antagonistisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungan-ta-go-nis-tisch · ant-ago-nis-tisch
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›antagonistisch‹ als Letztglied: ↗nichtantagonistisch
eWDG, 1967

Bedeutung

(unversöhnlich) widerstreitend
Beispiele:
etw. enthält ein antagonistisches Element
Philosophie ein (nicht) antagonistischer Widerspruch
Philosophie die antagonistische Klassengesellschaft
Philosophie Die bürgerlichen Produktionsverhältnisse sind die letzte antagonistische Form des gesellschaftlichen Produktionsprozesses [MarxPolit. Ökonomie14]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Antagonismus · Antagonist · antagonistisch
Antagonismus m. ‘Gegensatz, Gegnerschaft’, wörtlich ‘Widerstreit’, denn das zugrundeliegende Verb griech. antagōnízesthai (ἀνταγωνίζεσθαι) bedeutet ‘gegeneinander kämpfen, miteinander rivalisieren’. Es ist eine Präfixbildung (s. ↗anti-) zu dem von griech. agṓn (ἀγών) ‘Kampf(platz), Wettkampf’ (wozu auch ↗Agonie, s. d.) abgeleiteten Verbum agōnízesthai (ἀγωνίζεσθαι) ‘um etw. kämpfen’. Als Verbalabstraktum auf -ism- (-ισμ-) kennt das Griech. zu diesem Verb nur das Neutrum antagṓnisma (ἀνταγώνισμα) ‘Widerstreit’, während das Simplex gleich anderen Verben auf -ízein (-ίζειν) auch das Maskulinum agōnismós (ἀγωνισμός) ‘das Kämpfen, Streben’ bildet. Das Deutsche nimmt in der 2. Hälfte des 18. Jhs. latinisiertes Antagonismus auf, bezieht es seit der Mitte des 19. Jhs. vornehmlich auf geschichtliche, gesellschaftliche Gegensätze und schafft dadurch die Voraussetzung für die terminologische Bedeutung, die das Wort in der marxistisch-leninistischen Philosophie angenommen hat: ‘dialektischer Widerspruch, der auf dem unversöhnlichen Interessengegensatz verschiedener gesellschaftlicher Klassen beruht’. Älter ist die Entlehnung des Nomen agentis Antagonist m. ‘Gegner, Widersacher, Rivale’ (2. Hälfte 16. Jh., häufiger erst seit dem 18. Jh.) aus gleichbed. griech. antagōnistḗs (ἀνταγωνιστής) bzw. dessen spätlat. Entsprechung antagōnista m., anfangs gelegentlich mit lat. (-ista) oder frz. Endung (-iste). Auch die bis heute in der Physiologie gültige Verwendung ‘Träger einer entgegengesetzten Wirkung, Funktion’ setzt (auf entgegengesetzt wirkende Muskeln bezogen) Anfang des 18. Jhs. ein. antagonistisch Adj. ‘widerstreitend, gegensätzlich, unversöhnlich’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
antagonistisch · ↗gegensätzlich · ↗gegnerisch · ↗oppositionell
Synonymgruppe
advers · ↗entgegengesetzt · ↗gegensätzlich · ↗gegenteilig · ↗konträr · ↗polar · sich widersprechend · ↗unvereinbar · ↗widersprüchlich · widerstreitend  ●  ↗adversativ  fachspr., lat., Sprachwissenschaft · antagonistisch  geh. · ↗antithetisch  geh. · ↗diametral  geh. · ↗diskrepant  geh. · ↗dualistisch  geh. · ↗oppositär  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Block Charakter Gegensatz Innervation Klasse Klassengegensatz Klassengesellschaft Kooperation Kraft Lager Muskel Paar Prinzip System Tendenz Verhältnis Verschaltung Widerspruch Wirkung gegenüberstehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›antagonistisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch dieser ist, soweit sich das bislang beurteilen läßt, nicht antagonistisch.
konkret, 1997
Dies gilt insbesondere gegenüber früheren Gegnern, die eine prinzipiell antagonistische Haltung einnehmen und die zugleich unter sehr hohen Opfern errungene machtpolitische Positionen halten wollen.
Die Zeit, 26.06.1970, Nr. 26
Jedes weiß über das andere mehr als jemals zuvor bei zwei antagonistischen Allianzen.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7
Damit wird sie positiv wie negativ zur antagonistischen Aussage über eine mögliche Befreiung.
Werckmeister, Otto Karl: Das gelbe Unterseeboot und der eindimensionale Mensch. In: ders., Ende der Ästhetik, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1971, S. 101
Diese Struktur macht die kapitalistische Produktion von Anfang an antagonistisch.
Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewußtsein, Neuwied u. a.: Leuchterhand 1970 [1923], S. 384
Zitationshilfe
„antagonistisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/antagonistisch>, abgerufen am 19.06.2019.

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