archaisierend

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Worttrennungar-cha-isie-rend · ar-chai-sie-rend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Archaismus · archaisch · archaistisch · archaisierend · Archäologie · archäologisch · Archäologe
Archaismus m. ‘altertümliche Redewendung und Sprachform’, in der Kunst ‘Nachahmung archaischer Formen’, Entlehnung (Mitte 18. Jh.) von spätlat. arc(h)aismos, griech. archaïsmós (ἀρχαϊσμόϛ) ‘Altväterlichkeit, Nachahmung der Alten, veralteter Sprachgebrauch’, dem Verbalabstraktum von archaïzein (ἀρχαἱζειν) ‘altertümlich sein, altertümeln’, einem Denominativum zu griech. archá͞ios (s. unten). Frz. archaïsme und engl. archaism sind bereits im 17. Jh. bezeugt und können die Aufnahme der dt. Entsprechung befördert haben. archaisch Adj. ‘altertümlich, frühzeitlich, aus der Frühstufe der Kunstentwicklung, besonders der griechischen Kunst, stammend’, entlehnt (Mitte 19. Jh.) unter Einfluß von gleichbed. frz. archaïque aus spätlat. archaicus ‘alt’, griech. archaïkós (ἀρχαϊκόϛ) ‘altertümlich, altväterlich’, zu griech. archá͞ios (ἀρχαῖος) ‘ursprünglich, altertümlich, alt’, das zu griech. archḗ (ἀρχή) ‘Anfang, Ursache, Ursprung, Herrschaft, Regierung’ gebildet ist. Voraus gehen das seltener verwendete archaistisch Adj. ‘archaische Formen nachahmend’ (1. Hälfte 19. Jh.) und gleichbed. archaisierend Part. Präs. (2. Hälfte 18. Jh.). Archäologie f. ‘Wissenschaft von den Überresten einer alten Kultur, Altertumskunde’ (2. Hälfte 18. Jh.), unter Einfluß von frz. archéologie (um 1600) aus griech. archaiología (ἀρχαιολογία) ‘Erzählung alter Geschichten, Altertumskunde’, vgl. griech. archá͞ios (s. oben) und s. ↗-logie; dazu archäologisch Adj. (2. Hälfte 18. Jh.) und Archäologe m. (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
altertümelnd · archaisierend  ●  auf alt getrimmt  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Element Stil Tendenz Zug

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›archaisierend‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch leider verendet der Bilderbogen am Schluss im archaisierenden Kitsch.
Die Zeit, 08.12.2005, Nr. 50
Den archaisierenden Ton, den er in seiner Winterlichen Reise anschlug, vermeidet er meistens.
konkret, 1996
Seine Sprache ist vorwiegend tonal; manchmal färbt er sie mit archaisierenden Zügen und wendet die alten Kirchentonarten an.
Andreis, Josip: Odak. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 44155
Die Kunst der N. läßt sich mit ihren Anfängen einer allgemein-europäischen archaisierenden Bewegung zuordnen, dennoch trägt sie ausgesprochen deutsche Züge.
Lankheit, K.: Nazarener (Richtung der Romantik). In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 13243
Eine Reise nach Neuschottland inspirierte ihn zu archaisierenden Bildern aus dem Leben der Fischer.
o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 16488
Zitationshilfe
„archaisierend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/archaisierend>, abgerufen am 17.10.2019.

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