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asketisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung as-ke-tisch
Wortzerlegung Asket -isch
Herkunft zu askētikósgriech (ἀσκητικός) ‘enthaltsam, entsagungsvoll’
eWDG

Bedeutung

streng enthaltsam
Beispiele:
eine asketische Lebensweise, ein asketischer Mensch
in asketisch strenger Erfüllung seiner Pflichten [ FontaneII 2,425]
Religion Askese übend
Beispiel:
[der Pfarrer] von streng asketischer Richtung [ Auerbach4,188]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Asket · asketisch · Askese
Asket m. ‘wer sich einer strengen, enthaltsamen Lebensführung unterwirft’, entlehnt (Mitte 18. Jh.) aus griech. askētḗs (ἀσκητής) ‘wer sich einer Sache befleißigt’, besonders ‘der sich übende Athlet’, dann, wie auch entlehntes spätlat. ascētēs, ‘wer sich entsagungsvoll in Frömmigkeit und Tugend übt, Eremit’, zu griech. aské͞in (ἀσκεῑν) ‘sich befleißigen, üben’. Gleichzeitig wird asketisch Adj. gebildet, entsprechend griech. askētikós (ἀσκητικός) ‘enthaltsam, entsagungsvoll’, im 18./19. Jh. auch (in Wendungen wie asketische Schriften) ‘erbaulich, zu Frömmigkeit und Tugend führend’. Da frz. ascète m. bereits im 16. Jh., frz. ascétique und engl. ascetic Adj. in gelehrten Werken des 17. Jhs. bezeugt sind, können sie die Entwicklung der dt. Entsprechungen befördert haben. Das zugehörige Substantiv Askese f. ‘enthaltsame Lebensweise, Entsagung’, gemäß griech. áskēsis (ἄσκητικός), spätlat. ascēsis, ist (wie frz. ascèse) erst in der 1. Hälfte des 19. Jhs. nachweisbar.

Thesaurus

Synonymgruppe
asketisch · entbehrungsvoll · entsagungsvoll · karg  ●  entbehrungsreich  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
Einfachst- (Wortzusatz) · anspruchslos · asketisch · aufs (absolut) Wesentliche reduziert · aufs Notwendigste reduziert · in reinster Funktionalität · nur mit dem Allernotwendigsten ausgestattet · nur mit dem Allernotwendigsten versehen · puristisch · puritanisch · sparsam (ausgestattet) · spartanisch · streng (reduziert, zurückgenommen o.ä.)
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›asketisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›asketisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›asketisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch hinlängliche Grade außeralltäglicher asketischer Leistungen kann man schlechthin jede Wirkung erzielen. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. II, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 141]
Ein asketischer Zug kam auf diese Weise in die Religion. [Kraemer, H.: Synkretismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 31348]
Er macht das auf dieselbe asketische Weise, mit der er den einst vorbestimmten Weg, die väterliche Farm zu übernehmen, beschritten hätte. [Die Zeit, 09.12.2013, Nr. 49]
Vielleicht hängt das mit der asketischen Lebensweise zusammen, die dem islamistischen Kämpfer vorgesehen ist. [Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11]
Nur durch ein asketisches Training wurde er dieser Fehler Herr. [Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 4093]
Zitationshilfe
„asketisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/asketisch>.

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