Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

auffallen

Grammatik Verb · fällt auf, fiel auf, ist aufgefallen
Aussprache 
Worttrennung auf-fal-len
Wortzerlegung auf- fallen
Wortbildung  mit ›auffallen‹ als Erstglied: auffallend · auffällig
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdm. ins Auge fallen, jmds. Aufmerksamkeit erregen
Beispiele:
ihre Gestalt, Kleidung, außergewöhnliche Schönheit, Begabung, ihr Benehmen fiel (allen) angenehm auf
um nicht aufzufallen, wählte sie ein dunkles, schlichtes Kleid
sie will nur auffallen
seine Abwesenheit fiel nicht auf
unangenehm auffallen
es ist uns zum ersten Male aufgefallen, dass …
fiel dir nichts an ihm auf?
die Ähnlichkeit der Geschwister fiel uns sofort auf (= drängte sich uns auf)
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
eine auffallende Erscheinung, Figur, Blässe
zu etw. in einem auffallenden Gegensatz stehen
eine auffallende Veränderung feststellen
das Auffallendste an ihr waren die Augen
sich auffallend frisieren, kleiden, benehmen
sie ist auffallend still
er gleicht ihm auffallend, sieht ihm auffallend ähnlich
seine Nase war auffallend fein geschnitten [ Th. MannBuddenbrooks1,14]
2.
auf etw. auftreffen
Beispiele:
Strahlen, die auf die Erdoberfläche auffallen
das auffallende Sonnenlicht
der Ball fiel außerhalb des Spielfeldes auf
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fallen · fällig · auffallen · auffallend · auffällig · ausfallen · ausfallend · ausfällig · ausgefallen · einfallen · Einfall · Fall · Fallbeil · Fallreep · Gefälle · Falle
fallen Vb. ‘sich nach unten bewegen (durch die eigene Schwere), stürzen, sinken, (im Kampf als Soldat) sterben’, ahd. fallan ‘(herab)stürzen, zu Fall kommen, einstürzen, sinken, zuteil werden, umfallen, verfallen’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. vallen, asächs. fallan, aengl. feallan, fallan, engl. to fall, anord. schwed. falla. Mit dem ehemals ein präsensbildendes n aufweisenden Verb (ll aus ln) sind höchstens vergleichbar armen. p‛ul ‘Einsturz’, p‛lamin ‘ich falle ein’ und (dehnstufig) lit. pùlti ‘fallen’, vielleicht (als Variante mit anlautendem s-) auch griech. sphállein (σφάλλειν) ‘zu Fall bringen, zugrunde richten, täuschen’, so daß von einer Wurzel ie. *phō̌l- bzw. *pō̌l- ‘fallen’ (d. h. ‘sich nach dem Gesetz der Schwerkraft abwärts bewegen’) ausgegangen werden kann. – fällig Adj. ‘für einen bestimmten Termin vorgesehen, zur Zahlung anstehend’ (15. Jh.), mhd. (rechtssprachlich) vellic ‘der Zahlung, der Buße, der Strafe verfallen, verurteilt’, wohl abgeleitet vom Verb mhd. fallen im Sinne von ‘fällig sein, werden’. Vgl. ahd. fellīg ‘fallend, stürzend, baufällig, eingestürzt’ (10. Jh.), mhd. vellec, vellic ‘zu Fall kommend, fallend (besonders im Kampf), vor Gericht überwunden’; häufig suffixartig als zweites Glied in Komposita wie bau-, hin-, rückfällig. auffallen Vb. ‘hervorstechen, ins Auge springen’ (18. Jh.), älter ‘(sich) fallend öffnen’ (um 1700), ‘auf etw. fallen’ (16. Jh.); auffallend Part.adj. ‘hervorstechend, in die Augen springend, die Aufmerksamkeit auf sich lenkend’ (18. Jh.); damit gleichbed. auffällig Adj. (Anfang 19. Jh.). ausfallen Vb. ‘herausfallen, angreifen, enden, unterbleiben’, mhd. ūʒvallen ‘ausrenken’ (den Fuß); ausfallend Part.adj. ‘herausfordernd, beleidigend’ (18. Jh.), aus älterem ‘einen militärischen Ausbruch, Angriff unternehmend’ (16. Jh.); gleichbed. jüngeres ausfällig Adj. ‘beschimpfend, beleidigend’ (19. Jh.), zuvor (bei Zahlungen) ‘seinen Verpflichtungen nicht nachkommend’ (16. Jh.); ausgefallen Part.adj. ‘nicht alltäglich’ (um 1900). einfallen Vb. ‘zusammenstürzen, eindringen, in den Sinn kommen’, ahd. infallan ‘aus etw. auf etw. fallen, Eingang finden’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īnvallen ‘Eingang finden, eindringen, als Besitz zufallen, in den Sinn kommen, beginnen’; Einfall m. ‘das Einbrechen, feindliches Eindringen, plötzlicher Gedanke’, mhd. īn-, inval ‘das Einfallen, Einbruch, Eingriff in jmds. Recht, Zwischenfall, zufälliger Gedanke, Einrede’. Fall m. ‘Sturz, Untergang, Ereignis, (Rechts)angelegenheit’, auch (seit 17. Jh.) ‘grammatischer Kasus’ (s. Kasus), ahd. fal ‘(Ein)sturz, Ärgernis, Kränkung’ (8. Jh.), mhd. val (Genitiv valles) ‘das Fallen der Würfel, des Wassers, der Töne, Sturz, Niederlage, Straffall, Abgabe bei Todesfall an den Lehnsherrn’ (germ. *falla-). Die Verwendungsweisen