Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

aufhalten

Grammatik Verb · hält auf, hielt auf, hat aufgehalten
Aussprache  [ˈaʊ̯fhaltn̩]
Worttrennung auf-hal-ten
Wortzerlegung auf- halten
Wortbildung  mit ›aufhalten‹ als Erstglied: Aufhaltung · aufhaltbar · aufhältlich
 ·  mit ›aufhalten‹ als Binnenglied: unaufhaltsam

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. jmdn., etw. zurückhalten, jmdn., etw. verhindern fortzukommen
    1. a) [bildlich] ...
    2. b) ⟨sich aufhalten⟩ zu lange bei etw., jmdm. verweilen
  2. 2. [norddeutsch, umgangssprachlich] aufhören
  3. 3. [umgangssprachlich] etw. geöffnet halten
  4. 4. ⟨sich irgendwo aufhalten⟩ sich irgendwo befinden, irgendwo sein
  5. 5. [umgangssprachlich] ⟨sich über etw., jmdn. aufhalten⟩ sich aufregen, über etw., jmdn. abfällig reden
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn., etw. zurückhalten, jmdn., etw. verhindern fortzukommen
Beispiele:
den anrückenden Gegner, ein durchgehendes Pferd, einen Wasserlauf aufhalten
jmdn. an der Grenze mit Formalitäten aufhalten
das Unwetter hat ihn lange zu Hause aufgehalten
lassen Sie sich durch mich nicht aufhalten!
a)
bildlich
Beispiele:
ich will Sie nicht länger aufhalten! (= von der Arbeit abhalten!)
eine verhängnisvolle Entwicklung aufhalten
b)
sich aufhaltenzu lange bei etw., jmdm. verweilen
Beispiele:
sich mit seiner Toilette (zu lange) aufhalten
sich nicht mit Einzelheiten aufhalten
wir können uns nicht mehr damit aufhalten
2.
norddeutsch, umgangssprachlich aufhören
Beispiele:
halt auf mit dem Blödsinn!
Die Kranke hielt mit ihrem Singsang auf [ FrenssenBaas367]
3.
umgangssprachlich etw. geöffnet halten
in gegensätzlicher Bedeutung zu zuhalten
Beispiele:
die Tür aufhalten, damit der Postbote hereinkann
einen Sack, die Schürze aufhalten
die Hände aufhalten
sie konnte kaum die Augen aufhalten
Augen und Ohren aufhalten (= aufpassen)
4.
sich irgendwo aufhaltensich irgendwo befinden, irgendwo sein
Beispiele:
sich zur Erholung an der See aufhalten
sich längere Zeit in Berlin, im Ausland aufhalten
sich im Hause, in jmds. Nähe aufhalten
ich halte mich am liebsten im Freien auf
5.
umgangssprachlich sich über etw., jmdn. aufhaltensich aufregen, über etw., jmdn. abfällig reden
Beispiele:
sich über jmds. Lebenswandel, Taktlosigkeit, Dummheit aufhalten
sie hält sich darüber auf, dass …
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufhalten · Zeit verbringen · bleiben · herumstehen · verbleiben · verweilen  ●  Wurzeln schlagen  ugs., ironisch, fig. · weilen  geh.
Synonymgruppe
Einhalt gebieten · aufhalten · eindämmen · zum Stillstand bringen  ●  in Schach halten  fig.
Assoziationen
  • (eine Handlung) stoppen · (einem illegalen / fragwürdigen / finsteren ...) Treiben ein Ende machen · (einer unliebsamen Aktivität) ein Ende bereiten · (jemandes) Treiben ein Ende setzen · unterbinden  ●  (einen) Sumpf austrocknen  fig. · (einen) Sumpf trockenlegen  fig. · (einer unerwünschten Aktivität) einen Riegel vorschieben  fig. · (jemandem) das Handwerk legen  fig. · dafür sorgen, dass etwas aufhört  ugs. · inhibieren  fachspr.
Synonymgruppe
anhalten · aufhalten · behindern · verzögern
Synonymgruppe
(dort) zu Hause · (irgendwo) gemeldet sein · (seinen) gewöhnlichen Aufenthalt haben (Verwaltungsdeutsch) · (sich) aufhalten · ansässig sein · mit Sitz in · residieren · seinen Wohnsitz haben · wohnhaft (sein)  ●  domiziliert sein  schweiz.
Assoziationen
Synonymgruppe
abfangen · abhalten · abwehren · aufhalten · parieren
Synonymgruppe
(Zeit) verbringen · (irgendwo) sein · (irgendwo) stecken · (sich) aufhalten · (sich) befinden · anzutreffen sein · zu finden sein  ●  weilen (oft scherzh.)  veraltet
Synonymgruppe
(seine) Zeit verschwenden (mit) · (seine) Zeit vertrödeln (mit) · Zeit verlieren (mit) · seine Zeit verplempern (mit)  ●  (sich mit etwas) aufhalten  negativ · (sich) abgeben (mit)  negativ · (sich) verkünsteln (mit/an)  ugs., regional
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›aufhalten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufhalten‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufhalten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf dem Weg zum Auto hielt er sich nicht auf. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 7]
Am liebsten aber hielten wir uns in unserem Garten auf. [Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 221]
Den nahen Sieg der Bewegung konnte er und seinesgleichen nicht mehr aufhalten. [o. A.: Eröffnung des Gautages der NSDAP Ostpreußen im Königsberger Schloss, 16.06.1938]
Von 1611 an scheint er sich vorwiegend in Eger aufgehalten zu haben. [Wagner, Rudolf u. Blume, Friedrich: Haßler (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 8405]
Wahrscheinlich hielt er sich noch um 1559 in Lyon auf. [Honegger, Marc: Lupi Second. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 31470]
Zitationshilfe
„aufhalten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufhalten>.

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