apodiktisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungapo-dik-tisch (computergeneriert)
HerkunftGriechisch → Latein
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben keinen Widerspruch duldend
Beispiele:
etw. apodiktisch erklären
etw. mit apodiktischer Bestimmtheit, in apodiktischer Form behaupten
[ein Redner] der apodiktische Sätze zu prägen die Gewohnheit hat [WerfelVerdi55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

apodiktisch Adj. ‘keinen Widerspruch zulassend, nicht widerlegbar, unumstößlich’. Das seit der 1. Hälfte des 18. Jhs. gebräuchliche, vornehmlich der Sprache der Philosophie angehörende Adjektiv beruht auf lat. apodīcticus ‘schlüssig beweisend’, dem gleichbed. griech. apodeiktikós (ἀποδεικτικός) vorausgeht, das zum Verb griech. apodeiknýnai (ἀποδεικνύναι) ‘vorzeigen, nachweisen’ gebildet ist; vgl. griech. deiknýnai (δεικνύναι) ‘zeigen’ und apó- (ἀπό-) ‘weg-, ab-’. Zuvor findet sich in dt. Texten schon das Adverb in lat. Form apodictice (2. Hälfte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
apodiktisch · die Wahrheit für sich gepachtet haben · ↗dogmatisch · ↗doktrinär · einzig richtig · ↗ideologisch · keinen Widerspruch duldend · keinen Widerspruch zulassend · ↗rechthaberisch  ●  ↗allein seligmachend  auch figurativ
Assoziationen
Synonymgruppe
apodiktisch · ↗unwiderleglich
Assoziationen
Synonymgruppe
(das ist) gar keine Frage · (das ist) keine Frage · (so) sicher wie das Amen in der Kirche · ↗absolut · außer Zweifel · ↗bestimmt · ↗definitiv · ↗fraglos · ganz bestimmt · ↗gewiss · in jedem Fall · in jeder Hinsicht · komme was (da) wolle · mit Bestimmtheit · mit Sicherheit · ohne Frage · ohne Zweifel · ↗sicher · so gut wie sicher · ↗unausweichlich · ↗unbedingt · unter allen Umständen · ↗unumstößlich · ↗unweigerlich · ↗unzweifelhaft · ↗wahrlich · ↗zweifellos · ↗zweifelsohne  ●  (ey Alter,) ich schwör (Jugendsprache, Substandard)  ugs. · ↗allemal  ugs. · apodiktisch  geh., bildungssprachlich · auf alle Fälle  ugs. · auf jeden Fall  ugs. · ↗bombensicher  ugs. · es sei Ihnen versichert (dass)  geh. · ↗hundertpro  ugs. · ↗jedenfalls  ugs. · ↗partout  ugs. · sei versichert (dass)  geh. · seien Sie versichert (dass)  geh. · ↗sicherlich  ugs., Hauptform · ↗todsicher  ugs. · worauf du dich verlassen kannst!  ugs., Redensart · worauf du einen lassen kannst  ugs., scherzhaft
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablehnung Aussage Behauptung Bemerkung Charakter Evidenz Festlegung Feststellung Form Formel Formulierung Gewißheit Kürze Nein Satz Schärfe Thesis Ton Urteil Weisheit absolut behaupten feststellen formulieren geradezu klingen scheinbar verkünden vorgetragen weniger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›apodiktisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn er befiehlt, befiehlt er nicht apodiktisch, und wenn er gehorcht, nicht unterwürfig.
Die Zeit, 12.06.2008, Nr. 25
Außerdem aber fiel es den Autoren vor dem Ende der Aufklärung schlicht leichter, apodiktisch aufzutreten.
Süddeutsche Zeitung, 25.09.1997
Wahrscheinlich ist dieser Satz des apodiktischen Rechtes absichtlich so allgemein formuliert.
Reicke, B.: Namenglaube. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 12991
Es handelt sich mir da um den Gegensatz zwischen apodiktischem und dialektischem Wissen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26826
Eine Metaphysik ist möglich, aber nicht als aprioristische, apodiktische, sondern nur als hypothetische Wissenschaft.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 12159
Zitationshilfe
„apodiktisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/apodiktisch>, abgerufen am 15.12.2019.

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