sind beeinflußt vom Bild der gefallenen Würfel, von lat. cāsus ‘das Fallen, Sturz, Vorfall, Zufall, Gelegenheit, Unfall, grammatischer Kasus’, das bereits in ahd. Zeit durch fal übersetzt wird, und von frz. cas ‘Fall’, vgl. Wendungen wie setzen wir den Fall (frz. posons le cas), auf alle Fälle (frz. en tout cas), das ist ganz mein Fall (frz. c’est là mon cas). Fallbeil n. ‘Hinrichtungsmaschine’ (17. Jh.), seit dem 19. Jh. neben Guillotine. Fallreep n. ‘Treppe (Strickleiter), die an der Schiffswand heruntergelassen wird’ (18. Jh.), aus nd. Valreep, vgl. nd. Reep ‘Tau, Seil, mit dessen Hilfe man sich vom Schiffsbord schwingend ins Boot fallen läßt’, s. Reif1. Gefälle n. ‘Höhenunterschied, Bodenneigung’, ahd. gifelli ‘Einsturz, Unfall, Verfall’ (um 1000), mhd. gevelle ‘Sturz, Ein-, Absturz, abschüssiges tiefes Tal, guter Würfelfall, Glück, Schicksal, das Gefallen’, kollektive ja-Ableitung zu ahd. fal. Falle f. ‘Tierfanggerät, Hinterhalt’, ahd. falla ‘Falle, Fallstrick’ (8. Jh.), mhd. valle ‘Falle, Türklinke’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufsehen erregen · Furore machen · auf sich aufmerksam machen (durch) · auffallen · für Furore sorgen · von sich reden machen
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufmerksamkeit auf sich ziehen · Aufmerksamkeit erregen · aufhorchen lassen · bemerkt werden · hellhörig machen · stutzig machen  ●  (jemanden) aufmerken lassen  veraltend · (jemandem) auffallen  ugs. · bei jemandem klingeln die Glocken  ugs., fig.
Assoziationen
  • (sehr) auf der Hut sein · misstrauisch werden · vorgewarnt sein  ●  bei jemandem klingeln alle Alarmglocken fig. · bei jemandem schrillen sämtliche Alarmglocken fig.
  • (etwas) bemerken · (jemandem) auffallen · (jemanden) aufhorchen lassen · (jemanden) stutzen lassen · aufmerksam werden (auf) · hellhörig werden · stutzen · stutzig werden
Synonymgruppe
(die) Blicke auf sich ziehen · (jemandem) auffallen · Aufmerksamkeit erregen (mit) · bemerkt werden  ●  ins Auge fallen  fig. · ins Auge stechen  fig. · (jemanden) anspringen  ugs., fig. · ins Auge springen  ugs., fig.
Assoziationen
  • auffallend · auffällig · augenfällig · ausgeprägt · hervorstechend · ins Auge fallend · ins Auge springen(d) · ins Auge stechend · markant · nicht zu übersehen · stark · unübersehbar · wahrnehmbar  ●  apparent fachspr., medizinisch, lat. · dick und fett (anschreiben / ankreuzen) ugs. · eklatant geh. · flagrant geh., bildungssprachlich · klar und deutlich ugs. · salient fachspr., psychologisch
  • (etwas) bemerken · (jemandem) auffallen · (jemanden) aufhorchen lassen · (jemanden) stutzen lassen · aufmerksam werden (auf) · hellhörig werden · stutzen · stutzig werden
Synonymgruppe
(jemandes) Name fällt im Zusammenhang mit · (man wurde) aufmerksam auf · (sich) hervortun (durch / mit) · auf sich aufmerksam machen · auffallen (mit) · in Erscheinung treten
Assoziationen
  • (sein) Profil schärfen · (sich) abgrenzen gegen · (sich) deutlich unterscheiden wollen · (sich) zu profilieren suchen (mit) · unverwechselbar werden · versuchen, an Profil zu gewinnen
Synonymgruppe
(etwas) bemerken · (jemandem) auffallen · (jemanden) aufhorchen lassen · (jemanden) stutzen lassen · aufmerksam werden (auf) · hellhörig werden · stutzen · stutzig werden
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) auffallen (aufgrund von Erfahrung) · einen Blick haben (für)

Typische Verbindungen zu ›auffallen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auffallen‹.

Verwendungsbeispiele für ›auffallen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Punks fielen durch ihr aggressives Verhalten in der Öffentlichkeit auf. [Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 13]
Um so weniger werden wir bei anderen, deren Gäste wir sind, unangenehm auffallen. [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 53]
Ein paar Tage später erfuhr ich im Radio, dass ich in die Regierung berufen worden war – offenbar war ich durch das Interview aufgefallen. [Die Zeit, 09.03.2000, Nr. 11]
Gerade weil im College jeder anders aussah, fiel niemand mehr besonders auf. [Die Zeit, 01.03.1996, Nr. 10]
Warum war ihr niemals aufgefallen, dass nichts zusammenpasste, gar nichts? [Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 267]
Zitationshilfe
„auffallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auffallen>.

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