Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

aufkommen

Grammatik Verb · kommt auf, kam auf, ist aufgekommen
Aussprache 
Worttrennung auf-kom-men
Wortzerlegung auf- kommen
Wortbildung  mit ›aufkommen‹ als Grundform: Aufkommen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨etw. kommt auf⟩, ⟨etw. aufkommen lassen⟩ (unvermutet) entstehen
  2. 2. ...
    1. a) ⟨für etw., jmdn. aufkommen⟩ entstehende Kosten übernehmen
    2. b) ⟨für etw., jmdn. aufkommen⟩ für etw. tätige Verantwortung tragen
  3. 3. ⟨gegen jmdn., etw. aufkommen⟩
    1. a) sich gegenüber jmdm., etw. durchsetzen
    2. b) ⟨dagegen aufkommen⟩ jmdm. gleichkommen; an jmdn. heranreichen
  4. 4. ⟨jmd. kommt (wieder) auf⟩
    1. a) sich erheben, wieder aufstehen können
    2. b) [gehoben] wieder gesund werden
  5. 5. [landschaftlich] ⟨etw. kommt auf⟩ entdeckt werden, bekannt werden, herauskommen
  6. 6. ⟨etw. kommt (auf etw.) auf⟩ beim Sprung oder Fall auf etw. auftreffen, aufsetzen
  7. 7. [Sport] ⟨jmd. kommt auf⟩ aufholen; besser, überlegen werden
  8. 8. [Seemannssprache] von Schiffen: in Sicht kommen, herankommen
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutungen

1.
etw. kommt auf, etw. aufkommen lassen(unvermutet) entstehen
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: plötzlich, allmählich aufkommen
mit Aktiv-/Passivsubjekt: Wehmut, Langeweile, ein Gefühl, ein Verdacht kommt auf; Gerüchte, Zweifel kommen auf
Beispiele:
Starker Wind ist aufgekommen, die Segler bleiben zu Hause. [Die Zeit, 30.07.2009]
Einige Linke sorgen mit ihrem ungezwungenen Kleidungsstil dafür, dass im Ratssaal ein bisschen WG‑Stimmung aufkommt. [Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2017]
Dieses Mal ließ Murray […] vom ersten Ballwechsel an keinen Zweifel daran aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen würde. [Der Spiegel, 19.01.2016 (online)]
[…] als vor etwas mehr als hundert Jahren das Automobil aufkam, wuchs zwar die Leistung, doch viel schneller als Pferde waren die ersten Autos auch nicht. [Der Spiegel, 04.11.2011 (online)]
Minutenlang kreiste sie [ein Bartgeierweibchen] […] in wenigen Metern Entfernung über meinem Kopf und jagte meinen Puls auf 180. […] ich konnte zum ersten Mal erahnen, wie Mythen darüber aufkommen, dass Bartgeier erschreckte Schafherden über Steilabhänge stürzen und Kinder entführen. [Der Standard, 18.05.2001]
Zuweilen besuchte sie Marius im Gefängnis, um in ihm nicht das Gefühl aufkommen zu lassen, daß er gänzlich und von allen verlorengegeben und vergessen sei. [Die Zeit, 21.03.1946]
2.
a)
für etw., jmdn. aufkommenentstehende Kosten übernehmen
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: [für etw.] finanziell, alleine aufkommen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: für den Schaden, die Kosten, den Unterhalt, die Schulden aufkommen
mit Aktiv-/Passivsubjekt: der Steuerzahler, die Versicherung kommt für etw. auf
Beispiele:
Sechs Klassenzimmer brannten ab, die bald darauf identifizierten Brandstifter kamen vor Gericht. Die Familien sämtlicher Schüler mussten für die Reparaturkosten aufkommen. [Neue Zürcher Zeitung, 06.04.2017]
Angestellte und Selbstständige müssen […] für die komplette Absicherung [von Krankheitskosten] aus eigener Tasche aufkommen. [Die Welt, 16.04.2014]
Im Augenblick kommen 27 Millionen sozialversicherungspflichtige Beitragszahler für 20 Millionen Rentner auf. [Die Zeit, 07.04.2011]
Wenn schon nichts Schlimmeres, so kann doch eine Stockspitze unangenehme Schäden an Kleidern oder Mänteln anrichten, für die der Stockträger dann noch aufkommen muß. [Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 311]
b)
für etw., jmdn. aufkommenfür etw. tätige Verantwortung tragen
Beispiele:
Die Ex‑Bürgermeister seien in ihrer Funktion als Scala‑Präsidenten nicht ihren Aufsichtspflichten für die Sicherheit und die Gesundheit des Scala‑Personals aufgekommen, lautet der Vorwurf [in einem Asbestskandal]. [Der Standard, 20.04.2016]
»Die Flüchtlinge, die mit einem Titel kämen, könnten sofort nach Arbeit suchen, selbst für ihr Leben aufkommen, sofort Sprachkurse in Anspruch nehmen und so letztendlich rascher dem deutschen Arbeitsmarkt und der Wirtschaft nutzen«, sagt Langenfeld. [Die Welt, 29.04.2015]
Der für Asylbewerber verantwortliche Freistaat habe mit der Stadt, die für Bürgerkriegsflüchtlinge aufkommt, einen »Wechsel« vereinbart. [Süddeutsche Zeitung, 28.07.1994]
Berlin ist von vier Mächten besetzt, alle vier Zonen haben für die Berliner Versorgung aufzukommen. [Neues Deutschland, 10.06.1947]
3.
