asten
GrammatikVerb · astete, hat/ist geastet
Aussprache
Worttrennungas-ten
Wortbildung mit ›asten‹ als Letztglied: ↗abasten
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutung

landschaftlich
a)
jmd., etw. astet
mit Hilfsverb ›hat‹
sich sehr anstrengen
Beispiele:
Das Resort […] ist nur über eine ziemlich steile Bergstraße zu erreichen. Da die Steigung z. T. 12% betrug, astete unser kleiner [Wagen] […] doch ziemlich […]! [einhalbesjahrschulfrei.wordpress.com, 16.09.2013]
[…] allweil astet ein Jüngling am Kamerakran: Der wird von Hand bewegt, tonnenschwer, Schwenk hin über die Massen – und bremsen, Schwenk her über die Massen – und bremsen, Schwenk hin. Der junge Mann ist ganz rot im Gesicht […]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.06.2002]
In vielen freiwilligen Stunden hat er diese […] morsche Linde vor seinem Wohnhaus durch sorgfältiges Füllen aller Löcher, Ritzen und Spalten mit einer Spezial-Zement-Vitamin- Aufbaumischung wieder wetterfest gemacht. […] sicher nachahmenswert für viele Bürger, in ihrer Freizeit auch mal vor dem eigenen Haus zu asten. [Berliner Zeitung, 15.05.1982]
b)
jmd. astet etw.
mit Hilfsverb ›hat‹
etwas Schweres irgendwohin tragen, schleppen
Beispiele:
Drei Gruppen mit je einem Dutzend Trägern asten auf ihren Schultern je eine gigantische Sänfte mit einer kerzenartigen, sieben Meter hohen Holzsäule, gekrönt von einem Heiligen. [Berliner Zeitung, 26.04.2003]
Ich aste […] den Wäschekorb Richtung Bügelbrett[…]! [Bild, 16.11.2000]
Die Abfahrt bleibt […] auf jeden Fall geschlossen. Gondel- wie Zahnradbahn auf den Wendelstein laufen zwar weiter, aber Skier braucht in diesem Winter wohl keiner mit hoch zu asten. [die tageszeitung, 31.01.1995]
[…] Medien, die es gewöhnt sind, Bodybuilder nur in Affenposen darzustellen und sich jene Riesenbabys heraussuchen, die ächzend, schwitzend den tonnalen Inhalt von Güterwaggons in die Höhe asten. [Die Zeit, 17.02.1989, Nr. 08]
Die größte Freude wird […] mit einer 20 Zentner schweren Lore (= Transportwagen) erlebt, die in anstrengender Gemeinschaftsarbeit bergauf geastet wurde. [Berliner Zeitung, 27.01.1952]
c)
jmd. astet
mit Hilfsverb ›ist‹
mit Mühe eine Strecke zurücklegen
Beispiele:
[…] vorbereitet hatte Beckmann sich ganz anders. In Frankreich astete er selbstquälerisch den Mont Montoux hinauf, einen Tour-de-France-Berg der ersten Kategorie. [Die Welt, 05.08.2002]
Man astet aufwärts, grüßt am Hang die Schafe und wird stimmenfroh zurückgegrüßt. [Die Zeit, 28.06.1996, Nr. 27]
Kurz hinter der Mine begannen die Steilstrecken, auf denen teilweise kaum noch der Trail zu erkennen war. Mike fuhr mit seinem breiten Arbeits-Snowmobil voraus und spurte einen Pfad. Dann hieß es Anlauf nehmen, Gas und Spur halten, durchfahren. Wer hängen blieb, mußte warten, bis die Helfer bergan geastet waren. [Die Zeit, 14.01.1983, Nr. 03]
d)
jmd. astet
mit Hilfsverb ›hat‹
Schülersprache angestrengt lernen, büffeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ast · asten
Ast m. ‘stärkerer Zweig eines Baumes, Strauches’, ahd. ast ‘Ast, Zweig’ (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. ast, got. asts und die dehnstufigen Formen mnd. aengl. ōst, nl. oest ‘Knorren, Baumstumpf’ sind (wie ähnlich gebildetes ↗Nest, s. d.) ihrem Ursprung nach Komposita. Sie führen mit griech. ózos (ὄζος), armen. ost ‘Ast, Zweig’ auf eine Form ie. *ō̌zdos (z = stimmhaftes s), die das Präfix ō̌- ‘nahe an’ und die Schwundstufe der Wurzel *sed- (s. ↗sitzen) enthält, also wörtlich ‘was (am Stamm) ansitzt’ bedeutet. An die Vorstellung des aus dem Stamm herauswachsenden Astes oder an die spezielle Bedeutung ‘Knorren, Auswuchs im Holz’ anknüpfend, findet sich Ast seit etwa 1800 auch in der Bedeutung ‘Buckel’, daher die Wendung sich einen Ast lachen ‘sich vor Lachen krümmen’ (Mitte 19. Jh.), vgl. sich bucklig lachen. asten Vb. ‘etw. Schweres (auf der Schulter, dem Rücken) tragen’ (Ende 19. Jh.), vgl. buckeln.
Zitationshilfe
„asten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/asten>, abgerufen am 14.12.2017.

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