anschnauzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-schnau-zen (computergeneriert)
Wortzerlegungan-1schnauzen
Wortbildung mit ›anschnauzen‹ als Erstglied: ↗Anschnauzer
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp, abwertend jmdn. grob anfahren
Beispiel:
dann wurden sie von den Offizieren angeschnauzt [Feuchtw.Teufel56]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

anschnauzen Vb. ‘heftig anfahren, grob zurechtweisen’ (1. Hälfte 16. Jh.) gehört für das nhd. Sprachgefühl zu ↗Schnauze (s. d.), obwohl das Substantiv selbst seine heutige Lautgestalt erst im 16. Jh. gewonnen hat und das davon abgeleitete Simplex schnauzen im Gegensatz zu den Präfixverben an-, be-, überschnauzen noch Ende des 17. Jhs. von Stieler als ungebräuchlich bezeichnet wird. Seit J. Grimm wird anschnauzen daher meist als Frequentativ- bzw. Intensivbildung auf -(e)zen betrachtet und zu gleichbed. anschnauen (Anfang 16. bis 19. Jh., heute noch mundartlich), Präfixbildung zu mhd. snāwen ‘schwer atmen, schnauben’, oder (über ein zu erschließendes *anschnaub(e)zen) zu ebenfalls gleichbed., heute unüblichem anschnauben (15. Jh.) und damit zum Simplex ↗schnauben (s. d.) gestellt.

