anschaffen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-schaf-fen (computergeneriert)
Wortzerlegungan-1schaffen
Wortbildung mit ›anschaffen‹ als Erstglied: ↗Anschaffer
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. (Wertvolles) käuflich erwerben
Gegenwort zu abschaffen
Beispiele:
Bücher (für die Schulbibliothek) anschaffen
sich [Dativ] ein Radio, einen neuen Anzug anschaffen
sich [Dativ] ein Auto, einen Hund anschaffen
die großen Ölgemälde, die der Direktor angeschafft hatte [Th. MannBuddenbrooks1,459]
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
sie wollen sich [Dativ] noch keine Kinder anschaffen (= wollen noch keine Kinder haben)
sich [Dativ] eine Freundin anschaffen (= ein Verhältnis anknüpfen)
2.
süddeutsch, österreichisch jmdm. etw. befehlen
Beispiele:
sprichwörtlich wer zahlt, schafft an (= bestimmt über die Verwendung des Geldes)
Selber hat er ... der Bäuerin angeschafft, daß sie dem Buben aufwarten soll [CarossaGion194]
Kellner kommt mit Gläsern und Wein, Thomas und Peter schaffen ... an (= bestellen) [NestroyDer UnbedeutendeII 8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schaffen · abschaffen · anschaffen · beschaffen1 · beschaffen2 · erschaffen · nachschaffen · Schaffe · Schaffner · Geschöpf · Schöpfer2 · schöpferisch · Schöpfung
schaffen Vb. ‘in eigener Leistung hervorbringen, gestalten’ und (besonders südd.) ‘arbeiten, zustande bringen’. Das stark flektierende Verb (mit j-Präsens) ahd. skephen ‘(er)schaffen, (be)wirken, gestalten, ordnen, festsetzen’ und auch ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.) entwickelt (aus der Partizipialform giscaffan) einen neuen Präsensstamm mit dem Infinitiv mhd. schaffen, nhd. schaffen (schuf, geschaffen). Verwandt sind asächs. skeppian ‘(er)schaffen, bestimmen’, aengl. scieppan ‘(er)schaffen, bilden anordnen, machen’, got. gaskapjan ‘erschaffen’, ferner ↗schaben, ↗Schaff, ↗Schaft, ↗Scheffel (s. d.) und die dort genannten Wortformen, so daß, ausgehend von einer Bedeutung ‘schnitzend gestalten’, Anschluß an die Variante ie. *skā̌b(h)- der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ möglich ist. Neben dem starken Verb ahd. skephen (s. oben) steht ein gleichlautendes schwaches jan-Verb ahd. skephen ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.); beide Verben haben sich anscheinend semantisch miteinander vermischt (Weiteres s. ↗schöpfen). Weiterhin steht zum starken Verb die schwach flektierende Intensivbildung ahd. scaffōn ‘tun, bilden, zustande bringen, anordnen’ (8. Jh.), mhd. schaffen, nhd. schaffen ( schaffte, geschafft), deren Infinitiv- und Präsensformen im Mhd. und Nhd. mit denen des oben genannten starken Verbs zusammenfallen. Für das starke Verb ist heute von einer Grundbedeutung ‘etw. hervorbringen, bewirken’, für das schwache Verb von einer Grundbedeutung ‘einrichten, ordnen’ (weiter ‘anordnen, tätig sein, arbeiten, herbei-, wegbringen’) auszugehen. Starke und schwache Flexion zeigen entsprechend mnd. scheppen, mnl. sceppen und engl. to shape (mit dem Part. Prät. shaped und, allerdings selten und älter, shapen). Zum schwachen Verb stellen sich (auch bei teilweise starker Flexion bis ins 16. Jh.) abschaffen Vb. ‘aufheben, beseitigen’, mhd. abeschaffen (14. Jh.), südd. auch ‘sich abarbeiten’; anschaffen Vb. ‘etw. in seinen Besitz bringen, sich aneignen’ (16. Jh.), ‘anordnen, verursachen’ (15. Jh.); beschaffen1 Vb. ‘herbeiholen, besorgen’ (15. Jh.); vgl. ahd. biscaffōn ‘gestalten, bilden’ (8. Jh.); dagegen