atzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungat-zen (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

die Vogelbrut füttern
Beispiele:
die Jungen werden (mit Würmern) durch die Alten geatzt
der Adler atzt seine Jungen
übertragen
Beispiel:
Und wieder saß er, von Joschua heimlich getränkt und geatzt [Th. MannGesetz9,932]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

atzen · Atzung
atzen Vb. ‘die Vogelbrut füttern’, ahd. āzen (um 1000), mhd. atzen ‘speisen, nähren, zu essen geben, füttern’ ist wie ↗ätzen (s. d.) Kausativum zu ahd. eʒʒan, mhd. eʒʒen (s. ↗essen). Es ist bis zum Anfang des 17. Jhs. in seiner Ausgangsbedeutung ‘essen lassen, mit Nahrung versorgen’ allgemein im Hinblick auf Menschen und Tiere in Gebrauch, bleibt danach auf die Jägersprache beschränkt (besonders von Raubvögeln) und wird, meist als scherzhaftes Stilmittel, im 19./20. Jh., auch in der Form sich atzen ‘essen, sich laben’, wieder auf andere Bereiche übertragen. Atzung f. ‘Futter, namentlich für Vögel und deren Brut’, auch ‘der Vorgang des Fütterns’, mhd. atzunge ‘Nahrung für Mensch und Tier, Beköstigung’; in dieser Bedeutung ist das Verbalsubstantiv bis ins 17. Jh. verbreitet. Es wird, begünstigt durch sein Weiterleben im Wortschatz der Jagd, bereits Ende des 18. Jhs. von neuem aufgegriffen und kommt bis zur Gegenwart auch in der Allgemeinsprache vor, häufig in humorvoller oder archaisierender Ausdrucksweise. Vereinzelt tritt die Lautung Ätzung auf.

Thesaurus

Synonymgruppe
Junge füttern  ●  atzen  fachspr., Jägersprache
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Filmproduzent

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›atzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er berief einen Pfarrverwalter, der vormals der altkatholischen Lehre angehangen und sich verehelicht hatte und zwei Kinder atzte.
Die Zeit, 24.10.2013, Nr. 44
Er grüßte verschwitzt von der Jungfrau, sie prangte aus dem Dirndl und atzte ein fahles Kalb mit saftigem Gras.
Die Zeit, 05.03.1976, Nr. 11
Unentwegt jagen sie ihren winzigen Beutetieren nach, und immer wieder fliegen sie zum Nest zurück, um ihre Jungen zu atzen.
Buddenbrock, Wolfgang von: Das Liebesleben der Tiere, Bonn: Athenäum 1953, S. 199
Lieblingskneipe aber ist die Bit-Stube Moritz in der Theresienstraße, in der der Münchner Wirt mit deftiger westfälischer Kost geatzt wird.
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2002
Zitationshilfe
„atzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/atzen>, abgerufen am 27.05.2019.

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