Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

anschmachten

Grammatik Verb · schmachtet an, schmachtete an, hat angeschmachtet
Aussprache 
Worttrennung an-schmach-ten
Wortzerlegung an-1 schmachten
eWDG

Bedeutung

salopp etw., jmdn. schmachtend ansehen, anhimmeln
Beispiele:
einen Filmstar, den Sänger anschmachten
der es wagte, die Frau Oberstin anzuschmachten [ Ebner-Eschenb.7,24]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmachten · verschmachten · anschmachten · Schmachtriemen
schmachten Vb. ‘Entbehrung, besonders Hunger und Durst leiden, sich schmerzlich sehnen’, mnd. mnl. nl. smachten ‘Hunger leiden, vor Entbehrung dahinsiechen’, nhd. seit dem 17. Jh. bezeugt. Voraus gehen ahd. gismahtōn ‘dahinschwinden, schwach werden’ (8. Jh.) und mhd. versmahten, nhd. verschmachten ‘Hunger und Durst leiden, verdursten’, wohl von einem allerdings erst in mhd. smaht m. ‘Geruch, das Schmachten, Verschmachten, hoher Grad von Hunger und Durst’, mnd. smacht ‘Entbehrung, entkräftender Hunger’ überlieferten Substantiv abgeleitet. Als Ausgangswort ist das unter Schmach (s. d.) angeführte Adjektiv ahd. smāhi ‘klein, gering’, mhd. smæhe, mnd. smā anzusehen, so daß schmachten eigentlich ‘kleiner werden, schwinden’ bedeutet. Die im Mnd. gut ausgeprägte Wortgruppe (s. auch schmächtig) mag semantisch Einfluß auf das Nhd. genommen haben. nach etw. schmachten ‘etw. heftig verlangen, ersehnen’ (18. Jh.). – anschmachten Vb. ‘sich nach jmdm. sehnen und dies schwärmerisch durch Blick und Gebärde ausdrücken’ (18. Jh.). Schmachtriemen m. ‘breiter lederner Leibriemen von Fuhrleuten und Reitern, dessen Druck die Empfindung von Hunger in einem leeren Magen dämpfen soll’ (18. Jh.), danach den Schmachtriemen umschnallen müssen, enger schnallen ‘Hunger leiden müssen’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
anhimmeln · in verklärtem Licht sehen · umschwärmen · verehren · vergöttern  ●  anschmachten  ugs.
Synonymgruppe
anschmachten · jemand lebt nur noch für · schmachten (nach) · schwärmerisch bewundern · verehren · verklären · verschmachten (nach)  ●  in den Himmel heben  fig. · (jemandem) zu Füßen liegen  ugs., fig. · (jemandes) Ein und Alles (sein)  ugs. · (sich) verzehren (nach)  geh. · Feuer und Flamme sein (für)  ugs. · anbeten  ugs. · anhimmeln  ugs. · höchste Bewunderung zollen  geh. · idealisieren  fachspr. · vergöttern  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›anschmachten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie schmachten sich zwei Jahre lang aus der Ferne an. [Der Tagesspiegel, 06.08.2003]
Sänger Tim Wheeler hat seinen unschuldigen stimmlichen Ausdruck behalten, ist immer noch jungenhaft schmächtig und wird also immer noch von den Mädchen angeschmachtet. [Süddeutsche Zeitung, 27.11.1998]
Letztlich bin ich mehr der träumerische Typ, der heterosexuelle Männer anschmachtet und immer das haben will, was er nicht kriegen kann. [Die Zeit, 21.05.2007, Nr. 21]
Sie sitzen bei ihm vorm Tresen und schmachten ihn an. [Bild, 27.01.2005]
Wir swingen, stampfen, schmachten uns an, und der Atem der Geschichte umweht uns. [Der Tagesspiegel, 17.01.2005]
Zitationshilfe
„anschmachten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anschmachten>.

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