anschreiben

GrammatikVerb · schrieb an, hat angeschrieben
Aussprache
Worttrennungan-schrei-ben (computergeneriert)
Wortzerlegungan-1schreiben
Wortbildung mit ›anschreiben‹ als Erstglied: ↗Anschreibebogen  ·  mit ›anschreiben‹ als Grundform: ↗Anschrift
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. an eine senkrechte Fläche schreiben
Beispiele:
ein Wort (an die Wandtafel) anschreiben
nirgends stand die Auflösung des Rätsels angeschrieben [RaabeI 6,483]
2.
umgangssprachlich
Beispiele:
etw. (beim Kaufmann) anschreiben lassen (= auf das Schuldkonto setzen lassen)
Anschreiben bitte – hat die Mutter gesagt [BöllWort115]
3.
umgangssprachlich bei jmdm. gut, schlecht angeschrieben seinsehr, wenig geschätzt werden
Beispiel:
er war bei dem alten Herrn gut angeschrieben
4.
papierdeutsch sich schriftlich an jmdn. wenden
Beispiel:
den Antragsteller, eine Behörde anschreiben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreiben · Schreiben · Schrieb · Schreiber · abschreiben · Abschrift · anschreiben · Anschreiben · Anschrift · ausschreiben · beschreiben · Beschreibung · einschreiben · Einschreiben · verschreiben · vorschreiben · Vorschrift · zuschreiben · Zuschrift
schreiben Vb. ‘Buchstaben, Worte, Zahlen, Zeichen, Noten hervorbringen’, ahd. scrīban (8. Jh.), mhd. schrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, beschreiben, anordnen, verordnen, nennen, schildern, malen’, asächs. skrīƀan, mnd. schrīven, mnl. scrīven, nl. schrijven, aengl. scrīfan ‘anordnen, bestimmen, Beichte hören, Strafe auferlegen’, engl. to shrive ‘beichten, die Beichte abnehmen’, aschwed. skrīva ‘schreiben’, schwed. skriva sind Entlehnungen aus lat. scrībere ‘mit einem spitzen Griffel eingraben, einzeichnen, schreiben, (schriftlich) auftragen, anordnen, befehlen, ernennen, festsetzen, (Soldaten) anwerben, ausheben’, die im Germ. starke (nur aschwed. mitunter auch schwache) Flexion annehmen. Der Übergang ins Germ. macht zwei Entlehnungsvorgänge wahrscheinlich, und zwar einen früheren im Sinne von ‘anordnen, bestimmen’ (s. oben aengl. scrīfan und vgl. asächs. biskrīƀan ‘sich kümmern, sich zurückhalten’) und einen späteren im Sinne von ‘(lateinische Schriftzeichen) schreiben’. Die engl. Sonderentwicklung (s. oben) führt dazu, daß für ‘schreiben’ engl. to write eingetreten ist, die alte germ. Bezeichnung für das Einritzen der Runen (s. ↗reißen). Schreiben n. ‘Schriftstück, Brief’ (16. Jh.), substantivierter Infinitiv; dafür umgangssprachlich oft die nach Art der Verbalabstrakta ablautende Bildung Schrieb m. (um 1900). Schreiber m. ‘wer schreibt’, ehemals Berufsbezeichnung, ahd. skrībāri (8. Jh.), mhd. schrībære, auch ‘Kanzler, Notar, Schriftgelehrter, Dichter, Tafelaufseher’. abschreiben Vb. ‘kopieren, aus einem Schriftstück streichen’ (seit mhd. Zeit), ‘eine Summe abbuchen, streichen, schriftlich absagen’ (15. Jh.), ‘ein Schreibgerät abnutzen’ (17. Jh.), mhd. abeschrīben. Abschrift f. ‘Kopie’, mhd. abeschrift. anschreiben Vb. ‘sichtbar aufschreiben’, mhd. aneschrīben; dann auch ‘(eine Geldsumme) zu späterer Bezahlung notieren, Waren auf Kredit geben’ (15. Jh.), daher gut oder schlecht angeschrieben sein ‘einen guten oder schlechten Ruf haben’ (17. Jh.); heute auch ‘an jmdn. schreiben’ (20. Jh.), möglicherweise Neubildung zu Anschreiben n. ‘Brief’ (16. Jh.). Anschrift f. ‘Briefaufschrift’ (17. Jh., Zesen). ausschreiben