aufgeschmissen

Grammatikpartizipiales Adjektiv (in Verbindung mit »sein«)
Aussprache
Worttrennungauf-ge-schmis-sen (computergeneriert)
Grundformaufschmeißen
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp plötzlich hilflos, in der Klemme
Beispiele:
ich bin, war schön aufgeschmissen
wenn nicht bis morgen eine Geldsendung eintrifft, sind wir restlos aufgeschmissen

Thesaurus

Synonymgruppe
hilflos · ↗verloren · weiß sich nicht zu helfen  ●  aufgeschmissen  ugs.
Assoziationen
  • außer Fassung · ↗entgeistert · ↗fassungslos · geschockt · ↗ratlos · schockiert · ↗verständnislos · wie vom Schlag getroffen  ●  ↗(ganz) durcheinander  ugs., fig. · (ganz) von den Socken  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · (jemanden) trifft der Schlag  ugs., fig. · dazu fällt jemandem nichts mehr ein  ugs. · die Welt nicht mehr verstehen  ugs. · erstaunten Auges (humor. altertümelnd)  geh. · ↗konsterniert  geh. · ↗verdattert  ugs. · wie vor den Kopf geschlagen  ugs.
  • HILO  Jargon · hilflose Person  Jargon
  • (auch) nicht (mehr) weiterwissen · (es ist) keine Lösung in Sicht (für) · (sich) keinen Rat wissen · (sich) nicht mehr zu helfen wissen · keine Lösung (parat) haben · mit seiner Weisheit am Ende sein · nicht wissen, was man machen soll · nicht wissen, was zu tun ist · passen müssen  ●  (Da) ist guter Rat teuer.  sprichwörtlich · keine Antwort(en) haben auf  fig. · ratlos sein  Hauptform · (dastehen / aussehen) wie eine Kuh wenn's donnert  ugs. · (sich) die Haare raufen  ugs., fig. · ↗(zu etwas) fällt einem nichts (mehr) ein  ugs. · Was tun, sprach Zeus.  ugs., Spruch · kein Patentrezept haben  ugs., fig. · mit seinem Latein am Ende (sein)  ugs., fig. · nackt in den Erbsen stehen  ugs., fig. · sein Pulver verschossen haben  ugs., fig. · und da(nn) verließen sie ihn  ugs., Spruch · und jetzt?  ugs., variabel
  • vergesslich · ↗zerstreut  ●  (ein) zerstreuter Professor (humor. Klischee)  ugs. · ↗schusselig  ugs. · ↗schusslig  ugs. · ↗trottelig  ugs. · tüddelig  ugs., norddeutsch · ↗tüdelig  ugs.
Synonymgruppe
am Ende (sein) · aufgeschmissen · ausgespielt haben · ↗erledigt · ↗geliefert  ●  im Arsch  derb · ↗verloren (sein)  geh. · ↗verratzt  ugs.
Assoziationen
  • (es) geht nicht mehr (weiter) · (es) ging nicht mehr (weiter) · (jemanden) verlassen die Kräfte · kann nicht mehr (weiter) · keine Kraft mehr haben · nichts geht mehr  ●  (jemandem) geht die Puste aus  ugs.
  • nichts geht mehr (Roulette)  ●  rien ne va plus  franz.
  • auf verlorenem Posten (stehen) · ↗aussichtslos · ↗ausweglos · ↗chancenlos · ↗hoffnungslos · verbaut · ↗verfahren  ●  festgefahren  fig. · in einer Sackgasse  fig.
  • das bedeutet das Aus  ●  das Spiel ist aus  fig. · da ist nichts mehr zu machen  ugs. · das ist das Aus  ugs. · das war's dann  ugs. · das war's dann wohl (für)  ugs. · die Sache ist gelaufen  ugs. · wir sind geliefert  ugs.
  • (von vornherein) zum Scheitern verurteilt · ↗Makulatur · hoffnungsloses Unterfangen · ↗illusorisch · keine Option · keinen Sinn haben · keinen Sinn machen · keinen Sinn und Zweck haben · keinen Zweck haben · nicht realisierbar · nichts zu machen sein · ohne Aussicht auf Erfolg · ohne Sinn und Zweck · ↗sinnlos · ↗unsinnig · ↗vergeblich · zu nichts führen · ↗zwecklos  ●  (ein) tot geborenes Kind  fig. · (ein) totgeborenes Kind  fig. · ↗aussichtslos  Hauptform · (das) kannst du vergessen  ugs. · (gut) für die Tonne  ugs. · bringt nichts  ugs. · führt zu nichts  ugs. · für den Arsch  vulg. · für die Katz  ugs. · hat keinen Wert  ugs., ruhrdt. · ↗umsonst  ugs. · ↗witzlos  ugs. · zu nichts gut sein  ugs.
  • am Ende sein  ●  am Boden liegen  fig. · ausgespielt haben  fig. · erledigt sein  ugs.
  • (jemandes) Möglichkeiten sind erschöpft · alles versucht haben · an seine Grenzen gelangen · an seine Grenzen stoßen · nicht weiterkommen · sein (persönliches) Limit erreichen
  • (bereits) am (oberen) Anschlag · (da) ist Feierabend · (das) Äußerste sein · (die) absolute Obergrenze sein · am oberen Limit (sein) · besser geht es nicht · das Maximum (darstellen) · das war mein letztes Wort · mehr gibt es nicht · mehr ist nicht drin · mehr ist nicht zu holen · mehr sitzt nicht drin · nichts mehr zu holen  ●  (das) Ende der Fahnenstange sein  fig. · (es ist) alles ausgereizt  ugs. · alles ausgereizt haben  ugs. · das höchste der Gefühle (sein)  ugs. · mehr geht (einfach) nicht  ugs., Hauptform · voll ausgereizt sein  ugs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit einem 90 Jahre alten Reiseführer ist man eigentlich überall aufgeschmissen.
Süddeutsche Zeitung, 07.07.2004
Ohne Deutschkenntnisse ist der Patient aber aufgeschmissen, da geht das System an der gemischten Gesellschaft vorbei.
Der Tagesspiegel, 23.11.2003
Italiens Single-Männer sind meist aufgeschmissen, wenn sie alleine leben sollen.
Bild, 20.11.1999
Scheidet das Spitzenpferd aus, ist auch der Ausnahmereiter häufig erst mal aufgeschmissen.
Süddeutsche Zeitung, 10.12.1996
Ohne ihre Mutter wäre Márcia, eines von zehn Geschwistern in ihrer Familie, wohl aufgeschmissen.
Die Welt, 24.08.2004
Zitationshilfe
„aufgeschmissen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufgeschmissen>, abgerufen am 26.03.2019.

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