gegen jmdn., etw. aufkommen
a)
sich gegenüber jmdm., etw. durchsetzen
Beispiele:
Die Befreiten drängten beim Hinausstürmen derart, daß verschiedene von ihnen schon unterwegs starben, die nicht die Kraft hatten, gegen diese Menschenmenge aufzukommen. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975–1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 244]
Sollte ein anderer als Barzel Parteivorsitzender werden, dieser aber Oppositionsführer im Bundestag bleiben, so hätte es Schröder im Ernstfalle schwer, gegen beide aufzukommen. [Der Tagesspiegel, 11.03.1971]
[…] Lehmann konnte nicht gegen diesen [Renn-]Fahrer aufkommen. [Berliner Zeitung, 31.07.1946]
Ja, hier war ich am Herzen der Natur; […] gegen den Urwald würden wir noch eine gute Weile nicht aufkommen. [Berliner Zeitung, 28.04.1946]
b)
jmdm. gleichkommen; an jmdn. heranreichen
Phrasem:
dagegen aufkommen
Beispiele:
Die drastische Komik und Parodie kam bei Süß[…] vorzüglich heraus. Für Peter Olesch, dessen komödiantische Qualitäten unbestritten sind, war es gewiß nicht leicht, dagegen aufzukommen. [Berliner Zeitung, 31.03.1970]
[…] das harte Gebell der Hunde schlägt über einem anderen dünnen Gebell zusammen, das garnicht dagegen aufkam und gar kein Hund sein kann, aber auch keine menschliche Stimme[…]. [Seghers, Anna: Das siebte Kreuz, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2002 [1942], S. 24]
Die logische Gesetzlichkeit in ihm [dem Denkablauf] ist einer stets schon vorhandenen psychischen Gesetzesstruktur übergelagert, und diese bricht immer wieder durch sie hindurch. Nur vollbewußte, methodische Selbstüberwachung des Denkens vermag dagegen aufzukommen. [Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 184]
Der Berliner Reitmeister Oscar Stensbeck[…] gewann in einer glanzvollen Leistung […] gegen den bayerischen Rittmeister Freiherrn von Lotzbeck, der, wenn er gegen den erfahrenen und älteren Meister im Sattel auch nicht aufkommen konnte, doch eine reiterlich ausgezeichnete Leistung bot. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 10.03.1922]
4.
jmd. kommt (wieder) auf
a)
sich erheben, wieder aufstehen können
Beispiel:
Wie oft wir umgeworfen und alle im Kot lagen, wie viele Pferde gestürzt, die kaum wieder aufkamen, wie viele Räder und Achsen und Deichseln gebrochen, das war nicht zu zählen. [die tageszeitung, 01.11.1988]
b)
gehoben wieder gesund werden
Beispiel:
Eine Garantie übernehme ich natürlich nicht, daß er wieder aufkommt. Das Tier ist alt und hat viel Blut verloren. [Berliner Zeitung, 22.05.1947]
5.
landschaftlich etw. kommt aufentdeckt werden, bekannt werden, herauskommen
Beispiele:
Gegen den damaligen Kindergärtner war bereits vor zwei Jahren ermittelt worden, als erste Hinweise auf die Übergriffe aufkamen. [Der Standard, 04.11.2016]
»Sobald irgendwelche Skandale aufkommen – wie zuletzt bei Prokon und der Debeka – erhalten wir von der Bundesbank sofort die Aufforderung, Auskünfte zu geben, wie die Dinge bei uns gehandhabt werden«, sagt der Diplom‑Volkswirt. [Süddeutsche Zeitung, 06.08.2014]
Aufgekommen waren die Veruntreuungen bei einer routinemäßigen Revision. [Süddeutsche Zeitung, 28.11.1998]
6.
