schmerzlich verzichtend’ (19. Jh.). untersagen Vb. ‘rügen, verbieten’, ahd. untarsagēn ‘mit Worten darlegen, besprechen, mitteilen’ (9. Jh.), mhd. undersagen, auch (unter dem Einfluß von lat. interdīcere) ‘verbieten’. versagen Vb. ‘abschlagen, verweigern, gestellte Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllen, scheitern’, ahd. firsagēn ‘verweigern, verschmähen, leugnen, nicht zuerkennen, sich lossagen’ (9. Jh.), mhd. versagen ‘absagen, an-, aussagen (bis zum Ende), ableugnen, verweigern, abschlagen, sich lossagen’; Versager m. ‘wer Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllt’, älter ‘Verleumder’ (16. Jh.). zusagen Vb. ‘zustimmen, versprechen, gefallen’, mhd. zuosagen; Zusage f. ‘Zustimmung, Versprechen’ (15. Jh.). unsagbar Adj. ‘unaussprechlich, unbeschreiblich’, mhd. unsagebære; auch verstärkend ‘in höchstem Maße’, vgl. unsagbar schlecht. unsäglich Adj. ‘unaussprechlich’, mhd. unsagelich, unsegelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
ankündigen · annoncieren · ansagen · bekanntgeben · melden · verkünden  ●  künden  geh.
Synonymgruppe
ankünden · ankündigen · ansagen  ●  avisieren  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ansagen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ansagen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ansagen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier ist also Ausprobieren angesagt – beschädigen kann man immerhin nichts. [C’t, 2000, Nr. 26]
Für den Vormittag war das tägliche Briefing mit seinen engsten Beratern angesagt. [Die Zeit, 08.11.2012 (online)]
Finanziell ist in der besten Liga der Welt nach Jahren des steten Wachstums Sparen angesagt. [Die Zeit, 24.08.2012 (online)]
In Wirklichkeit sagt das Gesetz den eigenen Bürgern den Kampf an. [Die Zeit, 20.07.2012, Nr. 29]
Nicht die Juden haben den Jesuiten, sondern die Jesuiten den Juden den Kampf angesagt. [Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 159]
Zitationshilfe
„ansagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ansagen>.

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