anstatt

GrammatikKonjunktion
Worttrennungan-statt
eWDG, 1967

Bedeutung

statt
Beispiele:
anstatt zu schlafen, hören sie Radio
anstatt dass er sich weiterbildet, verbummelt er seine Zeit
wie wenn jemand dem Geldbriefträger danken wollte anstatt dem Absender [WerfelBernadette471]
wurde er ... anstatt nach Theklas Lehrzimmer, nach dem Salon geleitet [Ebner-Eschenb.3,302]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Statt · Stätte · anstatt · statt · abstatten · erstatten · stattfinden · stattgeben · Statthalter · zustattenkommen · zustatten
Statt f. ‘Ort, Platz, Stelle’. Die mit dem Suffix ie. -ti- gebildeten i-Stämme ahd. stat f. (8. Jh., in den flektierten Kasus steti), mhd. stat f., asächs. stedi m. f., mnd. stat f., mnl. stat, stēde f., nl. stad f., aengl. stede m. ‘das Stehen(bleiben), Stätte’, engl. stead ‘Stelle, Platz’, anord. staðr m. ‘Stehen, Stätte, Ort’, schwed. stad, got. staþs m. ‘Stätte, Stelle, Gegend’ stellen sich mit aind. sthíti- ‘Standort, Rang’, griech. stásis (στάσις) ‘das Stehen, Stillstehen, Stand(ort), Stellung’, auch ‘das Stellen, Abwägen’, lat. statio ‘das Stehen, Standort, Aufenthalt’, statim ‘feststehend auf der Stelle, stehenden Fußes, sofort’, lit. statùs ‘gerade, direkt, schroff, unhöflich, steil, abschüssig’ zu der unter ↗stehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’. Daneben begegnen (mit Suffix ie. -tā) ahd. stata ‘rechter, bequemer Ort, günstiger Zeitpunkt, Gelegenheit’ (9. Jh.), mhd. state, mnd. stāde, mnl. stade, anord. staða ‘Stelle, Standort, Richtung’; die dt. Formen fallen bereits im Spätmhd. durch Aufgabe des auslautenden -e mit oben genanntem mhd. stat zusammen. Das Substantiv nhd. Statt wird nach seiner Aufspaltung in ↗Stadt (s. d.) und Stätte (s. unten) selten, begegnet aber noch als zweites Kompositionsglied, vgl. Heim-, Lager-, Ruhe-, Werkstatt, außerdem in festen Fügungen an meiner Statt (Dativ Sing.) ‘an meiner Stelle’, vgl. mhd. an sīne stat ‘an seiner Stelle’, an Eides Statt (18. Jh.) aus an eines aids stat (15. Jh.), an Kindes Statt (18. Jh.), vgl. jmdn. an Kindsstatt annehmen (um 1700). Stätte f. ‘Stelle, Ort’ (16. Jh.), frühnhd. stete ‘Schießplatz’ (15. Jh.), vgl. mnd. schērstēde ‘Haus, in dem Schafe geschoren werden’, aus den flektierten Kasus (Genitiv bzw. Dativ) von mhd. stat (s. oben) hervorgegangen, wohl unter Einfluß von mnd. stēde, stedde ‘Stätte, Stelle, Ort. Gegend, Gebiet’. Stätte ersetzt in allgemeiner Verwendung zurücktretendes Statt, wird dann aber selbst vielfach von Stelle abgelöst (vgl. Brandstatt, -stätte, -stelle). Es bildet in frühnhd. Zeit einen neuen schwachen Plural Stätten. anstatt Präp. mit Genitiv ‘an Stelle von’, entwickelt aus Konstruktionen mit nachgestelltem Genitiv (15. Jh.; vgl. ziecht frische Hembder an, das ist anstatt viel Badens, 16. Jh.). Aus Verwendungen von anstatt ohne abhängigen Kasus entsteht im 17. Jh. konjunktionaler Gebrauch (vgl. anstatt erfreuliche Antwort zu erlangen). statt Präp. Konj. (17. Jh.), aus anstatt gekürzt. Dazu statt daß, statt zu (18. Jh.). abstatten Vb. ‘ableisten, ablegen’ (17. Jh.), ‘abfinden, entrichten, bezahlen’ (16. Jh.), zu mhd. staten ‘an seine Stelle bringen, zu etw. verhelfen’ (vgl. auch ↗bestatten). erstatten Vb. ‘zurückgeben, bezahlen, ersetzen, Bericht geben’, mhd. erstaten ‘ersetzen’, eigentlich ‘wieder an seine Stelle bringen’. Semantischer Einfluß von ahd. stata, mhd. state, stat f. ‘bequemer Ort oder Zeitpunkt, gute Gelegenheit’ (s. oben sowie ↗gestatten) scheint vorzuliegen bei stattfinden Vb. ‘geschehen, erfolgen, sich abspielen’, eigentlich ‘einen guten Platz, eine gute Gelegenheit finden’, vgl. ein gut wort find eine gute stadt (Luther), ahd. stat findan (9. Jh.), mhd. stat vinden; Zusammenschreibung erst im 19. Jh.; stattgeben Vb. ‘gewähren, bewilligen’, eigentlich ‘Platz oder Gelegenheit geben’, mhd. stat geben, ebenfalls seit dem 19. Jh. zusammengeschrieben. Statthalter m. ‘Stellvertreter’ (15. Jh.), in der Kanzleisprache entstanden als Übersetzung von lat. locum tenēns, eigentlich ‘den Platz Haltender’ (s. ↗Leutnant). zustattenkommen Vb. ‘zu gelegener, zu rechter Zeit kommen, nützen’, Zusammenrückung aus zustatten Adv. ‘zu rechter Gelegenheit, zu Hilfe’, mhd. ze staten, dem Dativ Plur. von mhd. state, ahd. stata ‘rechter, bequemer Ort, Gelegenheit’ (s. oben; im Sing. ahd. zi statu, mhd. ze state) und ↗kommen (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
an Stelle (von) · anstatt · ↗anstelle (von) · ↗für · ↗sondern · statt · ↗statt dessen · ↗stattdessen · ↗zugunsten
Zitationshilfe
„anstatt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anstatt#1>, abgerufen am 17.09.2019.

