anstellen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-stel-len (computergeneriert)
Wortzerlegungan-1stellen
Wortbildung mit ›anstellen‹ als Erstglied: ↗Anstellerei · ↗Anstellung · ↗anstellig
 ·  mit ›anstellen‹ als Grundform: ↗angestellt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Beispiel:
eine Leiter (an den Baum) anstellen (= anlehnen)
2.
sich anstellensich (zum Kauf) an das Ende einer Schlange stellen
Beispiele:
sich an der Theaterkasse, nach Kinokarten (in der Reihe) anstellen
Sie müssen sich hinten anstellen!
jeder ... stellte sich auf den Ämtern für ihn in den endlosen Schlangen an [SeghersMann13]
3.
Gegenwort zu abstellen
a)
etw. andrehen
Beispiel:
das Wasser, die (Zentral)heizung, das Gas anstellen
b)
etw. einschalten
Beispiele:
den Fernseher, den Computer, das Bügeleisen anstellen
das Licht anstellen (= den Hauptschalter einschalten)
die Nachrichten anstellen (= einstellen)
c)
Beispiele:
die Standuhr anstellen (= das Perpendikel anstoßen)
die Klingel anstellen
4.
jmdn. beschäftigen
siehe auch Angestellte
a)
jmdn. einstellen
Beispiele:
jmdn. fest, halbtags, aushilfsweise, vorübergehend, als Lagerist anstellen
angestellt sein
im festen Dienstverhältnis stehen
Beispiele:
im Staatsdienst, bei der Regierung, Stadt, Post, an der Schule angestellt sein
sie sind eigens dazu, dafür angestellt
b)
umgangssprachlich jmdn. zu einer bestimmten Arbeit heranziehen
Beispiele:
jmdn. anstellen, etwas zu tun
ich habe ihn gleich (zum Abtrocknen) angestellt
man kann ihn zu allen Arbeiten anstellen
er lässt sich gut anstellen
sie will immer nur andere anstellen
5.
eine bestimmte Tätigkeit ausüben
a)
eine ernsthafte Arbeit
Beispiele:
ein (scharfes) Verhör mit jmdm. anstellen (= jmdn. verhören)
umgangssprachlichder Arzt hat alles mögliche mit ihr angestellt (= versucht, unternommen)
Atemübungen anstellen (= machen)
Berechnungen, Untersuchungen, Versuche anstellen
Erkundigungen, Ermittlungen, genaue, polizeiliche Nachforschungen, Recherchen anstellen
Beobachtungen, (tiefsinnige, vergleichende) Betrachtungen (über etw.), Erwägungen, Überlegungen, Vermutungen anstellen
er musste immer wieder Vergleiche anstellen
b)
umgangssprachlich etw. Törichtes
Beispiele:
Dummheiten, Unfug, etw. Schlimmes, Entsetzliches anstellen
sie wussten nicht, was sie vor Übermut alles anstellen sollten
was hast du nun wieder angestellt?
gegen einen Offizier ... solche Zicken angestellt zu haben! [F. WolfGrenze5,330]
c)
umgangssprachlich etw. in einer bestimmten Art anfangen, bewerkstelligen
Beispiele:
etw. fein, klug, schlau, (un)geschickt, dumm, hinterlistig anstellen
er wusste nicht, wie er es anstellen sollte
6.
umgangssprachlich sich anstellensich aufführen, benehmen
Beispiele:
sich (bei einer Sache) geschickt, wie ein Baby, unvernünftig, kindisch anstellen
stell dich nicht so dumm an!
stell dich nicht so an! (= hab dich nicht, zier dich nicht so!)
er stellte sich an, als wüsste er von nichts
Otti stellte sich reineweg toll an wegen ihres Lieblings [FalladaJeder stirbt364]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen · Stelle · Stellmacher · Stellvertreter · Stellung · Stellage · abstellen · anstellen · Angestellter · Anstellung · ausstellen · Ausstellung · bestellen · entstellen · herstellen · wiederherstellen · Hersteller · Herstellung · nachstellen · verstellen · Verstellung · vorstellen · Vorstellung
stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch ↗Anstalt, ↗Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. ↗Stall). Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentlich ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch ↗Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, reflexiv ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. ↗Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch reflexiv ‘sich verstellen’, eigentlich ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.; eigentlich Schlingen, Fallen stellen). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (reflexiv) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, reflexiv ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).

Thesaurus

Synonymgruppe
aktivieren · ↗anknipsen · ↗anschalten · anstellen · ↗einschalten  ●  ↗anmachen  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
anrichten · anstellen  ●  ↗verbrechen  ironisch · ↗(sich etwas) leisten  ugs. · ↗ausfressen  ugs., Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
anheuern · anstellen · ↗anwerben · ↗berufen (auf einen Lehrstuhl) · ↗beschäftigen · einem Bewerber eine Chance geben · ↗einstellen · ↗engagieren · ↗rekrutieren · unter Vertrag nehmen · ↗verpflichten  ●  ↗dingen  veraltet · in Lohn und Brot nehmen  geh., veraltet
Unterbegriffe
Synonymgruppe
anstellen · ↗durchführen · ↗machen · ↗realisieren · ↗tun · ↗tätigen · ↗veranstalten · ↗verüben
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) anstellen · ↗(sich) haben · ↗(sich) zieren · zimperlich sein  ●  Geschichten machen  ugs. · rumzicken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(in einer Schlange) warten · (sich) anstellen · ↗(sich) einreihen · (sich) in die Schlange stellen · ↗anstehen  ●  Schlange stehen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(den) Startknopf drücken · ↗anlassen (Motor) · anstellen · ↗anwerfen · ↗einschalten · in Betrieb setzen · in Gang setzen · ↗starten  ●  ↗anmachen  ugs. · ↗anschmeißen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beobachtung Berechnung Betrachtung Brunnen Erhebung Ermittlung Erwägung Experiment Fernseher Heizung Mutmaßung Nachforschung Preisvergleich Radio Recherche Schlange Spekulation Untersuchung Vergleich Vermutung blöd darüber dumm dämlich geschickt hinten stellen ungeschickt was Überlegung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anstellen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einige sind beim Sponsor angestellt, was für diesen durchaus kostengünstig sein dürfte.
Süddeutsche Zeitung, 31.10.2003
Doch Bayer stellte sich auch in der Folge nicht sehr geschickt an.
Der Tagesspiegel, 28.11.2002
Ich stand abseits, ich hatte keine Lust, mich auch eine Stunde anzustellen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 11.06.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Es muß gar viele Proben anstellen, um sich nur die allernötigsten Kenntnisse anzueignen, und schließlich muß es doch alles selber finden.
Thoma, Hans: Im Winter des Lebens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 27575
Bei Herrn v. Schreiber hat er wohl keine Recherchen angestellt?
Friedländer, Hugo: Der Klub der Harmlosen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 22135
Zitationshilfe
„anstellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anstellen>, abgerufen am 13.12.2019.

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