Thesaurus

Synonymgruppe
anherrschen · anschnauzen · ↗ausschelten · ↗ausschimpfen · ↗beschimpfen · ↗rüffeln · scharf kritisieren  ●  (jemandem) den Kopf abreißen  fig. · ↗(scharf) zurechtweisen  Hauptform · (jemandem) seine Meinung geigen  ugs. · ↗abwatschen  ugs. · ↗anblasen  ugs. · ↗anfahren  ugs. · ↗angiften  ugs. · ↗anmeckern  ugs. · ↗anpfeifen  ugs. · ↗anpflaumen  ugs. · ↗anranzen  ugs. · ↗anraunzen  ugs. · ↗auseinandernehmen  ugs. · die Leviten lesen  ugs., fig. · ↗fertigmachen  ugs. · rummeckern (an jemandem)  ugs. · rundmachen  ugs. · zur Minna machen  ugs., veraltend · zur Sau machen  ugs. · zur Schnecke machen  ugs., fig. · ↗zusammenfalten  ugs., fig. · ↗zusammenscheißen  derb
Assoziationen
  • (jemandem etwas) nicht durchgehen lassen · zur Rechenschaft ziehen  ●  ↗(sich jemanden) vornehmen  Hauptform · ↗(sich jemanden) greifen  ugs. · ↗(sich jemanden) kaufen  ugs., veraltend · ↗(sich jemanden) vorknöpfen  ugs. · (sich jemanden) zum Geburtstag schenken  ugs. · (sich jemanden) zur Brust nehmen  ugs.
  • anbelfern · ↗anbellen · ↗anblaffen · ↗anblaffen · ↗anbrüllen · ↗andonnern · ↗anfahren · ↗ankläffen · ↗anraunzen · anschnauzen · ↗anschreien
  • (etwas) persönlich meinen · (jemanden) persönlich angreifen · persönlich werden · unsachlich werden
  • (jemandem) die Leviten lesen · (jemandem) eine harte Rückmeldung geben · ↗(jemandem) heimleuchten · ↗ausschelten · ↗ausschimpfen · ↗ermahnen · ↗rüffeln · ↗rügen · scharf kritisieren · ↗schelten · ↗verwarnen · zur Ordnung rufen · ↗zurechtweisen  ●  (jemandem etwas) ins Stammbuch schreiben  fig. · (jemandem) einen Verweis erteilen  Amtsdeutsch · ↗tadeln  Hauptform · (jemandem) Bescheid stoßen  ugs. · (jemandem) aufs Dach steigen  ugs., fig. · (jemandem) den Arsch aufreißen  derb · (jemandem) den Kopf waschen  ugs., fig. · (jemandem) den Marsch blasen  ugs., veraltend · (jemandem) deutlich die Meinung sagen  ugs. · (jemandem) die Flötentöne beibringen  ugs., fig. · (jemandem) die Hammelbeine langziehen  ugs., fig. · (jemandem) die Meinung geigen  ugs. · (jemandem) die Schuhe aufpumpen  ugs., fig. · (jemandem) eine (deutliche) Ansage machen  ugs. · (jemandem) eine (dicke) Zigarre verpassen (möglicherweise veraltend)  ugs. · (jemandem) eins auf den Deckel geben  ugs. · (jemandem) zeigen, wo der Frosch die Locken hat  ugs., fig. · (jemandem) zeigen, wo der Hammer hängt  ugs., fig. · (jemandem) zeigen, wo es langgeht  ugs., fig. · (jemanden) Mores lehren  geh. · (jemanden) auf Linie bringen  ugs. · (jemanden) auf Vordermann bringen  ugs. · (jemanden) frisch machen  ugs., fig. · ↗(jemanden) lang machen  ugs. · ↗(jemanden) zusammenfalten  ugs. · ↗(sich jemanden) vorknöpfen  ugs. · ↗abmahnen  fachspr., juristisch · admonieren  geh., veraltet · ↗zurechtstutzen  ugs., fig. · ↗zusammenstauchen  ugs., fig.
  • (einen) Verweis erhalten · (etwas) über sich ergehen lassen müssen · (sich von jemandem) die Leviten lesen lassen · (sich) (einiges) Unangenehmes sagen lassen müssen · (sich) Kritik gefallen lassen müssen · (sich) einiges (Unangenehmes) anhören müssen · (sich) unfreundliche Worte anhören müssen · ausgescholten werden · gerügt werden · verwarnt werden · von jemandem die Leviten gelesen bekommen · zur Ordnung gerufen werden · zurechtgewiesen werden  ●  (einen) eingestielt bekommen  ugs., salopp · (von jemandem) etwas zu hören bekommen  ugs. · eins auf den Deckel kriegen  ugs. · zur Sau gemacht werden  derb
  • (sich) angiften · ↗(sich) ankeifen · (sich) bekeifen
  • Ironiker · ↗Sarkast · ↗Satiriker · ↗Spottdrossel · ↗Spottvogel · ↗Spötter · ↗Zyniker
  • abkanzeln · ↗ausschimpfen · ↗beleidigen · ↗entwerten · ↗entwürdigen · ↗herabsetzen · ↗herabwürdigen · ↗niedermachen  ●  ↗abqualifizieren  ugs. · absauen  derb · ↗anmachen  ugs. · ↗anmotzen  ugs. · anpampen  ugs. · ↗anpöbeln  ugs. · ↗diffamieren  geh. · ↗heruntermachen  ugs. · ↗herunterputzen  ugs. · ↗schimpfen  ugs. · zur Sau machen  derb, fig. · zur Schnecke machen  ugs., fig. · ↗zusammenstauchen  ugs.
Synonymgruppe
anbelfern · ↗anbellen · ↗anblaffen · ↗anblaffen · ↗anbrüllen · ↗andonnern · ↗anfahren · ↗ankläffen · ↗anraunzen · anschnauzen · ↗anschreien
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

EU-Gipfel Polizist Sekretärin mal schnauzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anschnauzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber alle behandeln mich gut und keiner schnauzt mich an.
Die Zeit, 31.01.2011, Nr. 05
Er ist heute super drauf - und morgen schnauzt er jeden an.
Die Welt, 10.05.2003
Ein Mann schnauzt seine Frau an, sie solle nicht so zurückhaltend sein; aber weil sie angeschnauzt wird, wird sie noch zurückhaltender.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 297
Er schnauzte ihn oft an, bestrafte ihn sogar mit Arrest.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8814
Er ist eifrig gewesen für seine Gefangenen, er hat sie wohl angeschnauzt und gescholten, aber er war immer da für sie.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 27
Zitationshilfe
„anschnauzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anschnauzen>, abgerufen am 15.12.2019.

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