beschaffen2 Part.adj. ‘geartet, geformt, befindlich’ (15. Jh.), mhd. ‘vorhanden, durch das Schicksal bestimmt’, zu (vorwiegend stark flektierendem) mhd. beschaffen ‘(er)schaffen, bestimmt oder zugeteilt sein, ordnen, verwalten, herbeibringen’. Zum starken Verb gehören erschaffen Vb. ‘entstehen lassen, gestalten, formen’, geläufig seit dem 16. Jh.; nachschaffen Vb. ‘gestaltend nachbilden’ (18. Jh.), ‘nachträglich anschaffen’ (17. Jh.). Schaffe f. ‘Leistung, (großartige) Angelegenheit’, neugebildetes Verbalabstraktum der Jugendsprache (20. Jh.); zuvor (ohne direkte Nachfolge) mhd. schaffe ‘Anordnung, Befehl’. Schaffner m. ‘Besorger, Ordner, Aufseher, Verwalter’, mhd. schaffenære, scheffenære, nach voraufgehendem schaffære, scheffære, ahd. scaffāri (um 1000). Seit dem 19. Jh. fast nur noch für das Bedienungs- und Aufsichtspersonal bei Bahn und Post, vgl. Postschaffner, Eisenbahnschaffner. Den alten Stammsilbenvokal des starken Verbs (nach ahd. skephen) bewahren (zu ö gerundet) Geschöpf n. ‘das Erschaffene, Geformte’ (15. Jh.), anfangs auch Vorgangsbezeichnung im Sinne von ‘Erschaffung’; Schöpfer2 m. ‘wer etw. erschafft, gestaltet’, auch Bezeichnung des christlichen Gottes als des Erschaffers der Welt, ahd. skephāri (9. Jh.), mhd. schepfære, schephære (vgl. früher bezeugtes ahd. skepho, 8. Jh.); schöpferisch Adj. ‘gestaltend, Neues erschaffend’ (18. Jh.); Schöpfung f. ‘Vorgang und Ergebnis des Gestaltens’, mhd. schepfunge, schepfenunge im Sinne des göttlichen Erschaffens der Welt, seit dem 18. Jh. ‘Gesamtheit von Natur und Welt’, auch ‘geistiges, künstlerisches Schaffen und sein Produkt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) zulegen · anschaffen · ↗besorgen · ↗einkaufen · ↗erkaufen · käuflich erwerben  ●  ↗kaufen  Hauptform · ↗(sich) holen  ugs. · ↗(sich) kaufen  ugs. · ↗erstehen  geh. · ↗shoppen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(seinen) Körper verkaufen · (sich) öffentlich preisgeben · Liebesdienste leisten · auf den Strich gehen · ↗huren  ●  ↗(sein) Geld als Sexarbeiter(in) verdienen  variabel · (sein) Geld auf der Straße verdienen  verhüllend · ↗(sich) prostituieren  Hauptform · anschaffen (gehen)  ugs. · es für Geld tun  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausrüstung Bordell Computer Decoder Dienstwagen Drohne Eurofighter Fernseher Fernsehgerät Gerät Großgerät Hardware Haustier Hund Hure Katze Kleinbus Maschine Möbel PC Prostituierte Schulbuch Schutzweste Spendengeld Spezialgerät Spielgerät Traktor Waschmaschine extra schaffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anschaffen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hat so ein großes Gerät angeschafft, obwohl ihre Technologie längst nicht soweit war, es gebrauchen zu können.
Der Tagesspiegel, 09.10.2003
Um die Daten weiterzugeben, muss zudem für 325 Euro ein weiteres Gerät angeschafft werden.
Die Welt, 29.08.2002
Du mußt dir das unbedingt anschaffen, wenn du nicht unangenehm auffallen willst.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 89
Irgendwann, du hattest für die Kinder einen Hund angeschafft, hast du auch ihm einen schwarzen Schal umgebunden.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 222
Wer sie sich einmal angeschafft hat, tat das zu seinem Vergnügen.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 336
Zitationshilfe
„anschaffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anschaffen>, abgerufen am 20.03.2019.

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