aufblähen

Grammatik Verb
Worttrennung auf-blä-hen
Wortzerlegung auf-blähen
Wortbildung  mit ›aufblähen‹ als Erstglied: ↗Aufblähung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw. füllig und prall machen, etw., sich aufbauschen
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [abwertend, übertragen] ⟨sich aufblähen⟩ sich großtun, aufblasen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. füllig und prall machen, etw., sich aufbauschen
Beispiele:
der Wind bläht das Segel auf
die Wäsche auf der Leine wurde durch den Wind aufgebläht
das Segel, die Wäsche blähte sich auf
die Backen aufblähen
der Truthahn bläht sein Gefieder auf (= sträubt es)
ein aufgeblähter (= aufgetriebener) Leib
ein rot aufgeblähtes Gesicht
Sie blähte die Nasenflügel schnuppernd auf [ ViebigTägl. Brot147]
bildlich
Beispiel:
abwertendes [Deutschland] schien mir ... von Fäulnis aufgebläht [ I. SeidelTor522]
aufgeblähtunnatürlich vergrößert
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
ein aufgeblähter Beamtenapparat, Verwaltungsapparat, Staatsapparat
ein aufgeblähtes Unternehmen
eine unmäßig aufgeblähte Produktionskapazität
2.
abwertend, übertragen sich aufblähensich großtun, aufblasen
Beispiele:
sich stolz aufblähen
sich mit seinen Kenntnissen, seinem Titel aufblähen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blähen · aufblähen · Blähung
blähen Vb. ‘füllig und prall machen, auftreiben, Blähungen verursachen’. Das ehemals reduplizierende westgerm. Verb ahd. blāen ‘blasen, wehen (vom Winde), eine Flamme anfachen’ (10. Jh.; vgl. irblāen ‘aufblähen’, 8. Jh.), mhd. blæjen, blægen, blæwen, blæn ‘(auf)blähen’, mnl. blaeyen, afries. blīa, aengl. blāwan, engl. to blow ‘wehen, blasen’ führt wie verwandtes ↗blasen (s. d.) auf ie. *bhlē-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (s. ↗Ball1), zu der wohl auch griech. phlēnaphā́n (φληναφᾶν) ‘unsinnig, unnütz schwatzen’ und phlḗnaphos (φλήναφος) ‘unnützes Geschwätz’ gehören; s. auch ↗Blatter. Lautlich und semantisch nahestehendes lat. flāre ‘blasen, wehen’ führt dagegen wohl auf eine Wurzelerweiterung ie. *bhlā-. aufblähen Vb. ‘füllig und prall machen, aufbauschen’, übertragen ‘sich großtun, aufblasen’, mhd. ūfblæjen. Blähung f. ‘übermäßige Gasbildung in Magen und Darm, Darmwind’, mhd. blæjunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufblasen · aufblähen · ↗aufpumpen · ↗aufpusten · mit Luft füllen
Assoziationen
  • (künstlich) hochgepustet · ↗aufgeblasen · aufgebläht · überdehnt  ●  hochgejazzt  ugs.

Typische Verbindungen zu ›aufblähen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufblähen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufblähen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Bild, 16.07.2003
Die Programme blähen sich auf und sie werden - wohlwollend ausgedrückt - unübersichtlich.
C't, 1997, Nr. 9
Diese kann das Tier mit Luft füllen und sich dadurch aufblähen.
Reinhardt, Ludwig: Vom Nebelfleck zum Menschen, München: Reinhardt 1909, S. 353
Damit konnte man das private Elend mit mythologischer Bedeutung aufblähen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 257
Dieses Ressort hat sich aufgebläht, ist übermächtig geworden, hat alles in sich einbezogen.
Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 387
Zitationshilfe
„aufblähen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufbl%C3%A4hen>, abgerufen am 20.09.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Aufbiss
aufbinden
Aufbietung
aufbieten
aufbiegen
Aufblähung
aufblasbar
aufblasen
aufblättern
aufbleiben