aufhalten

GrammatikVerb · hält auf, hielt auf, hat aufgehalten
Aussprache
Worttrennungauf-hal-ten (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-halten
Wortbildung mit ›aufhalten‹ als Erstglied: ↗Aufhaltung · ↗aufhaltbar  ·  mit ›aufhalten‹ als Binnenglied: ↗unaufhaltsam
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn., etw. zurückhalten, jmdn., etw. verhindern fortzukommen
Beispiele:
den anrückenden Gegner, ein durchgehendes Pferd, einen Wasserlauf aufhalten
jmdn. an der Grenze mit Formalitäten aufhalten
das Unwetter hat ihn lange zu Hause aufgehalten
lassen Sie sich durch mich nicht aufhalten!
bildlich
Beispiele:
ich will Sie nicht länger aufhalten! (= von der Arbeit abhalten!)
eine verhängnisvolle Entwicklung aufhalten
sich aufhaltenzu lange bei etw., jmdm. verweilen
Beispiele:
sich mit seiner Toilette (zu lange) aufhalten
sich nicht mit Einzelheiten aufhalten
wir können uns nicht mehr damit aufhalten
2.
norddeutsch, umgangssprachlich aufhören
Beispiele:
halt auf mit dem Blödsinn!
Die Kranke hielt mit ihrem Singsang auf [FrenssenBaas367]
3.
umgangssprachlich etw. geöffnet halten
Gegenwort zu zuhalten
Beispiele:
die Tür aufhalten, damit der Postbote hereinkann
einen Sack, die Schürze aufhalten
die Hände aufhalten
sie konnte kaum die Augen aufhalten
Augen und Ohren aufhalten (= aufpassen)
4.
sich irgendwo aufhaltensich irgendwo befinden, irgendwo sein
Beispiele:
sich zur Erholung an der See aufhalten
sich längere Zeit in Berlin, im Ausland aufhalten
sich im Hause, in jmds. Nähe aufhalten
ich halte mich am liebsten im Freien auf
5.
umgangssprachlich sich über etw., jmdn. aufhaltensich aufregen, über etw., jmdn. abfällig reden
Beispiele:
sich über jmds. Lebenswandel, Taktlosigkeit, Dummheit aufhalten
sie hält sich darüber auf, dass ...

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufhalten · Zeit verbringen · ↗bleiben · ↗herumstehen · ↗verbleiben · ↗verweilen  ●  Wurzeln schlagen  ugs., ironisch, fig. · ↗weilen  geh.
Unterbegriffe
  • (sich) nicht vom Fleck rühren · (sich) nicht von der Stelle bewegen · (sich) nicht wegbewegen · da bleiben, wo man ist
Assoziationen
  • (etwas) sein Zuhause nennen · (irgendwo) zu Hause sein · (sein) Zuhause haben · jemandes Zuhause sein · ↗leben  ●  ↗hausen  abwertend · ↗wohnen  Hauptform · ↗(irgendwo) hocken  ugs., salopp · ↗residieren  geh.
Synonymgruppe
Einhalt gebieten · aufhalten · ↗eindämmen · zum Stillstand bringen
Assoziationen
  • (eine Handlung) stoppen · (einem illegalen / fragwürdigen / finsteren ...) Treiben ein Ende machen · (einer unliebsamen Aktivität) ein Ende bereiten · ↗unterbinden  ●  (einen) Sumpf austrocknen  fig. · (einen) Sumpf trockenlegen  fig. · (einer unerwünschten Aktivität) einen Riegel vorschieben  fig. · (jemandem) das Handwerk legen  fig. · dafür sorgen, dass etwas aufhört  ugs. · ↗inhibieren  fachspr.
Synonymgruppe
anhalten · aufhalten · ↗behindern · ↗verzögern
Assoziationen
  • lahmlegen · zum Erliegen bringen · zum Stillstand bringen
Synonymgruppe
(dort) zu Hause · (irgendwo) gemeldet sein · (seinen) gewöhnlichen Aufenthalt haben (Verwaltungsdeutsch) · (sich) aufhalten · ansässig sein · mit Sitz in · ↗residieren · seinen Wohnsitz haben · ↗wohnhaft (sein)  ●  domiziliert sein  schweiz.
Assoziationen
Synonymgruppe
abfangen · ↗abhalten · ↗abwehren · aufhalten · ↗parieren
Synonymgruppe
(Zeit) verbringen · ↗(irgendwo) sein · ↗(irgendwo) stecken · (sich) aufhalten · ↗(sich) befinden · anzutreffen sein · zu finden sein  ●  ↗weilen (oft scherzh.)  veraltet
Assoziationen
  • (etwas) sein Zuhause nennen · (irgendwo) zu Hause sein · (sein) Zuhause haben · jemandes Zuhause sein · ↗leben  ●  ↗hausen  abwertend · ↗wohnen  Hauptform · ↗(irgendwo) hocken  ugs., salopp · ↗residieren  geh.
Synonymgruppe
(jemanden) aufhalten · ↗(jemanden) fernhalten · auf Abstand halten · auf Distanz halten · nicht herankommen lassen · nicht in die Nähe kommen lassen · nicht näherkommen lassen
Assoziationen
  • (jemanden) abschirmen (vor) · (jemanden) abschotten (vor) · (jemanden) schützen (vor)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausland Besuch Einladung Flüchtling Freie Hand Hauptstadt Niedergang Nähe Ort Siegeszug Staatsbesuch Tatzeit Tür Verfall Vormarsch Wohnung Zeitpunkt derzeit dort gegenwärtig gerade gern halten illegal lang lange mehr nicht zurzeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufhalten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Cruise habe sich zu diesem Zeitpunkt nicht in seiner Villa aufgehalten, hieß es.
Die Zeit, 30.10.2012 (online)
Auf dem Weg zum Auto hielt er sich nicht auf.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 7
Dann dürfen sie sich nur noch in bestimmten Gebieten aufhalten.
Die Welt, 28.12.2005
Und warum sollte man sich damit aufhalten, es würde ohnehin nichts passieren.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 244
Von 1611 an scheint er sich vorwiegend in Eger aufgehalten zu haben.
Wagner, Rudolf u. Blume, Friedrich: Haßler (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 8405
Zitationshilfe
„aufhalten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufhalten>, abgerufen am 20.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
aufhaltbar
Aufhalt
aufhalsen
aufhallen
aufhaken
aufhältlich
Aufhaltstoß
Aufhaltung
aufhängen
Aufhänger