antreiben

Grammatik Verb · treibt an, trieb an, hat/ist angetrieben
Aussprache 
Worttrennung an-trei-ben
Wortzerlegung an-1 treiben
Wortbildung  mit ›antreiben‹ als Erstglied: Antreiber · Antreiberei  ·  mit ›antreiben‹ als Grundform: Antrieb
eWDG

Bedeutungen

1.
ein Tier vorwärtstreiben
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
der Kutscher treibt die Pferde (durch Zuruf, mit der Peitsche) an
der Bauer treibt den Ochsen an
die Hunde antreiben
2.
jmdn. zu etw. treiben
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
a)
jmdn. rücksichtslos zu größeren Leistungen drängen
Beispiel:
jmdn. zur Eile, Arbeit, zum Fleiß antreiben
b)
etw. treibt, veranlasst jmdn. zu etw.
Beispiele:
Angst, Freude, Stolz, ein unbestimmtes, sicheres Gefühl trieb ihn dazu an
von Durst und Hunger angetrieben
von Neugier, einem Gedanken angetrieben
Und doch trieb es sie an, sich vor ihn hinzustellen [ ViebigErde233]
3.
Technik etw. in Bewegung setzen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
die Maschine wird von einem Motor angetrieben
etw. elektrisch, durch Muskelkraft antreiben
4.
etw., jmdn. ans Ufer treiben
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
in gegensätzlicher Bedeutung zu abtreiben
Beispiele:
die Strömung treibt das Boot an
der Sturm hat Wrackteile ans Ufer angetrieben
Baumstämme, Eisschollen sind angetrieben (= angeschwemmt) worden
gestern wurde eine Leiche angetrieben
herantreiben
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
in gegensätzlicher Bedeutung zu abtreiben
Beispiele:
der Kahn treibt an
die grauen Wolken, die von der offenen See her antrieben [ A. ZweigBeil156]
5.
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
eine Pflanze antreiben (= sie durch künstliche Wärme vorzeitig zum Treiben bringen)
Hyazinthen, Alpenveilchen antreiben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

