anstreichen

Grammatik Verb · streicht an, strich an, hat/ist angestrichen
Aussprache 
Worttrennung an-strei-chen
Wortzerlegung an-1 streichen
Wortbildung  mit ›anstreichen‹ als Erstglied: Anstreicher  ·  mit ›anstreichen‹ als Grundform: Anstrich

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw. mit Farbe streichen, anmalen
  2. 2. etw. mit einem Strich kenntlich machen, sich etw. anmerken
    1. [übertragen] ⟨sich etw. im Kalender rot anstreichen⟩ sich etw. wegen seiner Seltenheit besonders merken
  3. 3. [umgangssprachlich] ⟨jmdm. etw. anstreichen⟩ jmdm. etw. heimzahlen, vergelten
  4. 4. [landschaftlich] ...
  5. 5. [Jägersprache] heranfliegen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. mit Farbe streichen, anmalen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
ein Haus, einen Zaun, ein Geländer (neu) anstreichen
das Fachwerk war rot angestrichen
etw. mit Firnis, Öl, Lack anstreichen
2.
etw. mit einem Strich kenntlich machen, sich etw. anmerken
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
eine Stelle (im Buch) leicht, dick, rot anstreichen
ich habe mir das Wort mit Bleistift angestrichen
einen Fehler am Rand anstreichen
übertragen sich [Dativ] etw. im Kalender rot anstreichensich etw. wegen seiner Seltenheit besonders merken
Beispiel:
diesen Tag muss ich mir (im Kalender) rot anstreichen
3.
umgangssprachlich jmdm. etw. anstreichenjmdm. etw. heimzahlen, vergelten
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
das werde, will ich dir (schon) anstreichen
diese Frechheit muss man ihm (ganz gehörig, ordentlich) anstreichen
4.
landschaftlich
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
ein Zündholz anstreichen (= anzünden)
5.
Jägersprache heranfliegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
in gegensätzlicher Bedeutung zu abstreichen
Beispiel:
der Auerhahn, Specht streicht an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streichen · Streicher · Streichholz · abstreichen · Abstrich · anstreichen · Anstreicher · Anstrich · verstreichen
streichen Vb. ‘sich fortbewegen, gehen, (mit der Hand) etw. streifend berühren, über etw. hinstreifen, (be)schmieren, durch streichende Bewegung entfernen, einen Strich ziehen’, ahd. strīhhan (8. Jh.), mhd. strīchen ‘Striche machen, streichend bewegen, glätten, bestreichen, schärfen, streichend berühren, schlagen, sich rasch bewegen, herumstreifen’, mnd. mnl. strīken, nl. strijken, afries. strīka, aengl. strīcan, engl. to strike (germ. *strīkan), daneben anord. strӯkja, strӯkva (germ. *streukan) sowie (ablautend) schwach flektierendes ahd. streihhōn ‘streicheln’ (um 1000), mhd. streichen (s. streicheln) führen mit dem zugehörigen, unter Strich (s. d.) behandelten Abstraktum und lat. (mit n-Infix) stringere ‘schnüren, zusammenbinden, (ab)streifen’, striga ‘Strich, Schwaden, Zeltreihe, Längsfurche’, strigilis ‘Schabeisen’, aslaw. strišti, russ. strič’ (стричь) ‘scheren’ auf ie. *streig-, eine durch Guttural erweiterte Form der Wurzel ie. *ster- ‘Streifen, Strich, Strähne, Strahl’, in Erweiterungen auch ‘über etw. hinwegstreifen, -streichen’, wohl eine semantische Variante der unter streuen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *ster(ə)- ‘ausbreiten, (aus)streuen’. Streicher m. ‘Landstreicher, Vagabund’ (16. Jh.; s. Landstreicher), ‘Maler’ (17. Jh.; s. unten Anstreicher), ‘Spieler eines Streichinstruments’ (1. Hälfte 20. Jh.), mhd. strīcher als Bezeichnung für unterschiedliche Handwerker. Streichholz n. ‘Zündholz’ (19. Jh.), älter Bezeichnung für unterschiedliche Geräte, z. B. zum Abstreichen gefüllter Gefäße (15. Jh.). abstreichen Vb. ‘durch streichende Bewegung entfernen, sich entfernen, herumstreifen, beschmieren, streichend berühren, durch einen Strich tilgen’, mhd. abestrīchen ‘beseitigen, abwischen, forteilen’; Abstrich m. ‘Abzug’ (17. Jh.), ‘abwärtsgehender Schriftstrich’ (19. Jh.), in der Medizin ‘Entnahme von Haut, Schleimhaut’ zu Untersuchungen (19. Jh.), mhd. abestrich ‘Tilgung’. anstreichen Vb. ‘mit Farbe bedecken, mit einem Strich versehen, bezeichnen’, mhd. anestrīchen ‘bedecken, beschmieren (mit Salbe), sich putzen’; Anstreicher m. ‘Maler, Tüncher’ (18. Jh.), bei Kepler für Tangente im Sinne von ‘Berührer, berührende Linie’ (17. Jh.); Anstrich m. ‘aufgemalte Farbe, Tünche, Salbe’ (16. Jh.), mhd. anstrich ‘auf den Geigenbogen gestrichenes Harz, Kolophonium’. verstreichen Vb. ‘verschmieren, breitstreichen, durch Streichen aufbrauchen, vergehen (von der Zeit)’, ahd. firstrīhhan ‘tilgen’ (8. Jh.), mhd. verstrīchen ‘ver-, überstreichen, verschmieren, ausstreichen, sich bewegen, sich schnell oder heimlich davonmachen, vergehen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
anpinseln · anstreichen · bemalen · streichen  ●  bepinseln  ugs.
Synonymgruppe
anstreichen · beschichten · überstreichen · überziehen
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›anstreichen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anstreichen‹.

Verwendungsbeispiele für ›anstreichen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hunderte von Männern strömen vor dem frisch gelb angestrichenen Gebäude zusammen. [Die Zeit, 12.03.2003, Nr. 11]
In seinem großen Büro mit giftgrün angestrichenen Wänden debattiert er gerade mit einem Gast. [Die Zeit, 23.12.1988, Nr. 52]
Extra für diesen Abend hat sie sie wohl blutrot angestrichen. [Lebert, Benjamin: Crazy, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999 [1999], S. 62]
Nachdem die Schule nun ein Jahr in Betrieb ist, möchten die Lehrer die Decken farbig anstreichen. [Die Zeit, 25.06.2003, Nr. 26]
Wenn der Jude in eine nationale Umgebung kommt, dann streicht er sich schwarz‑weiß‑rot an. [Süddeutsche Zeitung, 23.07.2003]
Zitationshilfe
„anstreichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anstreichen>.

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