Weitere Informationen …

anstatt

GrammatikPräposition (mit Gen.)
Worttrennungan-statt
eWDG, 1967

Bedeutung

anstelle
Synonym zu statt
Beispiele:
anstatt des Ministers sprach sein Vertreter
anstatt eines persönlichen Besuches schickte er einen Brief
anstatt dessen [des Brotes] bitte ich Euch, mir einen Arzt zu schicken [Ric. HuchConfalonieri177]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Statt · Stätte · anstatt · statt · abstatten · erstatten · stattfinden · stattgeben · Statthalter · zustattenkommen · zustatten
Statt f. ‘Ort, Platz, Stelle’. Die mit dem Suffix ie. -ti- gebildeten i-Stämme ahd. stat f. (8. Jh., in den flektierten Kasus steti), mhd. stat f., asächs. stedi m. f., mnd. stat f., mnl. stat, stēde f., nl. stad f., aengl. stede m. ‘das Stehen(bleiben), Stätte’, engl. stead ‘Stelle, Platz’, anord. staðr m. ‘Stehen, Stätte, Ort’, schwed. stad, got. staþs m. ‘Stätte, Stelle, Gegend’ stellen sich mit aind. sthíti- ‘Standort, Rang’, griech. stásis (στάσις) ‘das Stehen, Stillstehen, Stand(ort), Stellung’, auch ‘das Stellen, Abwägen’, lat. statio ‘das Stehen, Standort, Aufenthalt’, statim ‘feststehend auf der Stelle, stehenden Fußes, sofort’, lit. statùs ‘gerade, direkt, schroff, unhöflich, steil, abschüssig’ zu der unter ↗stehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’. Daneben begegnen (mit Suffix ie. -tā) ahd. stata ‘rechter, bequemer Ort, günstiger Zeitpunkt, Gelegenheit’ (9. Jh.), mhd. state, mnd. stāde, mnl. stade, anord. staða ‘Stelle, Standort, Richtung’; die dt. Formen fallen bereits im Spätmhd. durch Aufgabe des auslautenden -e mit oben genanntem mhd. stat zusammen. Das Substantiv nhd. Statt wird nach seiner Aufspaltung in ↗Stadt (s. d.) und Stätte (s. unten) selten, begegnet aber noch als zweites Kompositionsglied, vgl. Heim-, Lager-, Ruhe-, Werkstatt, außerdem in festen Fügungen an meiner Statt (Dativ Sing.) ‘an meiner Stelle’, vgl. mhd. an sīne stat ‘an seiner Stelle’, an Eides Statt (18. Jh.) aus an eines aids stat (15. Jh.), an Kindes Statt (18. Jh.), vgl. jmdn. an Kindsstatt annehmen (um 1700). Stätte f. ‘Stelle, Ort’ (16. Jh.), frühnhd. stete ‘Schießplatz’ (15. Jh.), vgl. mnd. schērstēde ‘Haus, in dem Schafe geschoren werden’, aus den flektierten Kasus (Genitiv bzw. Dativ) von mhd. stat (s. oben) hervorgegangen, wohl unter Einfluß von mnd. stēde, stedde ‘Stätte, Stelle, Ort. Gegend, Gebiet’. Stätte