anschicken

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungan-schi-cken (computergeneriert)
Wortzerlegungan-1schicken2
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben sich zu etw. anschickenetw. tun wollen, zu etw. ansetzen
Beispiele:
er schickte sich an zu arbeiten
sich zum Kampfe anschicken
da man ... sich anschickte, an die See zu gehen [Th. MannBuddenbrooks1,342]
die roten Leberblumen schickten sich schon an zu blühen [Storm2,12]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schicken · anschicken · Schicksal
schicken Vb. ‘senden’, reflexiv ‘sich fügen, einrichten, abfinden, geziemen’. Das nur im Dt. (seit dem 12. Jh.) und Nl. belegte Verb mhd. schicken ‘machen, daß etw. geschieht, bewirken, ausrichten, gestalten, (an)ordnen, zurechtlegen, bereiten, rüsten, zuwenden, verschaffen, bewegen, richten, abordnen, senden’, mnd. schicken, mnl. scicken, nl. schikken ist wohl eine kausative Bildung (‘jmdn., etw. schnell fortgehen machen’) zu dem in ahd. skehan ‘umherstreifen, eilen’, mhd. schehen ‘jagen, rennen, eilen’ (s. ↗geschehen) vorliegenden Verb. Die im Mhd. entwickelte Bedeutungsvielfalt ist im Nhd. erheblich reduziert; vorherrschend wird der Gebrauch im Sinne von ‘senden’ (seit dem 16. Jh.). anschicken Vb. reflexiv ‘sich vorbereiten, daranmachen’ (15. Jh.), in älterer Sprache (bis ins 18. Jh.) auch transitiv ‘anordnen, anweisen, vorbereiten’. Schicksal n. ‘Gesamtheit dessen, was dem Menschen widerfährt, Fügung, Los, Geschick’ (18. Jh.), Schicksel (17. Jh.), Übernahme von nl. (älter) schicksel (für lat. apparātus, ōrdo, dispositio, fātum); 1644 von dem Oberdeutschen M. Zeiller als nl. bezeichnet und als Entsprechung für dt. Geschick empfunden. Zur Bildungsweise s. ↗-sal, ↗-sel. Häufig wird Schicksal personifiziert gebraucht sowie (in christlicher Vorstellung) als ‘von Gott Geschicktes’ verstanden.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Plan fassen · ↗(sich etwas) vornehmen · (sich) Ziele setzen · (sich) Ziele stecken · (sich) anschicken · ↗(sich) daranmachen · ↗festlegen · ↗planen · ↗vormerken  ●  (sich etwas) auf die Fahnen schreiben  fig. · in den Blick nehmen  fig. · Pläne schmieden  ugs. · ins Auge fassen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absender Bewerbung E-Mail Eroberung Fax Foto Gehen Landung Lösungswort Postkarte Schütze Teilung Untergang abermals ausgerechnet damals derweil derzeit eben gerade jetzt nun nunmehr nämlich schicken soeben sogleich spätestens unterdessen überdies

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anschicken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Technik schickte sich an, einen kulturellen Rang zu erobern.
Süddeutsche Zeitung, 05.05.2003
Sie schickt sich an, einen neuen Mann in ihr Team aufzunehmen.
Der Tagesspiegel, 16.06.2002
Aber 1941 schickte er sich an, gleichzeitig beide Ziele zu verwirklichen.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 282
Wir schickten uns an, dem Schicksal ins Rad zu greifen.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 890
Er schickte sich an, noch einmal das Wort zu ergreifen.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5710
Zitationshilfe
„anschicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anschicken>, abgerufen am 15.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
anschesen
anscheißen
Anscheinsbeweis
anscheinend
anscheinen
anschieben
anschielen
anschießen
anschiffen
anschimmeln