aufbahren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-bah-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›aufbahren‹ als Erstglied: ↗Aufbahrung
eWDG, 1967

Bedeutung

einen Toten im Sarg zur Schau stellen
Beispiele:
die Leiche öffentlich aufbahren
der Tote lag im Sterbezimmer aufgebahrt
er wurde in seiner Uniform aufgebahrt
Wir hatten sie aufgebahrt in einer kleinen, altertümlichen Dorfkirche [G. Hauptm.4,405]
Er war aufgebahrt ... zwischen zwei Reihen hoher Kerzen [RilkeBrigge5,184]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bahre · Tragbahre · aufbahren
Bahre f. ‘Gestell zum Tragen eines Kranken oder Toten’, ahd. bāra (8./9. Jh.), mhd. bāre ‘Bahre, Sänfte’ sowie die Entsprechungen asächs. bāra, mnd. mnl. bāre, nl. baar, aengl. bēr (westsächs. bǣr), engl. bier (germ. *bērō) schließen sich dehnstufig an ein in ahd. beran, mhd. bern ‘Frucht tragen, gebären’ vorliegendes gemeingerm. Verb an (s. ↗gebären, ↗entbehren). Der germ. Verbalstamm *ber- läßt sich zusammen mit aind. bhárati ‘trägt’, lat. ferre, griech. phérein (φέρειν) ‘tragen’, lat. feretrum n., griech. phéretron (φέρετρον) n. ‘Bahre’, aslaw. bьrati ‘sammeln, wählen’, russ. brat’ (брать) ‘nehmen’ auf die Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ zurückführen. Aus dem Germ. entlehnt sind frz. bière, ital. bara ‘Bahre’. Im älteren Nhd. kommt häufig die einsilbige Form bar (15./16. Jh.), Baar, Bahr (16./17. Jh.) vor. Tragbahre f. ‘Bahre zum Transport eines Kranken, Trage’, mhd. tragebāre, mnd. drāgebēre, spätmhd. frühnhd. (bis ins 16. Jh.) auch abgeschwächt trageber. Die tautologische Zusammensetzung hat verdeutlichende Funktion, da beim Simplex Bahre schon in den frühen dt. Sprachstufen die Bedeutung ‘Lagerstatt für einen Toten’ in den Vordergrund tritt und das Verb mhd. bern ‘tragen’ im Nhd. untergeht. aufbahren Vb. ‘einen Toten feierlich zur Schau stellen’, mhd. ūfbāren ‘auf die Bahre legen’ (13. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altar Baracke Beisetzung Dom Gefallene Hall Kapelle Kapitol Kathedrale Kerze Kindersarg Leich Leiche Leichenhalle Leichnam Mausoleum Militärakademie Petersdom Podest Reagan-Präsidentenbibliothek Rotunde Sarg Tote Trauerfeier Turnhalle Verstorbene bahren einbalsamieren Überrest überführen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufbahren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht wollte sie in ihrem neuen Bett aufgebahrt liegen, endlich in einer Art Frieden.
Die Zeit, 01.05.2013, Nr. 18
In der Zeit der langen Nächte hatten sie ihn in seinem Zimmer aufgebahrt.
Kolb, Annette: Die Schaukel, Frankfurt a. M.: Fischer 1960 [1934], S. 51
Sie war in ihrem Zimmer aufgebahrt, es herrschte ein reges Kommen und Gehen.
Die Welt, 10.02.2001
Da liegst du, aufgebahrt in der großen Halle des Palastes.
Brückner, Christine: Wenn du geredet hättest, Desdemona, Frankfurt a. M.: Ullstein 1986 [1983], S. 148
Sie lag aufgebahrt, vom betäubenden Duft unzähliger Blumen umgeben, auf ihrem Lager.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1937
Zitationshilfe
„aufbahren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufbahren>, abgerufen am 18.11.2019.

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