aufbringen

GrammatikVerb · brachte auf, hat aufgebracht
Aussprache
Worttrennungauf-brin-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-bringen
Wortbildung mit ›aufbringen‹ als Grundform: ↗aufgebracht
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. auftreiben, zusammenbringen
Beispiele:
die letzten Raten aufbringen
das nötige Geld, die erforderlichen Mittel für den Neubau aufbringen
die Zinsen für die Hypothek aufbringen
für die Hilfsaktion wurden aus der Tombola 1000 Euro aufgebracht
er muss Mut, Kraft, Energie, Geduld aufbringen (= zusammennehmen), wenn er sein Ziel erreichen will
die nötige Sorgfalt, ein besonderes Interesse, Verständnis für etw., jmdn. aufbringen
daß er kaum die Miete für die elende Wohnung aufbringen konnte [Wasserm.Wahnschaffe2,189]
du hast die Frechheit aufgebracht (= warst so frech) [BrechtMachard2]
2.
etw. in Umlauf bringen, einführen
Beispiel:
einen neuen Brauch, eine neue Lehre, Mode aufbringen
Unwahres verbreiten
Beispiele:
umgangssprachlich wer hat den Schwindel aufgebracht?
über eine der ersten Damen ... Gerüchte aufzubringen [Feuchtw.Goya259]
umgangssprachlich Wer hat den Unsinn denn nun wieder aufgebracht? [Hausm.Überfall183]
3.
jmdn. in Wut bringen, aufreizen
Beispiele:
jmdn. gegen sich aufbringen
das bringt mich förmlich auf!
Als sie ihn einmal recht verhöhnt und aufgebracht hatte [BrodTycho Brahe154]
häufig im Part. Prät.
aufgebrachtwütend
Beispiele:
über, gegen etw., jmdn. aufgebracht sein
durch, über jmds. Benehmen, Zumutung, Frechheit aufgebracht sein
aufgebrachte Gemüter beruhigen
4.
landschaftlich, umgangssprachlich etw. öffnen können
Gegenwort zu zubringen
Beispiele:
den Knoten (nicht) aufbringen
ich kann die Tür, das Schloss, die Schublade, das Fach, die Schnalle nicht aufbringen
Ich kann nur die Augen nicht aufbringen [BrechtTrommelnII]
5.
etw. auf etw. anbringen
Beispiele:
Druckfarben, Muster auf weißes Gewebe aufbringen
eine elektrisch leitende Schicht aufbringen
Salbe auf die Haut aufbringen
Gardinen aufbringen (= aufhängen, aufstecken)
6.
Seemannssprache ein Schiff anhalten und unter Kontrolle stellen
Beispiele:
ein Handelsschiff aufbringen
das Schmugglerschiff ist von Zollkreuzern aufgebracht worden
7.
veraltend ein Kind aufziehen
Beispiele:
der einzige von vier Söhnen, den sie aufgebracht hatten [Ebner-Eschenb.9,25]
[die] Schule, in der ich wissenschaftlich aufgebracht worden war [Th. MannFaustus6,16]

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandes) habhaft werden · auffliegen lassen · ↗aufgreifen · ↗ausheben · ↗ergreifen · ↗ertappen · ↗erwischen · ↗fangen · ↗fassen · ↗festnehmen · ↗greifen · hochgehen lassen · ↗stellen · ↗verhaften · zu fassen kriegen  ●  (jemandem) das Handwerk legen  fig. · ↗(wieder) einkassieren  ugs., salopp, fig. · am Schlafittchen packen  ugs. · arripieren  geh., veraltet · aufbringen (Schiff)  fachspr., Jargon · ↗hochnehmen  ugs. · ↗hoppnehmen  ugs. · ↗hopsnehmen  ugs. · ↗kaschen  ugs. · ↗kassieren  ugs. · ↗kriegen  ugs. · ↗packen  ugs. · ↗schnappen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(in die Diskussion) einbringen · aufbringen (Thema) · aufs Tapet bringen · ↗aufwerfen · ins Spiel bringen  ●  (neu) in den Raum stellen  fig. · in den Raum werfen  fig. · in die Runde werfen  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufbringen · ↗entrüsten · ↗erbittern · ↗erbosen · ↗erzürnen · ↗kränken · schmerzlich berühren · ↗verärgern  ●  ↗verdrießen  geh.
Synonymgruppe
(die) Befehlsgewalt übernehmen (über) · aufbringen (Schiff)
Assoziationen
Synonymgruppe
(Geldsumme) aufbringen · ↗auftreiben · ↗einwerben · ↗zusammenbekommen · ↗zusammenbringen  ●  ↗zusammenkriegen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (eine) gemeinsame Kasse machen · ↗(sein Geld) zusammenlegen  ●  (sein) Geld in einen Topf werfen  ugs., fig. · zusammenschmeißen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrag Bund DM Eigenanteil Eigenkapital Energie Euro Geduld Geld Hälfte Kapital Kaufpreis Kosten Kraft Milliarde Million Mittel Mut Rest Spende Sponsor Steuerzahler Summe Verständnis allein bringen dafür gegeneinander jährlich selbst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufbringen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ist es für die rot-grüne Koalition dann noch wichtig, eine eigene Mehrheit aufzubringen?
Der Tagesspiegel, 13.10.2003
Die hoch verschuldete Gruppe ist derzeit gar nicht in der Lage, das Geld aufzubringen.
Süddeutsche Zeitung, 02.10.2003
Aber wenn keine Touristen mehr hinkämen, werde es kaum möglich sein, Geld dafür aufzubringen.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 299
Neue Ideen brachte von sich aus das Land nicht auf.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 463
Ich konnte mich nicht ermuntern, brachte die Augen nur blinzelnd auf.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 20301
Zitationshilfe
„aufbringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufbringen>, abgerufen am 21.02.2019.

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