aufbringen

Grammatik Verb · bringt auf, brachte auf, hat aufgebracht
Aussprache 
Worttrennung auf-brin-gen
Wortzerlegung auf- bringen
Wortbildung  mit ›aufbringen‹ als Grundform: aufgebracht
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. auftreiben, zusammenbringen
Beispiele:
die letzten Raten aufbringen
das nötige Geld, die erforderlichen Mittel für den Neubau aufbringen
die Zinsen für die Hypothek aufbringen
für die Hilfsaktion wurden aus der Tombola 1000 Euro aufgebracht
er muss Mut, Kraft, Energie, Geduld aufbringen (= zusammennehmen), wenn er sein Ziel erreichen will
die nötige Sorgfalt, ein besonderes Interesse, Verständnis für etw., jmdn. aufbringen
daß er kaum die Miete für die elende Wohnung aufbringen konnte [ Wasserm.Wahnschaffe2,189]
du hast die Frechheit aufgebracht (= warst so frech) [ BrechtMachard2]
2.
etw. in Umlauf bringen, einführen
Beispiel:
einen neuen Brauch, eine neue Lehre, Mode aufbringen
Unwahres verbreiten
Beispiele:
umgangssprachlichwer hat den Schwindel aufgebracht?
über eine der ersten Damen … Gerüchte aufzubringen [ Feuchtw.Goya259]
umgangssprachlichWer hat den Unsinn denn nun wieder aufgebracht? [ Hausm.Überfall183]
3.
jmdn. in Wut bringen, aufreizen
Beispiele:
jmdn. gegen sich aufbringen
das bringt mich förmlich auf!
Als sie ihn einmal recht verhöhnt und aufgebracht hatte [ BrodTycho Brahe154]
aufgebrachtwütend
Grammatik: häufig im Partizip II
Beispiele:
über, gegen etw., jmdn. aufgebracht sein
durch, über jmds. Benehmen, Zumutung, Frechheit aufgebracht sein
aufgebrachte Gemüter beruhigen
4.
landschaftlich, umgangssprachlich etw. öffnen können
in gegensätzlicher Bedeutung zu zubringen
Beispiele:
den Knoten (nicht) aufbringen
ich kann die Tür, das Schloss, die Schublade, das Fach, die Schnalle nicht aufbringen
Ich kann nur die Augen nicht aufbringen [ BrechtTrommelnII]
5.
etw. auf etw. anbringen
Beispiele:
Druckfarben, Muster auf weißes Gewebe aufbringen
eine elektrisch leitende Schicht aufbringen
Salbe auf die Haut aufbringen
Gardinen aufbringen (= aufhängen, aufstecken)
6.
Seemannssprache ein Schiff anhalten und unter Kontrolle stellen
Beispiele:
ein Handelsschiff aufbringen
das Schmugglerschiff ist von Zollkreuzern aufgebracht worden
7.
veraltend ein Kind aufziehen
Beispiele:
der einzige von vier Söhnen, den sie aufgebracht hatten [ Ebner-Eschenb.9,25]
[die] Schule, in der ich wissenschaftlich aufgebracht worden war [ Th. MannFaustus6,16]

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandes) habhaft werden · auffliegen lassen · aufgreifen · ausheben · ergreifen · ertappen · erwischen · fangen · fassen · festnehmen · greifen · hochgehen lassen · stellen · verhaften · zu fassen kriegen  ●  (jemandem) das Handwerk legen  fig. · (wieder) einkassieren  ugs., salopp, fig. · am Schlafittchen packen  ugs. · arripieren  geh., veraltet · aufbringen (Schiff)  fachspr., Jargon · hochnehmen  ugs. · hoppnehmen  ugs. · hopsnehmen  ugs. · kaschen  ugs. · kassieren  ugs. · kriegen  ugs. · packen  ugs. · schnappen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Frage aufwerfen · (etwas) (in die Diskussion) einbringen · (etwas) ins Spiel bringen · aufbringen (Thema) · aufs Tapet bringen  ●  (etwas) in den Raum stellen  fig. · in die Runde werfen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufbringen · entrüsten · erbittern · erbosen · erzürnen · kränken · schmerzlich berühren · verärgern  ●  verdrießen  geh.
Synonymgruppe
(die) Befehlsgewalt übernehmen (über) · aufbringen (Schiff)
Assoziationen
Synonymgruppe
(Leute) aufbringen (gegen) · (Leute) aufstacheln (gegen) · (Leute) aufwiegeln (gegen) · Stimmung machen (gegen) · Stimmungsmache betreiben (gegen) · hetzen (gegen)
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(Geldsumme) aufbringen · einwerben · zusammenbekommen · zusammenbringen  ●  auftreiben  ugs. · stemmen  fachspr., mediensprachlich, Jargon · zusammenkratzen  ugs. · zusammenkriegen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›aufbringen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufbringen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufbringen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber wenn keine Touristen mehr hinkämen, werde es kaum möglich sein, Geld dafür aufzubringen. [Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 299]
Vor allem wunderte ich mich, woher er die Kraft nahm zu schreien, so aufgebracht zu schreien. [Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 3]
Und da bitte ich auch hier, Verständnis dafür aufbringen zu wollen. [o. A.: Amtseinführung des Reichsstatthalters Carl Röver in Bremen, 13.05.1933]
Neue Ideen brachte von sich aus das Land nicht auf. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 463]
In dieser Lage brachte er für eine andere Tätigkeit als das Schreiben kein Verständnis auf. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„aufbringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufbringen>.

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