treiben · Treiben · Treiber · Treibeis · Treibjagd · abtreiben · abgetrieben · Abtreibung · antreiben · Antreiber · Antrieb · auftreiben · Auftrieb · vertreiben · Vertrieb
treiben Vb. ‘vorwärtsbewegen, fortjagen, sich mit etw. beschäftigen’, ahd. trīban (8. Jh.), mhd. trīben, asächs. drīƀan, mnd. mnl. drīven, nl. drijven, aengl. drīfan, engl. to drive, anord. drīfa, schwed. driva, got. dreiban (germ. *dreiban) sowie die unter Trieb und Trift (s. d.) behandelten Substantive lassen sich lediglich vergleichen mit lit. drìbti ‘in Flocken niederfallen, schlaff, schlapp werden’ (vgl. anord. drif, drīfa, drīft, dript ‘Schneegestöber’). Ob ein daraufhin angenommenes ie. *dhreibh- ‘treiben, stoßen’ an die unter Treber, Trester, trübe (s. d.) genannte Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch ‘matschiges Wetter’, angeschlossen werden kann, ist ungewiß. Treiben n. ‘geschäftiges Tun, Treibjagd’ (18. Jh.). Treiber m. ‘wer bei der Treibjagd den Schützen das Wild zutreibt, wer ein (Arbeits-, Last)tier führt, Vieh (auf die Weide) treibt, Antreiber’, ahd. trībāri (11. Jh.), mhd. trīber, mnd. drīver; als Jagdausdruck seit dem 17. Jh. Treibeis n. ‘auf Gewässern treibende Eisschollen’ (Anfang 18. Jh.). Treibjagd f. (18. Jh.). abtreiben Vb. ‘in eine andere (nicht gewünschte) Richtung bringen, vom Kurs abkommen, eine Schwangerschaft abbrechen, Vieh mit sich forttreiben’, ahd. abatrīban (Hs. 12. Jh.), mhd. abetrīben ‘ver-, forttreiben’; veraltet ist heute die Bedeutung ‘abhetzen, durch Treiben erschöpfen’ (seit Anfang 16. Jh.), erhalten in abgetrieben Part.adj. ‘abgehetzt, erschöpft, kraftlos’, häufig von Zug-, Reittieren (16. Jh.); Abtreibung f. ‘Schwangerschaftsabbruch’ (Anfang 16. Jh.). antreiben Vb. ‘(ein Tier) vorwärtstreiben, jmdn. zu größeren Leistungen, zur Eile drängen, anschwemmen, künstlich zum Treiben bringen’, mhd. anetrīben ‘tun, anstiften, ausüben, fortsetzen’; Antreiber m. ‘wer andere (zur Arbeit) antreibt’ (15. Jh.); Antrieb m. ‘Anstoß, Anreiz, Beweggrund’, in der Technik ‘die einer technischen Vorrichtung zugeführte Bewegungsenergie, Teil einer Maschine, die diese Energie liefert oder überträgt’ (16. Jh.). auftreiben Vb. ‘in die Höhe treiben, aus der Ruhe aufscheuchen, aufblähen, Vieh zum Verkauf auf den Markt bringen, ausfindig machen’, ahd. ūftrīban ‘erhöhen, (eine Fähre) stromaufwärts treiben’ (11. Jh.), mhd. ūftrīben ‘emportreiben, errichten, erbauen, beunruhigen, auferlegen, sich erheben’; Auftrieb m. in der Physik ‘der Schwerkraft entgegengesetzte Kraft, Aufwärtsdruck’, übertragen ‘(Auf)schwung, Elan, Schaffenskraft’ (19. Jh.). vertreiben Vb. ‘verjagen, (Zeit) verkürzen, kurzweilig gestalten, Waren (im großen) verkaufen’, ahd. firtrīban ‘vertreiben, verstoßen, entfernen’ (8. Jh.), mhd. vertrīben; Vertrieb m. ‘Verkauf von Waren’ (16. Jh.), ‘Abteilung eines Betriebes, die die Bestellung und Auslieferung der Waren besorgt’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aktivieren · ankurbeln · anregen · anspornen · antreiben · aufpeitschen · aufputschen · erregen · hervorrufen · in Wallung bringen · innervieren · powern · puschen · pushen · stimulieren · triggern
Assoziationen
  • aktivierend · animierend · ankurbelnd · anregend · anspornend · antreibend · aufbauend · aufputschend · ermutigend · erregend · motivierend
Synonymgruppe
antreiben · aufstacheln · hetzen · jagen · scheuchen · treiben · voranbringen · vorantreiben · vorwärtstreiben · zur Eile treiben  ●  (jemandem) Dampf machen  Redensart · (jemandem) Beine machen  ugs. · (jemandem) Feuer unter dem Hintern machen  ugs., fig. · (jemandem) Feuer unterm Arsch machen  derb, fig. · (jemandem) auf die Füße treten  ugs., fig. · Zunder geben  ugs., fig. · auf Touren bringen  ugs. · auf Trab bringen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) antreiben · (jemanden) treiben · (jemanden) vorantreiben · (jemanden) vorwärtstreiben · aufs Tempo drücken (bei) · zur Eile treiben
Assoziationen
  • Druck ausüben · dringen (auf) · dringend bitten · drängen (zu / auf) · es dringend machen  ●  urgieren  österr. · Dampf (dahinter) machen  ugs. · Druck machen  ugs. · die Daumenschrauben anziehen  ugs. · quengeln  ugs.
  • (es) eilig haben · (jemandem) nicht schnell genug gehen können · Druck machen  ●  aufs Tempo drücken  ugs., fig. · zur Eile drängen  geh.

Typische Verbindungen zu ›antreiben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›antreiben‹.

Verwendungsbeispiele für ›antreiben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die damit angetriebenen Autos laufen nach wie vor prächtig. [Die Zeit, 14.08.2013, Nr. 29]
Sie trieben den Esel nicht an, denn sie hatten jetzt Zeit. [Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 171]
Das wiederum treibe die Zinsen an; dies locke das ausländische Geld ins Land. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1972]]
Was treibt Sie nach all Ihren bislang schon erreichten großen Erfolgen weiter an? [Die Zeit, 18.11.2013 (online)]
Das treibt sie an, und dabei vergessen sie, dass der Rest des Landes glaubt, dass wir verrückt sind. [Die Zeit, 01.10.2013, Nr. 38]
Zitationshilfe
„antreiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/antreiben>.

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