Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

aufbrummen

Grammatik Verb · brummt auf, brummte auf, hat/ist aufgebrummt
Aussprache 
Worttrennung auf-brum-men
Wortzerlegung auf- brummen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. kurz, einmal, plötzlich brummen
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [salopp] ...
    1. jmdm. eine Strafe auferlegen
  3. 3. [Seemannssprache] auf Grund kommen
eWDG

Bedeutungen

1.
kurz, einmal, plötzlich brummen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
sie rasch … von dem erschreckt aufbrummenden Tier [einem Bären] zurückzureißen [ MusilMann1482]
bildlich
Beispiel:
das Signalhorn brummte auf
2.
salopp
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
jmdm. eine Strafe aufbrummen
jmdm. eine Strafe auferlegen
Beispiele:
eine Ordnungsstrafe aufgebrummt bekommen
jmdm. ein paar Jahre Knast aufbrummen
den Schülern viel aufbrummen (= Hausaufgaben geben)
3.
Seemannssprache auf Grund kommen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
mit der Schiffsschraube bei einer Untiefe, mit dem Boot bei Ebbe aufbrummen
wir werden wohl noch öfter aufbrummen [ Hausm.Abel50]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brummen · aufbrummen · Gebrumm(e) · brummig · brummeln · Brummer · Brummbaß
brummen Vb. ‘einen tiefen Ton hervorbringen, in einer tiefen Tonlage die Stimme ertönen lassen, summen’. Das schwache Verb ahd. brummen ‘brünstig schreien’ (Hs. 12. Jh.), spätmhd. brummen ‘einen dumpfen Ton von sich geben, summen’, nl. (älter) brummen, danach brommen steht ablautend zu stark flektierendem ahd. breman ‘brüllen’ (9. Jh.), mhd. bremen ‘brummen, brüllen’ und zu ahd. (nicht sicher bezeugtem, aber aus einem Präteritum bram und der folgenden mhd. Form als möglich zu erschließendem) brimman, mhd. brimmen ‘dumpf tönen, brüllen’. Vgl. auch die unter Bremse1 und Brunft (s. d.) behandelten Ableitungen. Vergleichbar sind dem lautnachahmenden Verb lat. fremere ‘brüllen, tosen’, kymr. brefu ‘blöken, brüllen’, poln. brzmieć ‘tönen, summen’ und aind. bhramaráḥ ‘Biene’, so daß von ie. *bhrem- ‘brummen, summen, surren’ (Erweiterung einer Schallwurzel ie. *bher- ‘brummen, summen’?) ausgegangen werden kann, wozu mit unaspiriertem Anlaut griech. brémein (βρέμειν) ‘brausen, rauschen’. Umgangssprachlich-scherzhaftes brummen ‘eine Strafe absitzen’ kommt aus der Studentensprache des 19. Jhs.; hierzu auch aufbrummen Vb. jmdm. eine Strafe aufbrummen ‘auferlegen’ (19. Jh.). Gebrumm(e) n. (17. Jh.). brummig Adj. ‘mürrisch’ (18. Jh.). brummeln Vb. ‘leise brummen’ (15. Jh.). Brummer m. ‘wer brummt’ (16. Jh.), ‘große Fliege, Schmeißfliege’ (belegt seit 19. Jh., doch wohl älter). Brummbaß m. ‘Kontrabaß’ (18. Jh.), ‘tiefe Männerstimme’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbürden · aufdrücken · auferlegen · aufnötigen · aufoktroyieren · aufpfropfen · aufzwingen  ●  (jemandem etwas) an den Hals hängen  ugs., fig. · (jemandem etwas) ans Bein binden  ugs., fig. · (jemandem etwas) aufs Auge drücken  ugs. · (jemandem etwas) verpassen  ugs. · (jemanden) zwangsbeglücken (mit)  ugs., ironisch · aufbrummen  ugs. · aufhalsen  ugs. · oktroyieren  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›aufbrummen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufbrummen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufbrummen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Wort »aufgebrummt« nahm sich in seinem Munde besonders drollig aus. [Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 67]
Der Guard bekam eine Sperre von nur einem Spiel aufgebrummt. [Die Zeit, 20.11.2013 (online)]
Da haben sie ihm zwei weitere Jahre aufgebrummt, weil er gefragt hat. [Süddeutsche Zeitung, 10.11.1999]
Gestern bekam er drei Jahre und zehn Monaten Haft aufgebrummt. [Bild, 05.07.2005]
Wegen Störung des öffentlichen Friedens bekam die Mutter 1000 Euro oder 125 Tage Haft aufgebrummt. [Bild, 01.07.2004]
Zitationshilfe
„aufbrummen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufbrummen>.

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