arbeitslos

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungar-beits-los (computergeneriert)
WortzerlegungArbeit-los
Wortbildung mit ›arbeitslos‹ als Erstglied: ↗Arbeitslosigkeit  ·  mit ›arbeitslos‹ als Grundform: ↗Arbeitslose
eWDG, 1967

Bedeutung

ohne Arbeit bei Arbeitsfähigkeit, erwerbslos
Beispiele:
er ist seit einem Monat arbeitslos
er war lange arbeitslos gewesen
arbeitslos werden
die arbeitslosen Lehrer
eine Demonstration von Arbeitslosen
die Arbeitslosen dem Arbeitsmarkt (wieder) zuführen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Arbeit · arbeiten · arbeitsam · arbeitslos · Arbeitslosigkeit · Arbeitsteilung
Arbeit f. ‘zweckgerichtete körperliche und geistige Tätigkeit des Menschen, Produkt dieser Tätigkeit, Werk’, ahd. arbeit f., arbeiti n. ‘Mühsal, Plage, Anstrengung, Ertrag der Arbeit’ (8. Jh.), mhd. ar(e)beit f. n., asächs. arƀed, arƀid f., arƀedi n., mnd. arbēt m. n. f. (daraus schwed. arbete und dän. arbejde), mnl. arbeit m. f., nl. arbeid m., aengl. earfoþe, earfeþe n., anord. erfiði n., got. arbaiþs f. lassen sich, soweit es das ursprüngliche (mehrfach zu einem neutralen Stamm umgebildete) Femininum betrifft, zurückführen auf germ. *arƀējiðiz ‘Mühsal’, das als Abstraktbildung zu einem untergegangenen germ. ēn-Verb *arƀējō ‘bin verwaistes und daher aus Not zu harter Arbeit gezwungenes Kind’ angesehen werden kann. Damit ist eine Verbindung zu ie. *orbh- ‘verwaist, Waise’ (s. ↗Erbe) hergestellt, von dem sich vermutlich auch ↗arm (s. d.) herleitet sowie außerhalb des Germ. aslaw. rabъ ‘Knecht, Diener, Sklave’, rabota ‘Knechtschaft, Sklaverei’, russ. rabóta (работа) ‘Arbeit’ (s. ↗Roboter). Die Ausgangsbedeutung der germ. Bildung ‘schwere körperliche Anstrengung, Mühsal’ reicht bis ins Nhd. (zuweilen durch Zusammensetzungen wie Mords-, Riesenarbeit veranschaulicht); im Mhd. tritt der Begriff ‘Mühsal, Not, die man leidet oder freiwillig übernimmt’ besonders hervor. Danach tritt der Sinn von ‘mühseliger, qualvoller Tätigkeit’ zurück, und Arbeit erstreckt sich auf jede zweckgerichtete, zunächst körperliche, später auch geistige Tätigkeit des Menschen. Die positive Bewertung der Arbeit (zuerst bei Luther) vollzieht sich unter dem Einfluß des aufsteigenden Bürgertums und der zunehmenden Entwicklung kapitalistischer Produktionsverhältnisse. Sie entspricht der wachsenden Erkenntnis von der Rolle und Bedeutung der menschlichen Arbeit für die Entwicklung der Gesellschaft. Marx und Engels schließlich bestimmen sie als “eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen”. Der daneben bestehende konkrete Sinn (‘Produkt der Tätigkeit’), im Ahd. vereinzelt schon angedeutet, entwickelt sich vollends im Nhd. Vom Substantiv abgeleitet arbeiten Vb. ‘Arbeit leisten, tätig sein’, ahd. arbeiten (arbeitōn nur im Frk. belegt) ‘plagen, bedrängen, sich abmühen’ (9. Jh.), mhd. ar(e)beiten, mnd. arbēden (daraus schwed. arbeta, dän. arbejde entlehnt), mnl. arbeiden, arbeiten, nl. arbeiden, anord. erfiða, got. arbaidjan. arbeitsam Adj. ‘fleißig, emsig, arbeitswillig’, ahd. (8. Jh.), mhd. arbeitsam ‘mühsam, beschwerlich, leidvoll’, auch mit Übergang zu ‘fleißig, arbeitswillig’; vgl. asächs. arƀetsam, mnd. arbētsam, mnl. arbeitsam, nl. arbeidzaam. arbeitslos Adj. ‘trotz Arbeitsfähigkeit und Bereitschaft ohne berufliche Arbeit, ohne Erwerbsmöglichkeit’ (2. Hälfte 18. Jh., vereinzelt schon im 16. Jh.), älter in der Bedeutung ‘ohne Anstrengung, mühelos’ (Anfang 16. Jh. bis 19 Jh.); dazu Arbeitslosigkeit f. ‘Mangel an Erwerbsmöglichkeit’ (1. Hälfte 19. Jh.), älter ‘Untätigkeit’ (Ende 18. Jh.). Arbeitsteilung f. ‘Trennung und Verselbständigung verschiedener Arbeiten im Produktionsprozeß’; engl. division of labour (von A. Smith 1776 geprägt) wird im Dt. zuerst mit Verteilung der Arbeit (1776) und Teilung der Arbeit(en) (1796), dann (1808) mit dem Kompositum Arbeitsteilung wiedergegeben. Während Smith und seine Nachfolger Arbeitsteilung vorwiegend unter dem Aspekt betrachten, mehr Waren mit demselben Quantum Arbeit zu produzieren, stellt Marx dieser manufakturmäßigen Arbeitsteilung die gesellschaftliche Arbeitsteilung (1867) gegenüber.

Thesaurus

Synonymgruppe
arbeitslos (sein) · ↗arbeitssuchend · ↗beschäftigungslos · ↗erwerbslos · nicht erwerbstätig · ohne Arbeit · ohne Arbeitsverhältnis · ohne Beschäftigungsverhältnis · ↗unbeschäftigt  ●  ↗brotlos  fig. · keine Arbeit haben  variabel · ohne Job  ugs.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akademiker Akademikerin Bauarbeiter Bauleute Elektriker Existenzgründer Facharbeiter Fachkraft Familienvater Hochschulabsolvent Informatiker Ingenieur Jugendliche Junglehrer Koch Kraftfahrer Lehrer Maurer Schauspieler Schlosser Schwerbehinderte Sozialhilfeempfänger Stahlarbeiter Tischler gemeldet geworden melden unterbeschäftigt vorher zuvor

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›arbeitslos‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war die Zeit der Depression, und mein Vater war eine Zeit lang arbeitslos.
Die Welt, 15.01.2005
Die Frau neben ihm, 57, arbeitslos, stimmt ihm leidenschaftlich zu.
Der Tagesspiegel, 03.07.2004
Einmal war er zehn Monate arbeitslos, mit sechs kleinen Kindern, und seine Frau gestorben.
Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 912
Sie hatten keine richtige Arbeit, waren aber auch nicht arbeitslos.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 67
Er war eine Zeitlang arbeitslos und ist einer der wenigen, die dankbar sind, bis zum Umfallen arbeiten zu dürfen.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 378
Zitationshilfe
„arbeitslos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/arbeitslos>, abgerufen am 17.11.2019.

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