etw. kommt (auf etw.) aufbeim Sprung oder Fall auf etw. auftreffen, aufsetzen
Beispiele:
Ein »reaktiver Sprung« entsteht, wenn ein Sportler nach einem ersten Absprung wieder auf dem Boden aufkommt und sofort weiterspringt. [Der Standard, 02.11.2015]
Er musste lernen mit einem Bein Anlauf zu nehmen, mit einem Bein zu springen und mit einem Bein wieder auf dem harten Bühnenboden aufzukommen. [Süddeutsche Zeitung, 19.10.2013]
Auf einem schneebedeckten Hügel jedoch – wechselnder Feuchtigkeit und Niveauunterschieden ausgesetzt in einer Sportart, bei der die Athleten nicht direkt mit den Füßen aufkommen und eine Aufdruckstelle exakt nicht ablesbar ist – erwiesen sich bislang alle technischen Tüfteleien am Ende als nicht praktikabel bzw. verbreitungsfähig. [Neues Deutschland, 04.04.1978]
Ich mache [im Traum] auch Saltos und variiere sogar meine Sprünge durch Pirouetten und Anderthalb‑Saltos, so daß ich einmal mit den Füßen, einmal mit dem Kopf – aber immer bolzensteif – aufkomme. [Buchheim, Lothar-Günter: Das Boot, München: Piper 1973, S. 196]
7.
Sport jmd. kommt aufaufholen; besser, überlegen werden
Beispiele:
Auf den letzten beiden Runden würden Mattscherodt und Daniela Anschütz‑Thoms aufkommen, gezogen von der Langstrecken‑Spezialistin Stephanie Beckert. 1,6 Sekunden sind beim Eisschnelllauf ein großer Rückstand. [Süddeutsche Zeitung, 01.03.2010]
Bolt wird am Samstag im Stade de France die 200 m laufen. Er habe das Ziel, bis zu den Sommerspielen 2016 in Brasilien »den Wettbewerb zu beherrschen« und weiter »der Beste zu sein, auch wenn diese ganzen jungen, ambitionierten Sprinter aufkommen, um mich zu schlagen«, sagte der Weltrekordhalter über 100, 200 und 4×100 m. [Die Zeit, 05.07.2013 (online)]
Eder vermochte nur die ersten [Box-]Runden für sich zu buchen und zeigte in der zweiten Hälfte der Distanz überraschend Konditionsmangel, so daß […] [sein Gegner] erheblich aufkam. [Berliner Zeitung, 13.03.1949]
8.
Seemannssprache von Schiffen   in Sicht kommen, herankommen
Beispiel:
Mit der gleichen, die Erwartung schürenden Langsamkeit, mit der ein Schiff sich über den Horizont erhebt und aufkommt, näherte er sich aus seiner fernen, nur mit einem Kalender geschmückten Loge, schlurfte da die Zeit auf den Fliesen tot. [Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 157]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kommen · Kunft · Abkunft · Ankunft · Auskunft · Auskunftei · Einkünfte · Herkunft · Niederkunft · Übereinkunft · Unterkunft · Zukunft · zukünftig · Zusammenkunft · abkommen · Abkommen · Abkomme · abkömmlich · ankommen · Ankömmling · aufkommen · auskommen · Auskommen · auskömmlich · einkommen · Einkommen · entkommen · herkommen · Herkommen · herkömmlich · nachkommen · Nachkomme · Nachkommenschaft · Nachkömmling · niederkommen · übereinkommen · überkommen · überkommen · umkommen · unterkommen · verkommen · Verkommenheit · vorkommen · Vorkommnis · zukommen
