atmen

GrammatikVerb · atmete, hat geatmet
Aussprache
Worttrennungat-men
Wortbildung mit ›atmen‹ als Letztglied: ↗abatmen · ↗anatmen · ↗aufatmen · ↗ausatmen · ↗durchatmen · ↗einatmen
 ·  mit ›atmen‹ als Grundform: ↗beatmen  ·  formal verwandt mit: ↗hochatmend
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Luft holen und ausstoßen
Beispiele:
mit jmdm. die gleiche Luft atmen
ruhig, tief, hastig, schnell, stoßweise, schwer, mühsam atmen
durch die Nase, den Mund atmen
das ruhige Atmen des Schlafenden
indes er in verlangsamten, nachdenklichen Zügen die feuchte Seeluft atmete [Th. MannKröger9,255]
Dick und verraucht atmete sich die Kellerluft [A. ZweigErziehung197]
und drückte den zottigen Kopf des Freundes [eines Hundes] an seine heftig atmende Brust [ViebigBerliner Novellen95]
bildlich
Beispiele:
kaum zu atmen wagen
leichter atmen (= erleichtert sein)
hier kann man frei atmen (= fühlt man sich frei)
Wissenschaft Sauerstoff gegen Kohlendioxid austauschen
Beispiel:
die Pflanze atmet
2.
gehoben, übertragen etw. zum Ausdruck bringen, ausströmen
Beispiele:
hier atmet alles Sauberkeit und Ordnung
Ihr Brief atmet eine so reine und ruhige Stimmung [HebbelIII 6,51]
Die schweigende Landschaft atmet vages Leid [Hofmannsth.ProsaI 55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Atem · Odem · atmen
Atem m. ‘vom Körper zur Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge aufgenommene und wieder abgegebene Luft, Hauch’. Ahd. ātum (8. Jh.), mhd. ātem, āten hat Entsprechungen in asächs. āðom, mnd. mnl. ādem, nl. adem, aengl. ǣþm (germ. *ēðma-, *ēþma-). Außerhalb des Westgerm. läßt sich mit Sicherheit nur aind. ātmā́ ‘Hauch, Seele, Selbst’ (Stamm ātmán-) vergleichen, ein Zentralwort der altindischen Philosophie. Luthers Bibelübersetzung bevorzugt die landschaftliche Form Odem m. die zum feierlichen Ausdruck gehobener, dichterischer Sprache wird. Sie zeigt die in dt. Mundarten häufige, durch einzelne Wörter (↗Argwohn, ↗Woge, ↗Brodem, s. d.) auch in die Schriftsprache eingedrungene Wandlung von mhd. ā zu nhd. ō; auch inlautendes -d- statt -t- dürfte am ehesten als mundartliche Erweichung aufzufassen sein. atmen Vb. ‘Luft einziehen und ausstoßen’, ahd. ātamōn (10. Jh.), mhd. ātemen, ætemen, vom Substantiv abgeleitet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Luft bekommen · Luft holen · atmen · ↗hauchen  ●  Luft kriegen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Duft Geist Geruch Hauch Kieme Luft Lunge Sauerstoff anatmen atmen auf aufatmen aus ausatmen durch durchatmen ein einatmen erleichtert flach frei gleichmäßig hörbar mitatmen ruhig selbstständig selbständig tief weiteratmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›atmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es fiel ihm schwer zu atmen, so stickig war die Luft.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 62
Jetzt ist es an der Zeit, wieder frische Luft zu atmen.
Die Welt, 18.10.2004
Das ist ein ganz außergewöhnliches Material, es atmet, es befreit, es ist farbig.
Der Tagesspiegel, 10.11.2000
Es war so still - man hörte vierzig kleine Mädchen atmen.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3021
Und wie dein Blut die Steine netzte, da atmet auf das Militär.
Tucholsky, Kurt: Nachruf. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1921], S. 17781
Zitationshilfe
„atmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/atmen>, abgerufen am 15.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Atman
atlassen
Atlasseide
Atlasschuh
Atlasschleife
atmophil
Atmosphäre
Atmosphärendruck
Atmosphärenüberdruck
Atmosphärilien