auffahren

GrammatikVerb · fährt auf, fuhr auf, ist/hat aufgefahren
Aussprache
Worttrennungauf-fah-ren (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-fahren
Wortbildung mit ›auffahren‹ als Grundform: ↗Auffahrt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
hochfahren, aus der Ruhe emporschnellen
a)
Beispiele:
freudig, erschrocken, entsetzt, erregt, schreiend (vom Sitz, Stuhl) auffahren
aus seinen Gedanken, Träumereien, aus dem Schlaf auffahren
wenn ein Schritt draußen auf dem Flur erscholl, fuhr sie auf und horchte [HeyseI 5,12]
b)
aufbrausen, in Zorn geraten
Beispiele:
ärgerlich, wütend, wild, heftig, empört, furchtbar auffahren
jmd. hat ein auffahrendes Wesen
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
Religion gen Himmel fahren
Beispiele:
[das Kind] das bestimmt ist, zu leiden, zu sterben und aufzufahren [Th. MannJoseph3,28]
einen Drachen [aus Papier], der nicht nur wie ein Engel auffahren ... würde [Hausm.Überfall46]
3.
mit Hilfsverb ›ist‹
heranfahren
a)
vorfahren
Beispiele:
im Wagen vor dem Palais auffahren
Bei Konsul Breetpoot mußte Ball sein ... fortwährend fuhren Wagen auf [H. MannUnrat1,440]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiel:
Die Zeugen fahren auf (= treten einzeln auf) [TucholskyDeutschland144]
b)
in Feuerstellung gehen
Beispiele:
Geschütze, Panzer fahren auf
Wasserwerfer fuhren auf
übertragen
Beispiel:
salopp mit schwerem Geschütz auffahren (= jmdm. mit scharfen, eindeutigen Worten entgegentreten)
4.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. heranfahren
a)
etw. in Stellung bringen
Beispiele:
Eine Gulaschkanone wurde auf dem Bahnsteig aufgefahren [RemarqueZeit zu leben364]
Kanonen sollte man auffahren [H. MannUntertan4,60]
übertragen
Beispiel:
salopp (ein) grobes Geschütz auffahren (= jmdn. anfahren, jmdm. mit groben Worten entgegentreten)
b)
salopp große Mengen auftischen, anfahren
Beispiele:
mehrere Gänge, eine Runde Bier nach der anderen auffahren (lassen)
ich fuhr bereits die zweite Flaschenbatterie auf [RaabeII 2,193]
Mutter Bella ließ auffahren, was die Vorratskammern an Feinstem boten [K. MannMephisto326]
5.
mit Hilfsverb ›ist‹
auf etw. auffahrenauf etw. darauf fahren, aufprallen
Beispiele:
der Triebwagen ist im Nebel auf den Güterzug aufgefahren
das Auto war bei großer Geschwindigkeit auf einen Lastwagen, ein Hindernis aufgefahren
das Schiff ist auf ein Felsenriff aufgefahren (= auf Grund geraten)
6.
mit Hilfsverb ›ist‹
Beispiele:
dichtes Auffahren bei übermäßiger Geschwindigkeit hat manchen Verkehrsunfall verursacht (= dichtes Hintereinanderfahren, Aufschließen bei übermäßiger Geschwindigkeit hat manchen Verkehrsunfall verursacht)
an Verkehrskreuzungen in Dreierreihen auffahren
7.
mit Hilfsverb ›hat‹
Bergmannssprache
Beispiel:
eine Strecke auffahren (= vortreiben)

Thesaurus

Synonymgruppe
auffahren · ↗rammen
Synonymgruppe
aufbrausen · auffahren · ↗brüllen · ↗herumbrüllen · ↗herumschreien  ●  ↗blöken  derb · rumbrüllen  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem mit etwas) aufwarten · ↗anbieten · ↗anrichten · auf den Tisch bringen · ↗auftafeln · ↗auftischen · ↗auftragen · ↗kredenzen · ↗servieren · ↗vorsetzen  ●  auffahren  ugs. · ↗hinstellen  ugs. · jemanden traktieren mit  geh., veraltend
Synonymgruppe
auffahren · ↗aufschrecken · ↗aufspringen · ↗emporfahren · ↗emporschnellen · ↗hochfahren · ↗hochschrecken · ↗hochspringen · in die Höhe fahren  ●  (plötzlich) senkrecht im Bett stehen  ugs., fig. · aufspringen wie von der Tarantel gestochen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschlußstelle Autobahn Bagger Baumaschine Bus Fahrzeug Geschwindigkeit Geschütz Güterzug Kanone Kleinbus Kleintransporter Laster Lastwagen Lastzug Lkw Panzer Pkw Polizeiangabe Reisebus Sattelschlepper Sattelzug Stauende Theaterstück Vordermann Wagen Wasserwerfer dicht fahren ungebremst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auffahren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Während ein Auto noch rechtzeitig bremsen konnte, fuhr ein zweiter Wagen auf.
Die Welt, 14.04.2005
Fast ungebremst fuhr er auf ein vor ihm haltendes Auto auf.
Bild, 31.07.2001
Sonst fahren sie gleich mit den ausgefallensten Namen auf, die Schriftsteller.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 173
Fast jede Nacht fuhren wir erschrocken auf bei seinem Fluchen und Herumhämmern.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 91
Ein Wind fährt auf, fegt durch die Gärten, wirbelt Staub auf und reißt die Blätter von den Bäumen.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 138
Zitationshilfe
„auffahren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auffahren>, abgerufen am 18.10.2019.

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