kommen Vb. ‘sich einem Ort nähern, sich von einem Ort hierher begeben, einen Ort erreichen, eintreffen, erscheinen’, ahd. queman (8. Jh.), mhd. (mit Verschmelzung von u und e zu o) komen, asächs. kuman, mnd. kōmen, kāmen, kommen, mnl. cōmen, nl. komen, afries. kuma, koma, aengl. cuman, engl. to come, got. qiman, anord. koma, schwed. komma (germ. *kweman) führt mit aind. gámati ‘geht’, toch. A käm-, kam-, kum-, toch. B kä(n)m-, kam-, śem- ‘kommen’, griech. bá͞inein (βαίνειν) ‘gehen’, lat. venīre ‘kommen’, lit. gim̃ti ‘zur Welt kommen, geboren werden, entstehen’ auf eine Wurzel ie. *gu̯em- ‘gehen, kommen, zur Welt kommen, geboren werden’. Im Dt. ist der ursprüngliche Anlaut qu- (germ. kw-) im Verbaladjektiv bequem (s. d.) erhalten. – Kunft f. ‘das Kommen, Ankommen’ (selbständiges Substantiv bis ins 19. Jh.), ahd. kumft (8. Jh.), kunft (9. Jh.), mhd. kumft, kunft ‘Ankunft, das Kommen, Eintreffen, Zukunft, das Zukünftige’ neben mnd. kumpst, kumst, komst, mnl. comst, nl. komst sind Abstrakta mit sti-Suffix (vgl. auch mit ti-Suffix got. gaqumþs ‘Zusammenkunft, Versammlung’), wobei im Hd. -s- in -f- übergeht mit nachfolgendem Wandel von m zu n; daran anschließend die Ableitung künftig (s. d.). Im frühen 19. Jh. wird das Substantiv in freier Verwendung aufgegeben, bleibt jedoch als Grundwort von Komposita erhalten. Abkunft f. ‘Abstammung, Herkunft’, älter ‘Nachkommenschaft’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Ertrag’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘Übereinkunft’ (18. Jh.). Ankunft f. ‘Herkunft, Ursprung, das Ankommen, Eintreffen’ (2. Hälfte 15. Jh.). Auskunft f. ‘Information, Mitteilung, Antwort’ (18. Jh.), ‘das Herauskommen, Ergebnis’ (17. Jh.), ‘das Ausfließen’ (15. Jh.); Auskunftei f. ‘Auskunftsbüro’ (19. Jh.). Einkünfte Plur. ‘Ertrag, Gewinn, Verdienst’ (16. Jh.); vgl. mhd. īnkumft ‘Eintreffen, Ankunft’. Herkunft f. ‘Brauch, Herkommen’ (17. Jh.), ‘Abstammung’ (16. Jh.); vgl. mnd. hērkum(p)st ‘Herkommen, Abstammung, Brauch’. Niederkunft f. ‘Zeit, Vorgang der Entbindung’ (Ende 17. Jh.). Übereinkunft f. ‘Einigung, Übereinstimmung’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Vertrag, Absprache, Abmachung’ (18. Jh.). Unterkunft f. ‘Obdach, Wohnung, Quartier’ (1. Hälfte 19. Jh.). Zukunft f. ‘die noch bevorstehende, die kommende Zeit’, ahd. zuokumft ‘Herankunft, Ankunft’ (10. Jh.), mhd. zuokumft, zuokunft ‘das (Herzu)kommen, Ankunft, Verfolgung, Zukunft’, bis zu Beginn des 17. Jhs. auch im räumlichen Sinne; zukünftig Adj. ‘zeitlich bevorstehend, in der Zukunft stattfindend’, ahd. zuokumftīg ‘ankommend’ (9. Jh.), mhd. zuokünftic ‘(heran)kommend, künftig, noch zu erwarten’ (im räumlichen Sinne bis 16. Jh.). Als grammatischer Terminus zuekünftig zeit (um 1400) für mlat. (tempus) futurum; dafür (2. Hälfte 18. Jh.) Zukunft (s. Futur). Zusammenkunft f. ‘Treffen, Versammlung’ (16. Jh.). – abkommen Vb. ‘sich entfernen, frei-, loskommen’, ahd. abaqueman ‘vergehen’ (11. Jh.), mhd. abekomen ‘von etw. loskommen’; Abkommen n. ‘Übereinkunft, Vertrag’ (2. Hälfte 17. Jh.), zuvor ‘Abstammung, Herkunft’ (1. Hälfte 16. Jh.); Abkomme m. ‘Nachkomme’ (Mitte 18. Jh.); abkömmlich Adj. ‘entbehrlich’ (1. Hälfte 19. Jh.). ankommen Vb. ‘über einen kommen, ergreifen, eintreffen’, ahd. anaqueman (9. Jh.), mhd. anekomen ‘über einen kommen, hereinbrechen, anfangen, angreifen’; Ankömmling m. ‘neu Hinzukommender’ (17. Jh.); vgl. ahd. quemiling (um 1000), mhd. komelinc, kumelinc ‘Fremdling’. aufkommen Vb. ‘entstehen, sich bilden, sich erheben’, ahd. ūfqueman ‘heraufkommen, auftauchen, entstehen’ (8. Jh.), mhd. ūfkomen ‘in die Höhe kommen, stark werden, heranwachsen, entspringen, am