Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

aufklärerisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung auf-klä-re-risch
Wortzerlegung Aufklärer -isch
Wortbildung  mit ›aufklärerisch‹ als Letztglied: voraufklärerisch

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. aufklärend, belehrend
  2. 2. freisinnig
eWDG

Bedeutungen

1.
aufklärend, belehrend
Beispiel:
die aufklärerische Mission der Literatur
2.
freisinnig
Beispiele:
ein aufklärerischer Geist
eine aufklärerische Ansicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aufklären · Aufklärung · Aufklärer · aufklärerisch
aufklären Vb. ‘jmdm. Kenntnisse und dadurch tiefere Einsicht vermitteln’, auch ‘einen Sachverhalt erkunden und klären’. Mnd. upklāren ‘hell werden, aufstrahlen’ (vgl. nl. opklaren, dän. opklare, schwed. klara upp ‘aufklären’), abgeleitet vom Adjektiv klar (s. d.), gelangt, wohl über die Seemannssprache, um 1600 als aufklaren ‘freundlich werden, sich aufhellen’ (vom Wetter) ins Hd.; daneben setzt sich Mitte des 17. Jhs. die durch klären (s. d.) gestützte Form aufklären durch, die in reflexiver Verwendung den Sinn von aufklaren bis heute bewahrt, sonst aber ein Aufheitern des Gemütes oder (verbreitet seit der 1. Hälfte des 18. Jhs.) ein Erhellen des Verstandes bezeichnet; geläufig namentlich als Part. Prät. aufgeklärt ‘vorurteilsfrei, nach Bildung strebend’ (in Fügungen wie aufgeklärte Zeiten, aufgeklärter Geist, Verstand). Neuere spezielle Anwendungsweisen von aufklären sind ‘politisches Wissen vermitteln’ (in der Arbeiterbewegung seit Ende des 19. Jhs.), ‘militärische Erkundungen durchführen’ (19. Jh., entsprechend frz. éclairer) und ‘mit Fragen der Sexualität bekannt machen’ (20. Jh.). Aufklärung f. ‘Belehrung, Wissensvermittlung, Erkundung’. Das Verbalsubstantiv, das bis in die Gegenwart allgemein entsprechend den verschiedenen Bedeutungen von aufklären gebräuchlich ist, läßt sich vereinzelt seit Ende des 17. Jhs. nachweisen. Um 1770 rückt es ins Zentrum der geistigen Auseinandersetzung als zusammenfassende Bezeichnung für die aus dem Emanzipationsprozeß des progressiven Bürgertums erwachsende, gegen Feudalabsolutismus und Kirche gerichtete komplexe ideologisch-literarische Bewegung jener Epoche, die in Deutschland um die Wende zum 18. Jh., in England und Frankreich schon im 17. Jh. einsetzt (vgl. frz. les lumières und jüngeres engl. enlightenment). Aufklärer m. ‘Vertreter der Aufklärungsbewegung’ (70er Jahre 18. Jh.), als militärischer Terminus ‘Kundschafter’ (19. Jh.), ‘Erkundungsflugzeug’ (Anfang 20. Jh.). aufklärerisch Adj. ‘der Aufklärungsbewegung verbunden’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›aufklärerisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufklärerisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufklärerisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber Vico war in seiner Zeit wenig bekannt, kaum gibt es aufklärerische Schriften, in denen man auf seine Wirkung treffen kann. [Schalk, Fritz: Die europäische Aufklärung. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 15832]
Der Bankrott der bisher dominierenden aufklärerischen Ideen eröffnet jedoch auch eine Chance. [Die Zeit, 27.01.2000, Nr. 5]
Doch von einem aufklärerischen Programm ist hier nicht viel erkennbar. [Die Zeit, 22.11.2010, Nr. 47]
So wichtige Blätter wie die ZEIT sollten die Chance nutzen, aufklärerisch zu wirken. [Die Zeit, 11.11.2004, Nr. 49]
Die Wirklichkeit der griechischen Wissenschaft entsprach keineswegs dem aufklärerischen Ideal. [Die Zeit, 18.01.1993, Nr. 03]
Zitationshilfe
„aufklärerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufkl%C3%A4rerisch>.

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