Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

aufblähen

Grammatik Verb
Worttrennung auf-blä-hen
Wortzerlegung auf- blähen
Wortbildung  mit ›aufblähen‹ als Erstglied: Aufblähung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw. füllig und prall machen, etw., sich aufbauschen
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [abwertend, übertragen] ⟨sich aufblähen⟩ sich großtun, aufblasen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. füllig und prall machen, etw., sich aufbauschen
Beispiele:
der Wind bläht das Segel auf
die Wäsche auf der Leine wurde durch den Wind aufgebläht
das Segel, die Wäsche blähte sich auf
die Backen aufblähen
der Truthahn bläht sein Gefieder auf (= sträubt es)
ein aufgeblähter (= aufgetriebener) Leib
ein rot aufgeblähtes Gesicht
Sie blähte die Nasenflügel schnuppernd auf [ ViebigTägl. Brot147]
bildlich
Beispiel:
abwertendes [Deutschland] schien mir … von Fäulnis aufgebläht [ I. SeidelTor522]
aufgeblähtunnatürlich vergrößert
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
ein aufgeblähter Beamtenapparat, Verwaltungsapparat, Staatsapparat
ein aufgeblähtes Unternehmen
eine unmäßig aufgeblähte Produktionskapazität
2.
abwertend, übertragen sich aufblähensich großtun, aufblasen
Beispiele:
sich stolz aufblähen
sich mit seinen Kenntnissen, seinem Titel aufblähen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blähen · aufblähen · Blähung
blähen Vb. ‘füllig und prall machen, auftreiben, Blähungen verursachen’. Das ehemals reduplizierende westgerm. Verb ahd. blāen ‘blasen, wehen (vom Winde), eine Flamme anfachen’ (10. Jh.; vgl. irblāen ‘aufblähen’, 8. Jh.), mhd. blæjen, blægen, blæwen, blæn ‘(auf)blähen’, mnl. blaeyen, afries. blīa, aengl. blāwan, engl. to blow ‘wehen, blasen’ führt wie verwandtes blasen (s. d.) auf ie. *bhlē-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (s. Ball1), zu der wohl auch griech. phlēnaphā́n (φληναφᾶν) ‘unsinnig, unnütz schwatzen’ und phlḗnaphos (φλήναφος) ‘unnützes Geschwätz’ gehören; s. auch Blatter. Lautlich und semantisch nahestehendes lat. flāre ‘blasen, wehen’ führt dagegen wohl auf eine Wurzelerweiterung ie. *bhlā-. – aufblähen Vb. ‘füllig und prall machen, aufbauschen’, übertragen ‘sich großtun, aufblasen’, mhd. ūfblæjen. Blähung f. ‘übermäßige Gasbildung in Magen und Darm, Darmwind’, mhd. blæjunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufblasen · aufblähen · aufpumpen · aufpusten · mit Luft füllen
Assoziationen
  • (künstlich) hochgepustet · aufgeblasen · aufgebläht · überdehnt  ●  hochgejazzt ugs.

Typische Verbindungen zu ›aufblähen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufblähen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufblähen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Programme blähen sich auf und sie werden – wohlwollend ausgedrückt – unübersichtlich. [C’t, 1997, Nr. 9]
Auch so ein Fall trägt dann dazu bei, die Statistik aufzublähen. [Süddeutsche Zeitung, 10.04.1996]
Am Ende soll etwas dabei herauskommen, wo beide reicher werden und nicht der eine aufgebläht ist, der andere ausgeplündert wird. [Süddeutsche Zeitung, 20.08.1994]
Es waren aufregende Monate, der Mantel der Geschichte blähte sich gewaltig auf. [Die Welt, 02.10.2003]
Diese kann das Tier mit Luft füllen und sich dadurch aufblähen. [Reinhardt, Ludwig: Vom Nebelfleck zum Menschen, München: Reinhardt 1909, S. 353]
Zitationshilfe
„aufblähen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufbl%C3%A4hen>.

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