Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

aufforsten

Grammatik Verb · forstet auf, forstete auf, hat aufgeforstet
Aussprache 
Worttrennung auf-fors-ten
Wortzerlegung auf- forsten
Wortbildung  mit ›aufforsten‹ als Erstglied: Aufforstung
eWDG

Bedeutung

Wald neu anpflanzen
Beispiele:
es wird nicht nur abgeholzt, sondern auch aufgeforstet
Kahlflächen, Ödland, einen Schlag (mit Fichten) aufforsten
Ein geldbedürftiger Vorfahr hatte die Bäume fällen und den Grund nicht mehr aufforsten lassen [ Ebner-Eschenb.6,251]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Forst · Förster · Försterei · aufforsten · durchforsten · Forstmeister
Forst m. ‘bewirtschafteter Wald, Staatswald’. Die Etymologie von ahd. forst (um 800), mhd. forst, vorst ist trotz verschiedener Deutungsversuche ungeklärt. Vertreter einer germ. Herkunft des Wortes sehen in ahd. forst (aus *forhist, das im merowingischen Westfranken sein h verliert) eine Ableitung mit st-Suffix von dem in ahd. for(a)ha, nhd. Föhre (s. d.) bewahrten Baumnamen. Danach ist Forst ursprünglich als ‘Föhren-, Nadelwald’ zu verstehen. Bei dieser Herleitung bleibt jedoch die von Anfang an bezeugte rechtsterminologische Bedeutung ‘dem König zu Jagd, Rodung und Holzschlag vorbehaltener Wald’ (vgl. ahd. forst ‘Bannwald, unter Aufsicht stehender königlicher Wald’) unberücksichtigt. Daher wird von anderen eine Entlehnung aus dem Galloroman. angenommen. Dem afrz. forest ‘Wald, der dem König vorbehalten ist’, dann ‘ausgedehnter Wald’ (frz. forêt) geht mlat. forestis ‘Gebiet, das dem König zum Jagen und Fischen vorbehalten bleibt, Königswald’ voraus, das in den langobardischen Gesetzen und den karolingischen Kapitularien gut bezeugt ist. Mlat. forestis (aus *forestis silva?), das als Ableitung entweder von lat. forum ‘Gericht, Gerichtshof’ oder von lat. forīs ‘draußen, außerhalb eines Ortes’ (zu foris ‘Tür’) aufgefaßt wird, ist dann als ‘das außerhalb (der freien Jagd) Liegende; Wald, der der königlichen Gerichtsbarkeit unterstellt ist und außerhalb der allgemeinen Nutzung steht’ zu deuten. Schließlich wird für mlat. forestis, afrz. aprov. forest auch Herkunft aus kelt. *dvorestu- (mit Latinisierung des Suffixes zu -estis) erwogen. Vgl. Kaspers in: Wiss. Zs. KMU Leipzig, Ges.-wiss. Reihe 7 (1957/58) 86 ff. Förster m. ‘höherer Forstangestellter’, ahd. forstāri (10. Jh.), mhd. forstære; vgl. mlat. forestarius. Försterei f. ‘Amtssitz und Wohnung des Försters’ (19. Jh.). aufforsten Vb. ‘abgeholzte Waldflächen neu bepflanzen’, durchforsten Vb. ‘Waldbestand lichten’ (beide 19. Jh.). Forstmeister m. ‘Leiter eines Forstamtes’, mhd. forstmeister ‘(Ober)förster’.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
aufforsten · bewalden

Typische Verbindungen zu ›aufforsten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufforsten‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufforsten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie kamen Sie auf die Idee, gleich eine ganze Abteilung aufzuforsten? [Süddeutsche Zeitung, 01.02.2003]
Schließlich könne man ja an einer anderen Stelle wieder aufforsten. [Süddeutsche Zeitung, 09.01.2003]
Womöglich ist es an der Zeit, diesen Ort in der Imagination wieder aufzuforsten. [Süddeutsche Zeitung, 21.08.2000]
Staatliche Angestellte forsten sie auf, legen übersichtliche Wege an und kehren sie regelmäßig. [Die Zeit, 06.03.1992, Nr. 11]
Die Regierung hat noch nicht abgewirtschaftet, die Opposition noch nicht wieder aufgeforstet. [Die Zeit, 23.10.1970, Nr. 43]
Zitationshilfe
„aufforsten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufforsten>.

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