Leben bleiben’. auskommen Vb. ‘zurechtkommen, reichen’, ahd. ūʒqueman ‘herauskommen’ (9. Jh.), mhd. ūʒkomen ‘herauskommen, entstehen, Gewohnheit werden, sich verbreiten’, frühnhd. ‘mit Geldmitteln reichen, sich vertragen’ (15. Jh.); Auskommen n. ‘Lebensunterhalt, Einverständnis’, frühnhd. ‘Einkommen’; auskömmlich Adj. ‘genügend, ausreichend’ (17. Jh.). einkommen Vb. ‘als Gewinn eingehen, sich mit etw. an jmdn. wenden’, ahd. inqueman ‘eindringen, eintreten’ (9. Jh.), mhd. īnkomen; Einkommen n. ‘ständige Einnahme, Gehalt’, mhd. īnkomen ‘Eintreffen, Ankunft’. entkommen Vb. ‘entgehen, -fliehen, -weichen’, mhd. entkomen. herkommen Vb. ‘hierherkommen’, frühnhd. ‘abstammen’, ahd. heraqueman ‘herkommen’ (9. Jh.), mhd. herkomen; vgl. mhd. herkomen Part.adj. ‘aus der Fremde gekommen’; Herkommen n. ‘Herkunft, Abstammung, Brauch, Sitte, Überlieferung’ (15. Jh.); herkömmlich Adj. ‘der Herkunft gemäß, gebräuchlich, überliefert’ (18. Jh.). nachkommen Vb. ‘später kommen’, ahd. nāhqueman ‘nachfolgen’ (um 1000), mhd. nāchkomen ‘nachfolgen’; Nachkomme m. ‘Verwandter in absteigender Linie’, mhd. nāchkome ‘Nachfolger, Nachkomme’; vgl. gleichbed. ahd. afterquemo (10. Jh.); Nachkommenschaft f. ‘Gesamtheit der Nachkommen’ (17. Jh.); Nachkömmling m. ‘nachgeborenes Kind, Nachzügler’, mhd. nāchkomelinc ‘Nachfolger, Nachkömmling’. niederkommen Vb. ‘gebären’ (vgl. mhd. kindes niderkomen), ahd. nidarqueman ‘herabsteigen, fallen’ (um 800), mhd. niderkomen ‘herabfallen, herunterfallen, zu Bett gehen, sich hinlegen’ (seit frühnhd. Zeit auf das Kindbett eingeengt). übereinkommen Vb. ‘sich mit jmdm. einigen’, frühnhd. ‘zusammenfallen, mit jmdm. einig, zufrieden werden’. überkommen Vb. (von Gefühlen, Empfindungen) ‘ergreifen’, älter ‘über etw. kommen, es in seine Gewalt bringen’, ahd. ubarqueman ‘überraschen, überwinden, besiegen’ (8. Jh.), mhd. überkomen ‘hinüberkommen, die Oberhand behalten, verabreden, übereinkommen, zu etw. gelangen, überfallen, bezwingen, überstehen’; überkommen Part.adj. ‘überliefert, vererbt’ (16. Jh.). umkommen Vb. ‘ums Leben kommen, sterben, verderben’, mhd. umbekomen ‘vorüber-, zu Ende gehen, sterben’; vgl. ahd. umbiqueman ‘herumgehen, umringen’ (8. Jh.). unterkommen Vb. ‘Aufnahme, Obdach, Anstellung finden’, umgangssprachlich auch ‘vorkommen’ (Anfang 17. Jh.), ahd. untarqueman (9. Jh.), mhd. underkomen ‘dazwischentreten, verhindern’. verkommen Vb. ‘den inneren Halt verlieren, verwahrlosen’, älter ‘vergehen’, mhd. verkomen ‘vorübergehen, zu Ende gehen, vergehen’; Verkommenheit f. ‘sittlicher Niedergang, Verwahrlosung’ (19. Jh.). vorkommen Vb. ‘nach vorn kommen, zum Vorschein kommen, sich ereignen, geschehen, vorhanden sein’, ahd. furiqueman ‘zuvor-, herauskommen, zutage treten’ (8. Jh.), mhd. vorkomen ‘erscheinen, offenbar werden’; Vorkommnis n. ‘Vorfall’ (19. Jh.). zukommen Vb. ‘gebühren, zustehen, passend sein’, älter auch ‘sich auf etw. zubewegen, sich nähern, Nutzen haben, mit etw. genug haben’, ahd. zuoqueman ‘herannahen, hinzukommen’ (8. Jh.), mhd. zuokomen ‘eintreffen, erscheinen’.

Typische Verbindungen zu ›aufkommen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufkommen‹.

Zitationshilfe
„aufkommen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufkommen>.

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