aufhören

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-hö-ren (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

endigen
Beispiele:
es wird bald aufhören zu regnen
es hat aufgehört mit Schneien
der Lärm, das Lachen hört (plötzlich, unerwartet) auf
ohne Aufhören arbeiten
fortfahren, wo man aufgehört hatte
wenn er einmal ins Erzählen kommt, hört er nicht auf
umgangssprachlich in Geldsachen hört die Gemütlichkeit, Freundschaft auf (= ist es vorbei mit der Gemütlichkeit, Freundschaft)
umgangssprachlich da hört (sich) doch alles auf! (= nun ist es aber genug!)
umgangssprachlich Nun hör schon auf, Norbert (= Nun schweige, Norbert) [AndresPortiuncula236]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hören · Hörer · hörig · Hörigkeit · aufhören · erhören · unerhört · Gehör · verhören · Verhör · Hörensagen
hören Vb. ‘mit dem Ohr wahrnehmen, vernehmen’, ahd. hōren (8. Jh.), mhd. hœren, asächs. hōrian, mnd. hȫren, mnl. hōren, nl. horen, aengl. (angl.) hēran, (westsächs.) hīeran, engl. to hear, anord. heyra, schwed. höra, got. hausjan. Das zu erschließende germ. jan-Verb für unwillkürliches Wahrnehmen mit dem Ohr, das später auch Bedeutungen wie ‘absichtlich vernehmen’ und weiter ‘gehorchen’ annimmt (vgl. wer nicht hören will, muß fühlen und s. ↗gehorsam), führt mit russ. (landschaftlich) čúchat’ (чухать) ‘wahrnehmen, riechen, schmecken’ und wohl auch mit (nicht eindeutig geklärtem) griech. akū́ein (ὀκούειν) ‘hören, gehorchen’ auf ie. *keus-, *kūs-, eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *kē̌u- ‘worauf achten, beobachten, schauen’, auch ‘hören, fühlen, merken’, wozu (mit anlautendem s-) ↗schauen und ↗schön (s. d.) sowie auch aind. kavíḥ ‘klug, weise, Seher, Weiser, Dichter’, griech. koé͞in (κοεῖν) ‘bemerken, vernehmen, hören’, lat. cavēre ‘sich in acht nehmen, sich vorsehen’, lett. kavēt ‘zaudern, zögern’, aslaw. čuti ‘empfinden, erkennen’, russ. (älter) čut’ (чуть) ‘empfinden, fühlen, wittern, wahrnehmen’ gehören. Hörer m. ‘Zuhörer’, mhd. hœrære, hœrer. hörig Adj. ‘sich dem Willen eines anderen unterwerfend, triebhaft, sexuell abhängig’, älter (zuerst mnd., 14. Jh.) ‘abhängig vom Feudalherrn, an die Scholle gebunden, unfrei’, mhd. hœrec ‘auf einen anderen hörend, folgsam’, mnd. hȫrich ‘gehorsam, ergeben, zugehörig, an die Scholle gebunden’; dazu Hörigkeit f. (18. Jh.), mnd. hȫrichēt. aufhören Vb. ‘ablassen, nicht länger andauern, aufmerksam hinhören (aus aktuellem Anlaß)’, mhd. ūfhœren ‘ab-, unterlassen’. erhören Vb. ‘anhörend erfüllen, Erbetenes gewähren’, ahd. irhōren ‘hören’ (11. Jh.), mhd. erhœren ‘hören, hörend wahrnehmen, erfüllen’. unerhört Part.adj. ‘nicht erhört, nicht gebilligt, erstaunlich, empörend’, spätmhd. unerhōrt, eigentlich ‘nie gehört, beispiellos’. Gehör n. ‘das Hören, Hörsinn’, mhd. gehœre; vgl. häufigeres mhd. gehœrde, ahd. gihōrida (9. Jh.). verhören Vb. ‘eingehend befragen und anhören’, mhd. verhœren ‘hören, anhören, vernehmen, prüfen, erhören, überhören’, auch etw., sich verhören ‘falsch hören’ (17. Jh.); Verhör n. ‘eindringliche Befragung’, spätmhd. verhœr(e). Hörensagen n. heute meist in der präpositionalen Fügung vom Hörensagen (älter auch auf, durchs Hörensagen) ‘aus Erzählungen anderer’, mhd. hœrsagen (14. Jh.), frühnhd. hör(en)sagen.

