ansehnlich
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungan-sehn-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›ansehnlich‹ als Letztglied: hochansehnlich · unansehnlich
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
beachtlich, beträchtlich
Beispiele:
eine ansehnliche Summe, Menge, Sammlung
ein ansehnliches Vermögen, Geschenk
stattlich, gut aussehend
Beispiele:
ein ansehnlicher Mann, ein ansehnliches Paar
ein ansehnliches Gebäude
Arnold ... schritt ansehnlich an des Vaters Seite [G. KellerSalander5,72]
2.
veraltet geachtet, angesehen
Beispiele:
ein ansehnlicher Bürger
aus ansehnlichem Hause
der achtungsvolle Gegengruß zeigte, daß er den Leuten für einen ansehnlichen Mann galt [FreytagAhnen8,223]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sehen · Seher · sehenswürdig · Sehenswürdigkeit · Sehkraft · absehen · absehbar · ansehen · Ansehen · Ansicht · Ansichtskarte · angesehen · ansehnlich · aufsehen · Aufsehen · Aufseher · Aufsicht · beaufsichtigen · aussehen · Aussehen · Aussicht · nachsehen · Nachsicht · vorsehen · Vorsehung · Vorsicht · vorsichtig · versehen · Versehen · Zuversicht
sehen Vb. ‘mit dem Gesichtssinn wahrnehmen’. Mit ahd. sehan (8. Jh.), mhd. sehen, asächs. sehan, mnd. sēn, mnl. sien, nl. zien, afries. sia, aengl. sēon, engl. to see, anord. sjā, schwed. se, got. saíƕan (germ. *sehwan) sind verwandt ahd. gisiuni ‘Anblick, Erscheinung, Aussehen’ (8. Jh.), asächs. siun ‘Auge’, aengl. sīen ‘Aussehen’, anord. sjōn ‘Blick, Auge’, got. siuns ‘Gesicht, Gestalt’; s. auch die Verbalabstrakta ↗Sicht und ↗Gesicht. Außergerm. sind vergleichbar air. rosc (aus *prosk‐ͧo-) ‘Auge, Blick’, alban. sheh ‘sieht’, hethit. šakuwa (Plur.) ‘Augen’ sowie auch griech. hépesthai (ἕπεσθαι) ‘folgen, begleiten’, aind. sácatē ‘begleitet, steht zur Seite, geht nach, folgt’, lat. sequī ‘(nach)folgen, begleiten, verfolgen, gehorchen’, air. sechithir ‘folgt’. Man nimmt daher eine Bedeutungsentfaltung ‘folgen, mit den Augen folgen, sehen’ an, hervorgegangen aus der Wurzel ie. *seku̯- ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd), die sich in einem zweiten Bedeutungsstrang zu ‘zeigen, ankündigen’ (s. ↗sagen) entwickelt hat. Seher m. ‘Prophet’ (16. Jh.); vgl. mhd. sternseher. sehenswürdig Adj. ‘berühmt, außergewöhnlich und daher des Ansehens wert’ (18. Jh.); Sehenswürdigkeit f. (Anfang 19. Jh.). Sehkraft f. ‘Sehvermögen des Auges’ (Anfang 18. Jh.), älter Sehenskraft (Ende 17. Jh.). absehen Vb. ‘durch Beobachtung erlernen, woraus erkennen, merken, überblicken’ (16. Jh.), ‘auf etw. abzielen’ (17. Jh., dazu s. ↗Absicht), ‘verzichten’ (18. Jh.), mhd. abesehen ‘hinabsehen’; absehbar Adj. ‘überschaubar, erkennbar’ (18. Jh.), in absehbarer Zeit ‘bald’ (Ende 19. Jh.). ansehen Vb. ‘seinen Blick auf etw. richten, betrachten’, ahd. anasehan (8. Jh.), mhd. anesehen; Ansehen n. ‘Erscheinung’, auch (seit 16. Jh.) ‘Achtung, Wertschätzung’, mhd. anesehen ‘Anblick, Angesicht’; Ansicht f. ‘Seite, von der etw. betrachtet wird, Anblick, Bild’, auch (seit 19. Jh.) ‘Meinung’, ahd. anasiht (9. Jh.), mhd. anesiht ‘Anblick’; Ansichtskarte f. ‘Postkarte mit Landschaftsbild’ (Ende 19. Jh.); angesehen Part.adj. ‘geachtet’ (Anfang 18. Jh.); frühnhd. angesehen, (daß) … ‘in Anbetracht’. ansehnlich Adj. ‘angesehen, stattlich, wohlgefällig anzusehen’ (Ende 15. Jh.). aufsehen Vb. ‘emporschauen’, ahd. ūfsehan (um 900), mhd. ūfsehen; Aufsehen n. ‘(öffentliche) Beachtung’, spätmhd. ūfsehen; Aufseher m. ‘Aufsichtführender, Wächter’, spätmhd. ūfseher; Aufsicht f. ‘das Aufpassen, Kontrolle’ (16. Jh.); beaufsichtigen Vb. ‘(über etw.) die Aufsicht haben, kontrollieren’ (Anfang 19. Jh.). aussehen Vb. ‘einen bestimmten Anblick bieten’ (16. Jh.), vgl. mhd. ūʒsehen ‘hinaussehen’; Aussehen n. ‘äußere Erscheinung’ (17. Jh.), ‘Aussicht, Ausblick’ (16. Jh.); Aussicht f. ‘Blick in die Ferne’ (17. Jh.), ‘Zukunftsmöglichkeit, Erwartung’ (18. Jh.). nachsehen Vb. ‘hinterherschauen’, mhd. nāchsehen, auch ‘nachforschen’ (17. Jh.), ‘duldend geschehen lassen, verzeihen’ (16. Jh.); Nachsicht f. ‘verzeihende Haltung’ (18. Jh.), ‘Beaufsichtigung’ (17. Jh.). vorsehen Vb. ‘sich in acht nehmen, planen, in Aussicht nehmen’, ahd. furisehan ‘vorhersehen’ (8. Jh.), forasehan ‘vorhersehen, bedenken’ (9. Jh.), mhd. vür-, vorsehen ‘vorwärts sehen, sich in acht nehmen, wofür Sorge tragen’; Vorsehung f. ‘Schicksal’, mhd. vürsehunge ‘Obsorge, Schutz, Schicksal’; Vorsicht f. ‘Achtsamkeit, Behutsamkeit’, ahd. forasiht ‘Voraussicht, Vorsehung’ (um 1000, für lat. prōvidentia), spätmhd. vorsiht; vorsichtig Adj. ‘achtsam, behutsam’, ahd. forasihtīg ‘vorherschauend, voraussehend’ (um 1000), mhd. vür-, vorsihtic ‘voraussehend, einsichtig, verständig’. versehen Vb. ‘sich um etw. kümmern, ausstatten, ausrüsten, sich irren’, ahd. firsehan ‘verachten, verschmähen’ (8. Jh.), sih firsehan ‘bedacht sein’ (9. Jh.), mhd. versehen ‘vorhersehen, vorherbestimmen, besorgen, ausstatten, versorgen, übersehen, verachten, hoffen auf’; Versehen n. ‘Irrtum, unbeabsichtigter Fehler’ (17. Jh.), häufig aus Versehen ‘ohne Absicht’ (Anfang 19. Jh.). Zuversicht f. ‘Vertrauen in die Zukunft’, ahd. zuofirsiht ‘ehrfurchtsvolles Aufschauen, Hoffen’ (um 1000), mhd. zuoversiht.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
(bewundernde) Blicke auf sich ziehen · (ein) herrlicher Anblick · (eine) wahre Pracht · (eine) Wohltat fürs Auge · allerliebst · attraktiv · ein erfreulicher Anblick · eine Augenweide · entzückend · fesch · gut aussehend · herrlich · Hingucker · hinreißend · hold  geh. · hübsch · hübsch anzusehen · lieblich · liebreizend · reizend · schmuck · schön · schön anzusehen · wie gemalt
Assoziationen
Antonyme
  • kein schöner Anblick
Synonymgruppe
(ein) hübsch(es Sümmchen)  ugs. · (ganz) anständig · (ganz) schön · achtbar · anerkennenswert · beachtenswert · beachtlich · beträchtlich · erfreulich · erklecklich · kann sich sehen lassen · nennenswert · nicht unerheblich · nicht wenig · nicht wenige · ordentlich · recht groß · respektabel · signifikant · stattlich · ziemlich  ugs. · ziemlich groß
Assoziationen
Synonymgruppe
ansehnlich (Rente, Pension, Tantiemen, Diäten) · dick  ugs. · fett  ugs. · großzügig · reichlich bemessen · üppig
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber es sei auch so eine recht ansehnliche Nummer geworden.
Der Tagesspiegel, 27.09.1999
Wer seinen Rat befolgt, kommt schon auf ein ansehnliches Ergebnis.
Die Zeit, 01.04.1966, Nr. 14
Da er sparsam war, hatte er durch seine verschiedenen Tätigkeiten ein ansehnliches Vermögen zusammengebracht.
Koole, Arend: Locatelli. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 37598
Hier müssen auf jeden Fall recht ansehnliche stille Reserven auch in dynamischem Sinne stecken.
Rieger, Wilhelm: Einführung in die Privatwirtschaftslehre, Erlangen: Palm & Enke 1964 [1928], S. 304
Später wurde Nina ansehnlicher, doch nie hübsch und nie liebenswürdig.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 5
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrag Buchgewinn Dividendenrendite Fußball Geldgeschenk Gewinne Honorar Kombinationen Kombinationsfußball Kombinationsspiel Kursgewinne Kurssteigerungen Millionenbetrag Mitgift Offensivfußball Polster Profit Renditen Spielzug Summe Terraingewinne Vermögen Wachstumsraten Waffenarsenal Zuwachsraten Zwischenerholung durchaus einigermaßen halbwegs wenig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ansehnlich‹.