Vb. ‘herausschreiben, (eine vakante Stelle u. dgl.) bekanntgeben, nicht abkürzen’, mhd. ūʒschrīben ‘herausschreiben, bekanntmachen’. beschreiben Vb. ‘mit Worten schildern, darstellen, mit Schriftzeichen bedecken’, mhd. beschrīben ‘schreiben, aufzeichnen, schildern, schriftlich auffordern zu kommen’; Beschreibung f. ‘Schilderung’, mhd. beschrībunge. einschreiben Vb. ‘schriftlich eintragen’ (15. Jh.); Einschreiben n. seit 1875 für Rekommandation ‘eine durch Aushändigung einer Empfangsbestätigung besonders registrierte Postsendung’, eigentlich ‘eine (zur sorgfältigen Beförderung) empfohlene Postsendung’. verschreiben Vb. ‘verordnen, beim Schreiben versehentlich Fehler machen’ (17. Jh.), sich jmdm., einer Sache verschreiben ‘verpflichten, übergeben’ (18. Jh.), mhd. verschrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, schriftlich festsetzen, beschreiben, schriftlich mitteilen, zuerkennen’. vorschreiben Vb. ‘als Muster schreiben, Anweisung erteilen’ (16. Jh.), älter ‘vor etw. schreiben’, ahd. furiscrīban ‘an den Anfang schreiben’ (11. Jh.), mhd. vorschrīben. Vorschrift f. ‘Muster zum Nachschreiben’ (17. Jh.), ‘Anweisung für Verhalten und Tun’ (18. Jh.); vgl. ahd. forascrift ‘Vorangeschriebenes, Überschrift, Titel’ (um 1000). zuschreiben Vb. ‘jmdn. für den Urheber von etw. halten, erklären, etw. auf jmdn. zurückführen, ihn mit etw. in Verbindung bringen’ (16. Jh.), ahd. zuoscrīban ‘schriftlich hinzu-, anfügen’ (10. Jh.), spätmhd. zuoschrīben ‘schriftlich zusichern, melden’. Zuschrift f. ‘Hinzugeschriebenes’ (16. Jh.), ‘eine Art Vorwort an den Leser eines Buches’ (17. Jh.), ‘Brief’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anschreiben  ●  auf Pump verkaufen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) einen Brief schicken · anschreiben · auf dem Postwege kontaktieren · brieflich kontaktieren
Oberbegriffe
  • (das) Wort richten (an) · (jemanden) ansprechen (in einer Sache) · (sich) in Verbindung setzen mit · (sich) richten (an) · (sich) wenden (an) · Kontakt aufnehmen (mit) · ↗herantreten (an) · in Kontakt treten (mit) · ↗kontakten · vorstellig werden (bei)  ●  ↗kontaktieren  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitsamt Besitzer Betroffene Bitte Briefkopf E-Mail Fahrzeughalter Fanclub Feinunze Fixing Frankfurter Gewerbetreibende Greenback Halter Handelskammer Handwerkskammer Interessente Kreide Kunde Lieferant Mail Mittelkurs Postkarte Rentenversicherer Rentner Schulleiter Vergessen bitten gezielt schreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anschreiben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hätten eben so gut für Gore angeschrieben werden können.
Die Welt, 28.11.2000
Wir haben 3000 Personen angeschrieben, die letzten Briefe sind erst vor ein paar Tagen verschickt worden.
Süddeutsche Zeitung, 03.03.1994
Wir schreiben sie an, und sie melden sich bei uns.
Der Spiegel, 07.09.1992
Heute ist es eine selbstverständliche Höflichkeitsgeste, jeden, der keinen anderen Titel hat, so anzuschreiben.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 453
Sie hätten natürlich Angst, daß auch wir anschreiben ließen, um dann zu verschwinden.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 1058
Zitationshilfe
„anschreiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anschreiben>, abgerufen am 24.05.2019.

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