aufdonnern

Grammatik Verb · reflexiv
Worttrennung auf-don-nern
Wortzerlegung auf-donnern
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp, abwertend sich überladen und geschmacklos kleiden, sich auftakeln
Beispiele:
sie donnerte sich auf
die hat sich aber aufgedonnert!
Grammatik: häufig im Partizip II
Beispiele:
sie ist furchtbar, lächerlich aufgedonnert
[ein] hübsches Frauenzimmer, kokottenhaft aufgedonnert [ G. Hauptm.KramerII]
bildlich
Beispiel:
die protzig hohen, aufgedonnerten Häuser [ HesseUnterm Rad1,387]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Donner · donnern · aufdonnern · verdonnern · Donnerbüchse · Donnerkeil · Donnerwetter · Dunnerlittchen
Donner m. dem Blitz folgendes krachendes Geräusch bei Gewitter, gleichzeitig Name des germanischen Gottes des Gewitters und der Fruchtbarkeit, Donar, vgl. anord. Þōrr, älter Þunarr, asächs. Thunar. Ahd. thonar (9. Jh.), mhd. doner, donre, dunre, mnd. dōner, donner, donre, donder, mnl. donder, donre, nl. donder, aengl. þunor, engl. thunder, norw. torden stellen sich mit aengl. þunian ‘donnern, brüllen, krachen’, mnd. dȫnen ‘tönen, lärmen’, mhd. dunen, dünen ‘dröhnen, donnern’ zur Wurzel ie. *(s)ten(ə)- ‘donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen’; zur selben Wurzel gehört ↗stöhnen (s. d.). Außergerm. Verwandte sind lat. tonāre ‘donnern’, aind. stánati, stanáyati ‘donnert’, tányati ‘erschallt, ertönt, tost, rauscht’, tanyatúḥ ‘Donnern, Tosen’, pers. tondar ‘Donner’. donnern Vb. ‘krachen’ (bei Gewitter), ahd. thonarōn (8. Jh.), mhd. donren, dunren, mnd. dōneren, donnern, aengl. þunrian, engl. to thunder, nl. donderen, Bildungen zum Substantiv. aufdonnern Vb. ‘auffällig (und geschmacklos) zurechtmachen’ im Hinblick auf den durchschlagenden Effekt (18. Jh.); kaum zu ital. donna, nd. Dunna, hd. Donna ‘Dame’ gebildet, wie vielfach angenommen. Ähnlich wohl verdonnern Vb. ‘effektvoll, d. h. kurz und schroff verurteilen bzw. gegen den Willen des Betroffenen mit etw. beauftragen’ (19. Jh.). Donnerbüchse f. ‘Gewehr’, zuvor ‘Kanone’ (15. Jh.). Donnerkeil m. ‘Blitzstrahl’ (16. Jh.); auch versteinertes Schalenteil ausgestorbener Kopffüßer, ‘Belemnit’, nach volkstümlicher Vorstellung durch Blitz auf die Erde herabgeschleudert. Donnerwetter n. ‘Wetter mit Blitz und Donner’ (15. Jh., in Fluch und Verwünschung, 17. Jh.), auch ‘Krach, heftige Vorwürfe’ (17. Jh.). Abgeschwächt Donner-, Dunnerlittchen Interjektion nordd. Ausruf des Erstaunens (19. Jh.), eigentlich Lichtchen, vgl. ostpreuß. Lichting ‘Blitz’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufhübschen · ↗(sich) auftakeln · ↗(sich) ausstaffieren · (sich) fein machen · ↗(sich) herausputzen · (sich) in Staat werfen · (sich) schick anziehen · (sich) schick machen · ↗(sich) schön machen · (sich) stadtfein anziehen  ●  ↗(sich) aufbrezeln  ugs. · (sich) aufdonnern  ugs. · (sich) auftussen  ugs. · (sich) hochstylen  ugs. · (sich) in Schale schmeißen  ugs. · (sich) in Schale werfen  ugs. · (sich) piekfein anziehen  ugs. · (sich) piekfein machen  ugs. · ↗(sich) stylen  ugs. · ↗(sich) zurechtmachen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) schminken · Make-up auflegen  ●  ↗(sich) anmalen  ugs., abwertend · ↗(sich) aufbrezeln  ugs. · (sich) aufdonnern  ugs. · ↗(sich) auftakeln  ugs. · ↗(sich) zurechtmachen  ugs. · Kriegsbemalung auflegen  ugs., scherzhaft-ironisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›aufdonnern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufdonnern‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufdonnern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal habe ich mich aufgedonnert, manchmal bin ich auch direkt nach der Arbeit hin.
Die Zeit, 28.08.2000, Nr. 35
Wo Forte stand, griff er leise zu, ein Piano konnte er aufdonnern.
Der Spiegel, 11.10.1982
Und sie sollte bloß nicht so aufgedonnert sein und was im Kopf haben.
Bild, 07.06.2005
Zum ersten Mal seit Jahren donnerte gleich mehrmals mitreißender Applaus auf.
Süddeutsche Zeitung, 07.01.2003
Letzteres meint das künstliche Ausschmücken zum Zweck besserer Vorzeigbarkeit, früher wurde das aufdonnern genannt.
Die Welt, 31.08.2004
Zitationshilfe
„aufdonnern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufdonnern>, abgerufen am 15.01.2021.

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