Thesaurus

Synonymgruppe
abreißen · aufhören · ↗enden · nicht fortgesetzt werden · nicht fortsetzen · zum Ende kommen · zum Erliegen kommen · zum Stillstand kommen
Assoziationen
Synonymgruppe
(darauf) verzichten, etwas zu tun · (es) dabei belassen · ↗(sich etwas) ersparen · (sich) beherrschen (etwas zu tun) · Abstand nehmen (von etwas) · ↗absehen (von) · aufhören · ↗bleibenlassen · nicht machen · nicht tun  ●  ↗unterlassen  Hauptform · (es) gut sein lassen  ugs. · ↗(etwas) drangeben  ugs. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · ↗(sich etwas) schenken  ugs. · ↗(sich etwas) sparen  ugs. · ↗(sich etwas) verkneifen  ugs. · (sich etwas) von der Backe putzen  ugs., fig. · (sich) die Mühe sparen (können)  ugs. · (sich) verabschieden (von etwas)  ugs. · (von etwas) die Finger lassen  ugs. · ↗bleiben lassen  ugs. · gar nicht erst versuchen  ugs. · ↗lassen  ugs. · ↗sausen lassen  ugs. · sein lassen  ugs.
Assoziationen
  • erfolglos · ohne Erfolg · ↗umsonst · ↗vergebens  ●  ↗fruchtlos (Anwaltsdeutsch)  Jargon · ↗vergeblich  Hauptform · (an/bei jemandem/etwas ist) Hopfen und Malz verloren  ugs. · außer Spesen nichts gewesen  ugs., Spruch · da kommt nix bei rum  ugs., salopp · dabei kommt nichts (he)rum  ugs. · ↗frustran (medizinisch)  fachspr. · für die Katz  ugs. · für die Tonne  ugs. · für nichts und wieder nichts  ugs. · kannst du knicken  ugs. · kannst du vergessen  ugs. · vergebene Liebesmüh  ugs. · vergebliche Liebesmüh  ugs.
  • (die) Finger lassen (von) · nicht anfassen · nicht anrühren  ●  nicht anpacken  ugs. · nicht gehen an  ugs.
  • (einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
Synonymgruppe
Feierabend machen · Schluss machen · aufhören  ●  (den) Griffel fallen lassen  fig. · für heute war's das  Spruch · (es ist) Schicht im Schacht  ugs., Spruch
Assoziationen
  • (es) bewenden lassen (bei) · es gut sein lassen · genug geschafft (haben) · nicht weitermachen
  • Ende · ↗Punktum · ↗Schluss · genug ist genug! · genug jetzt!  ●  (dann ist bei mir) Feierabend!  ugs. · ↗(und damit) basta  ugs. · Aufhören!  ugs. · Aus die Maus.  ugs. · Das reicht!  ugs. · Ende der Durchsage!  ugs. · Ende im Gelände!  ugs. · Ende und aus!  ugs. · Ende, aus, Mickymaus.  ugs. · Ende, aus, Nikolaus.  ugs. · Es langt!  ugs., regional · Halt ein!  geh., veraltet · Jetzt ist (bei mir) Sense!  ugs. · Jetzt reicht's!  ugs. · Kein Kommentar!  ugs. · Klappe zu, Affe tot.  ugs. · Mehr habe ich dem nicht hinzuzufügen.  geh. · Punkt. Aus. Ende.  ugs. · Rien ne va plus.  geh., franz. · Schluss mit lustig!  ugs. · Schluss, aus, Ende!  ugs. · Stopp!  ugs. · Thema durch.  ugs. · aus!  ugs. · es reicht (jetzt langsam)!  ugs. · es reicht (jetzt)  ugs., Hauptform · genug damit  ugs. · genug davon  ugs. · genug!  geh. · und damit hat sich's  ugs.
Synonymgruppe
(ein) Ende haben · ↗(in bestimmter Weise) ausgehen · ↗ablaufen · aufhören · ↗ausklingen · ↗auslaufen · ein (...) Ende finden · ↗enden · ↗schließen · ↗verfallen · zu Ende gehen  ●  zu Ende sein  ugs.
Assoziationen
  • (dem) Ende näherkommen · (sich dem) Ende zuneigen · langsam zu Ende gehen
Synonymgruppe
aufgeben müssen · den Geschäftsbetrieb einstellen  ●  die Tore schließen müssen  fig. · (den) Stecker ziehen  ugs., fig. · aufhören  ugs. · ↗eingehen (Kleinbetriebe)  ugs., fig. · ↗zumachen (müssen)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) zur Ruhe setzen · aufhören zu arbeiten · in Pension gehen · in Rente gehen · in Ruhestand gehen · in den Ruhestand treten · seine aktive Zeit beenden  ●  (sich) aufs Altenteil setzen  fig. · (sich) aufs Altenteil zurückziehen  fig. · aufs Altenteil gehen  fig. · aufhören  ugs. · aus dem Erwerbsleben ausscheiden (statist.)  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Freundschaft Fußball Gemeinsamkeit Gemütlichkeit Gerede Rauchen Regen Saisonende Spaß Trinken anfangen bald da damit dann du eigentlich einfach endlich erst hören ich irgendwann jetzt mehr nicht nie niemals plötzlich sofort

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufhören‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber eigentlich hat er sowieso 1970 aufgehört, über Filme zu schreiben.
konkret, 1987
Wenn er dort wieder warm geworden ist, hört der Husten auf.
Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 54
Trotzdem hörte er 1807, auf der Höhe seines Ansehens, auf, für das Theater zu schreiben.
Briquet, Marie: Hoffman. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 34644
Im dritten Monat haben sie aufgehört, an ein Ziel zu glauben.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 27
Frankreich hat nie aufgehört, gegen die geschehenen Mißbräuche zu protestieren.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1945]
Zitationshilfe
„aufhören“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufhören>, abgerufen am 16.12.2018.

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