aufbürden

Grammatik Verb · bürdet auf, bürdete auf, hat aufgebürdet
Aussprache 
Worttrennung auf-bür-den
Wortzerlegung auf-bürden
eWDG

Bedeutung

jmdm., sich eine Bürde aufladen
Beispiel:
ihm die Traglast abzunehmen und sie ebenfalls seinem Grauesel aufzubürden [ Th. Mann9,790]
übertragen
Beispiele:
jmdm., sich einen Haufen Arbeit, die ganze Last, viele Sorgen aufbürden
jmdm. die Kosten des Rechtsstreites, Verantwortung für etw. aufbürden
jmdm. ein Amt, die Verwaltung des Hauses aufbürden
jmdm. die Schuld aufbürden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bürde · bürden · aufbürden
Bürde f. ‘Last’, ahd. burdī (9. Jh.), mhd. bürde, mnd. bȫrde, got. baúrþei gehören zur Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (s. auch ↗Bahre, ↗gebären) und zur germ. Deklinationsklasse auf -īn- (germ. *burþīn-). Es handelt sich um Ableitungen von einem bereits ein Dentalsuffix aufweisenden Nomen, entweder einem nur außerhalb des Germ. erhaltenen to-Partizip, vgl. aind. bhṛtá- ‘getragen’, oder einer Abstraktbildung auf -ti- bzw. -ti̯ō, wie sie in anord. byrðr ‘Bürde, Last’ und mit abweichender Bedeutung in den unter ↗Geburt (s. d.) behandelten präfigierten Bildungen vorliegt. Daneben stehen Ableitungen mit anderen Nasalsuffixen wie ahd. burdin (8. Jh.), mhd. bürden, mnd. bȫrden, aengl. byrþen, engl. burden, asächs. burðinnia ‘Bündel, Büschel’. bürden Vb. ‘beladen, belasten’, ahd. burdinōn (giburdinot ‘bebürdet, schwanger’, 9. Jh.), mhd. bürdenen ‘belasten’. Heute vornehmlich aufbürden Vb. ‘jmdm. eine Last auflegen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbürden · ↗auferlegen · ↗aufladen · ↗auflasten · ↗aufoktroyieren · ↗beladen · ↗belasten (mit) · ↗bepacken · ↗beschweren · ↗strapazieren  ●  ↗oktroyieren  geh. · ↗schlauchen (mit)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufbürden · ↗aufdrücken · ↗auferlegen · ↗aufnötigen · ↗aufoktroyieren · ↗aufzwingen  ●  (jemandem etwas) an den Hals hängen  ugs., fig. · (jemandem etwas) ans Bein binden  ugs., fig. · (jemandem etwas) aufs Auge drücken  ugs. · ↗(jemandem etwas) verpassen  ugs. · ↗aufbrummen  ugs. · ↗aufhalsen  ugs. · ↗oktroyieren  geh. · ↗zwangsbeglücken (mit)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›aufbürden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufbürden‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufbürden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer dagegen nur neue Leistungen verspricht, bürdet den nachkommenden Generationen noch mehr Lasten auf.
Die Welt, 17.01.2005
Der liebe Gott bürdet einem so viel Last auf, wie er glaubt, dass man tragen kann.
Bild, 19.04.2001
Bürdet ein Patient sich bei Ihnen nicht leicht unnötige Kosten auf?
Süddeutsche Zeitung, 14.08.1996
Sie trug die Last, die man ihr aufbürdete, mit Seufzen.
Boy-Ed, Ida: Dorothea Schlözer. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2343
Zu seinen anderen Schulden hatte er sich damit noch eine neue Schuldenlast aufgebürdet.
Westernhagen, Curt von u. Strobel, Gertrud: Wagner (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 17661
Zitationshilfe
„aufbürden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufb%C3%BCrden>, abgerufen am 27.02.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
aufbumsen
Aufbügler
aufbügeln
Aufbügelmuster
aufbuckeln
aufbürsten
aufdämmen
aufdämmern
aufdämpfen
aufdatieren