aufforsten

GrammatikVerb · forstet auf, forstete auf, hat aufgeforstet
Aussprache
Worttrennungauf-fors-ten
Wortzerlegungauf-forsten
Wortbildung mit ›aufforsten‹ als Erstglied: ↗Aufforstung
eWDG, 1967

Bedeutung

Wald neu anpflanzen
Beispiele:
es wird nicht nur abgeholzt, sondern auch aufgeforstet
Kahlflächen, Ödland, einen Schlag (mit Fichten) aufforsten
Ein geldbedürftiger Vorfahr hatte die Bäume fällen und den Grund nicht mehr aufforsten lassen [Ebner-Eschenb.6,251]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Forst · Förster · Försterei · aufforsten · durchforsten · Forstmeister
Forst m. ‘bewirtschafteter Wald, Staatswald’. Die Etymologie von ahd. forst (um 800), mhd. forst, vorst ist trotz verschiedener Deutungsversuche ungeklärt. Vertreter einer germ. Herkunft des Wortes sehen in ahd. forst (aus *forhist, das im merowingischen Westfranken sein h verliert) eine Ableitung mit st-Suffix von dem in ahd. for(a)ha, nhd.Föhre (s. d.) bewahrten Baumnamen. Danach ist Forst ursprünglich als ‘Föhren-, Nadelwald’ zu verstehen. Bei dieser Herleitung bleibt jedoch die von Anfang an bezeugte rechtsterminologische Bedeutung ‘dem König zu Jagd, Rodung und Holzschlag vorbehaltener Wald’ (vgl. ahd. forst ‘Bannwald, unter Aufsicht stehender königlicher Wald’) unberücksichtigt. Daher wird von anderen eine Entlehnung aus dem Galloroman. angenommen. Dem afrz. forest ‘Wald, der dem König vorbehalten ist’, dann ‘ausgedehnter Wald’ (frz. forêt) geht mlat. forestis ‘Gebiet, das dem König zum Jagen und Fischen vorbehalten bleibt, Königswald’ voraus, das in den langobardischen Gesetzen und den karolingischen Kapitularien gut bezeugt ist. Mlat. forestis (aus *forestis silva?), das als Ableitung entweder von lat. forum ‘Gericht, Gerichtshof’ oder von lat. forīs ‘draußen, außerhalb eines Ortes’ (zu foris ‘Tür’) aufgefaßt wird, ist dann als ‘das außerhalb (der freien Jagd) Liegende; Wald, der der königlichen Gerichtsbarkeit unterstellt ist und außerhalb der allgemeinen Nutzung steht’ zu deuten. Schließlich wird für mlat. forestis, afrz. aprov. forest auch Herkunft aus kelt. *dvorestu- (mit Latinisierung des Suffixes zu -estis) erwogen. Vgl. Kaspers in: Wiss. Zs. KMU Leipzig, Ges.-wiss. Reihe 7 (1957/58) 86 ff. Förster m. ‘höherer Forstangestellter’, ahd. forstāri (10. Jh.), mhd. forstære; vgl. mlat. forestarius. Försterei f. ‘Amtssitz und Wohnung des Försters’ (19. Jh.). aufforsten Vb. ‘abgeholzte Waldflächen neu bepflanzen’, durchforsten Vb. ‘Waldbestand lichten’ (beide 19. Jh.). Forstmeister m. ‘Leiter eines Forstamtes’, mhd. forstmeister ‘(Ober)förster’.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
aufforsten · ↗bewalden

Typische Verbindungen
computergeneriert

Acker Ausgleich Baum Baumart Fichte Fläche Gebiet Ha Hektar Kahlschlag Kiefer Landstrich Pinie Regenwald Wald Waldfläche Wiese abbauen abholzen begrünen forsten wieder

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufforsten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie kamen Sie auf die Idee, gleich eine ganze Abteilung aufzuforsten?
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2003
Staatliche Angestellte forsten sie auf, legen übersichtliche Wege an und kehren sie regelmäßig.
Die Zeit, 06.03.1992, Nr. 11
In der Zeit von 1966 bis 1970 sind zudem 154000 ha Land neu aufgeforstet worden; allein 1971 wurden 420 Mill.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - U. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 21287
So ging er daran, die Mischwälder abzuschlagen und an ihrer Stelle einheitliche Baumbestände aufzuforsten.
Frisch, Karl von: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 216
Am Mittellauf des Gelben Flusses sind inzwischen 400000 Hektar Bergland aufgeforstet worden.
o. A. [dap/rw.]: Der Gelbe Fluß. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1976]
Zitationshilfe
„aufforsten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufforsten>, abgerufen am 15.11.2019.

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