anwandeln

GrammatikVerb
Worttrennungan-wan-deln
Wortzerlegungan-1wandeln2
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben etw. wandelt jmdn. anetw. überkommt jmdn. vorübergehend
Beispiele:
jmdn. wandelt eine Laune, ein Schauer, eine Ahnung, ein Gedanke an
Reue, Mitleid, Furcht, Lust (zu etw.) wandelt ihn an
eine plötzliche Ohnmacht, Schwäche, Übelkeit, ein Lachen, Gähnen wandelte sie an
Eine Erinnerung aus seiner Schulzeit wandelte ihn ... an [ViebigTägl. Brot316]

Thesaurus

Synonymgruppe
(es sich) nicht verkneifen können (zu) · ↗(jemandem) einfallen · (jemandem) kommt der Gedanke · ↗(sich) (etwas) überlegen · (sich) einfallen lassen · auf den Gedanken verfallen (zu) · auf die Idee kommen (zu) · in den Sinn kommen  ●  (auf einmal) ankommen mit  ugs. · (den) Einfall haben (...)  ugs. · (einen) Rappel kriegen (und...)  ugs. · (jemandem) belieben zu (es)  geh. · (jemanden) anwandeln  geh. · ↗(jemanden) anwehen  geh. · (jemanden) überkommen (es)  geh. · (plötzlich) die Idee haben (...)  ugs. · (sich etwas) denken (bei)  ugs. · (sich) bemüßigt fühlen (zu)  geh., ironisierend · auf die glorreiche Idee kommen (zu)  ugs., ironisch · auf etwas kommen  ugs. · es für eine gute Idee halten (zu / dass)  ugs., ironisch · um die Ecke kommen mit  ugs., fig. · verfallen auf  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lust Versuchung wandeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anwandeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die stille Zelle, abseits vom Lärm der Welt, wen wandelte nicht zuweilen die Sehnsucht nach ihr an?
Die Zeit, 08.11.1956, Nr. 45
Dieser Sklave seiner Launen war plötzlich von der Lust angewandelt worden, die »Vertreibung aus dem Paradiese« zu kopieren.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5642
Den Jüngling wandelte bei diesem Einblick in die Abgründe der Menschenseele ein Grauen an.
Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 244
Als Harun al Raschid, der große Kalif, wieder einmal verkleidet durch das nächtliche Bagdad schlenderte, wandelte ihn der Appetit nach gerösteten Kastanien an.
Krüss, James: Mein Urgroßvater und ich, Hamburg: Oetinger 1959, S. 155
Das Scharnier zwischen Katastrophe und lautem Gelächter ist die klammheimliche Schadenfreude, die den Betrachter dieser Geschichten anwandelt im lehnstuhlbeschützten Vorwissen darum, was Seinesgleichen widerfährt.
Süddeutsche Zeitung, 09.08.2002
Zitationshilfe
„anwandeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anwandeln>, abgerufen am 19.09.2019.

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