arbeitsunfähig

Grammatik Adjektiv · Komparativ: arbeitsunfähiger, Komparativ selten, Superlativ ungebräuchlich
Aussprache  [ˈaʁbaɪ̯ʦˌʔʊnfɛːɪç]
Worttrennung ar-beits-un-fä-hig
Wortzerlegung Arbeitunfähig
Wortbildung  mit ›arbeitsunfähig‹ als Erstglied: ↗Arbeitsunfähigkeit
Wahrig und ZDL, 2020

Bedeutungen

1.
(körperlich, geistig und seelisch) außerstande, eine gegebene Arbeit bewältigen zu können; nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit (1) nachgehen zu können
Gegenwort zu arbeitsfähig (1), siehe auch erwerbsunfähig
Kollokationen:
als Adjektivattribut: arbeitsunfähige Menschen, Kranke, Häftlinge
mit Adverbialbestimmung: noch, zeitweise arbeitsunfähig [sein]
in Koordination: krank und arbeitsunfähig
Beispiele:
Wegen einer Arthrose im Knie ist sie seit sieben Jahren arbeitsunfähig und lebt von Krankengeld. [Bild, 18.04.2019]
[…] heute haben Erwerbstätige, die früh arbeitsunfähig werden, das größte Altersarmutsrisiko. [Die Welt, 17.05.2018]
Kann ein Schichtarbeiter aus gesundheitlichen Gründen keine Nachtdienste leisten, so ist er deswegen nicht arbeitsunfähig. [Die Zeit, 09.04.2014 (online)]
Ein Beamter wurde von Insassen [der Haftanstalt] so schlimm verprügelt, dass er heute arbeitsunfähig ist. [Bild, 12.07.2001]
übertragen Der Wissenschaftler, der derzeit mitten im Habilitationsverfahren steckt, ist ohne seine Geräte »völlig arbeitsunfähig«. [die tageszeitung, 01.02.1996]
Alles belastet mich, nichts wird mehr fertig, der Tag zerfließt – ich bin arbeitsunfähig. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1958. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1958], S. 1063]
2.
außerstande, die im Zusammenhang mit einem bestimmten Arbeitsauftrag oder einer gewerblichen Tätigkeit anstehenden (Arbeits-)‍Abläufe und Aufgaben erfüllen zu können
Gegenwort zu arbeitsfähig (2)
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: nahezu, noch arbeitsunfähig
Beispiele:
Der Stromausfall hat das Parlament nahezu arbeitsunfähig gemacht. [Die Zeit, 08.03.2011 (online)]
Der Naturschutzbund Nabu hat zum Jahresende massive Kritik an der Umweltpolitik des Senats geübt. […] Zudem sei die Behörde für Umwelt und Gesundheit derzeit »praktisch arbeitsunfähig«. [Die Welt, 16.12.2003]
Der Chef eines Umschlaglagers traute seinen Ohren kaum, als ihm offenbart wurde, wer alles in seiner Firma sein Unwesen trieb: 60 Prozent seiner Mitarbeiter beklauten ihn regelmäßig. […] Nach dieser unschönen Entdeckung war die Firma für Wochen praktisch arbeitsunfähig. [Der Spiegel, 22.07.1996, Nr. 30]
Je arbeitsunfähiger die Regierung [in Russland ist], desto ungestörter können sie [die Bürokraten] das Vakuum nutzen und absahnen. [Die Zeit, 26.03.1998, Nr. 14] ungewöhnl.
3.
funktionsunfähig, nicht gebrauchsfähig
Gegenwort zu arbeitsfähig (3)
Beispiele:
Bei einem kleinen Test versuchte ich […], das XML […] mit dom_xml auf einem etwas geringer bestückten Rechner […] zu laden, machte ihn aber damit sehr schnell arbeitsunfähig. [Script Artists, 07.11.2008, aufgerufen am 17.01.2020]
Der Fernsehsender CNN‑Türk meldete, im Konvoi des Papstes solle ein Frequenzstörer mitreisen, der auf Knopfdruck sämtliche Handys in der Umgebung arbeitsunfähig machen könne. [Süddeutsche Zeitung, 25.11.2006]

Typische Verbindungen zu ›arbeitsunfähig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›arbeitsunfähig‹.

Zitationshilfe
„arbeitsunfähig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/arbeitsunf%C3%A4hig>, abgerufen am 07.08.2020.

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