ersetzt in allgemeiner Verwendung zurücktretendes Statt, wird dann aber selbst vielfach von Stelle abgelöst (vgl. Brandstatt, -stätte, -stelle). Es bildet in frühnhd. Zeit einen neuen schwachen Plural Stätten. anstatt Präp. mit Genitiv ‘an Stelle von’, entwickelt aus Konstruktionen mit nachgestelltem Genitiv (15. Jh.; vgl. ziecht frische Hembder an, das ist anstatt viel Badens, 16. Jh.). Aus Verwendungen von anstatt ohne abhängigen Kasus entsteht im 17. Jh. konjunktionaler Gebrauch (vgl. anstatt erfreuliche Antwort zu erlangen). statt Präp. Konj. (17. Jh.), aus anstatt gekürzt. Dazu statt daß, statt zu (18. Jh.). abstatten Vb. ‘ableisten, ablegen’ (17. Jh.), ‘abfinden, entrichten, bezahlen’ (16. Jh.), zu mhd. staten ‘an seine Stelle bringen, zu etw. verhelfen’ (vgl. auch ↗bestatten). erstatten Vb. ‘zurückgeben, bezahlen, ersetzen, Bericht geben’, mhd. erstaten ‘ersetzen’, eigentlich ‘wieder an seine Stelle bringen’. Semantischer Einfluß von ahd. stata, mhd. state, stat f. ‘bequemer Ort oder Zeitpunkt, gute Gelegenheit’ (s. oben sowie ↗gestatten) scheint vorzuliegen bei stattfinden Vb. ‘geschehen, erfolgen, sich abspielen’, eigentlich ‘einen guten Platz, eine gute Gelegenheit finden’, vgl. ein gut wort find eine gute stadt (Luther), ahd. stat findan (9. Jh.), mhd. stat vinden; Zusammenschreibung erst im 19. Jh.; stattgeben Vb. ‘gewähren, bewilligen’, eigentlich ‘Platz oder Gelegenheit geben’, mhd. stat geben, ebenfalls seit dem 19. Jh. zusammengeschrieben. Statthalter m. ‘Stellvertreter’ (15. Jh.), in der Kanzleisprache entstanden als Übersetzung von lat. locum tenēns, eigentlich ‘den Platz Haltender’ (s. ↗Leutnant). zustattenkommen Vb. ‘zu gelegener, zu rechter Zeit kommen, nützen’, Zusammenrückung aus zustatten Adv. ‘zu rechter Gelegenheit, zu Hilfe’, mhd. ze staten, dem Dativ Plur. von mhd. state, ahd. stata ‘rechter, bequemer Ort, Gelegenheit’ (s. oben; im Sing. ahd. zi statu, mhd. ze state) und ↗kommen (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
an Stelle (von) · anstatt · ↗anstelle (von) · ↗für · ↗sondern · statt · ↗statt dessen · ↗stattdessen · ↗zugunsten
Zitationshilfe
„anstatt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anstatt#2>, abgerufen am 17.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
anstarren
anstapfen
anstänkern
Anstandswauwau
Anstandsunterricht
anstauben
anstauen
anstaunen
anstechen
Ansteckblume