aufgreifen

Grammatik Verb · greift auf, griff auf, hat aufgegriffen
Aussprache 
Worttrennung auf-grei-fen
Wortzerlegung auf-greifen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. aufheben, aufnehmen
Beispiele:
Er hatte sich eine liegengebliebene Zeitung aufgegriffen [SeghersSiebtes Kreuz4,204]
einen dürren Ast vom Boden aufgreifend [RaabeSchüdderumpIII 1,92]
bildlich
Beispiel:
eine alte Methode (wieder) aufgreifen
übertragen auf etw. eingehen und es für sich auswerten
Beispiele:
ein Thema, eine These, Lehre, eine Wort, einen Gedanken, einen Vorschlag, eine Frage (lebhaft, begierig) aufgreifen
ein künstlerisches Motiv aufgreifen
2.
eine herumstreifende Person festnehmen
Beispiele:
einen Landstreicher als verdächtig aufgreifen
einen Dieb aufgreifen
Grammatik: oft im Passiv
Beispiel:
er wurde auf der Straße von einer Streife, ohne Papiere aufgegriffen

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandes) habhaft werden · auffliegen lassen · aufgreifen · ↗ausheben · ↗ergreifen · ↗ertappen · ↗erwischen · ↗fangen · ↗fassen · ↗festnehmen · greifen · hochgehen lassen · ↗stellen · ↗verhaften · zu fassen kriegen  ●  (jemandem) das Handwerk legen  fig. · ↗(wieder) einkassieren  ugs., salopp, fig. · am Schlafittchen packen  ugs. · arripieren  geh., veraltet · ↗aufbringen (Schiff)  fachspr., Jargon · ↗hochnehmen  ugs. · ↗hoppnehmen  ugs. · ↗hopsnehmen  ugs. · ↗kaschen  ugs. · ↗kassieren  ugs. · ↗kriegen  ugs. · ↗packen  ugs. · ↗schnappen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(daran) ansetzen · ↗anknüpfen · aufgreifen · ↗fortsetzen  ●  ↗weiterspinnen  ugs.
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(einer Sache) nachempfunden (sein) · (etwas) aufgreifen · (sich) anlehnen (an) · (sich) berufen (auf) · (sich) beziehen (auf) · (sich) stützen (auf) · (von etwas) inspiriert (sein) · Bezug nehmen (auf) · ↗anknüpfen (an) · ↗anspielen (auf) · ↗verweisen (auf) · ↗zurückgreifen (auf) · ↗zurückkommen (auf)  ●  alludieren  geh., lat., bildungssprachlich · ↗rekurrieren (auf)  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›aufgreifen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufgreifen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufgreifen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Solange es keine klare Linie gibt, bleibt ihm kaum etwas anderes übrig, als Teile verschiedener Optionen aufzugreifen.
Die Welt, 19.04.2006
Sie greifen damit eine in der Wissenschaft vordringende Lehre auf.
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2000
Auch damit greift er eine alte Praxis wieder auf, ohne daß allerdings eine tongetreue Übernahme alter Melodien nachgewiesen werden konnte.
Gudewill, Kurt: Franck. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 14096
Zweimal hat er versucht, sich nach Hause durchzuschlagen, und zweimal haben sie ihn aufgegriffen und hierher gebracht.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 351
Sie sind zum Teil auf die Straße herausgeschmissen worden und dort aufgegriffen worden.
o. A.: Sechsundachtzigster Tag. Mittwoch, 20. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 15687
Zitationshilfe
„aufgreifen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufgreifen>, abgerufen am 31.05.2020.

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