auflaufen
GrammatikVerb · läuft auf, lief auf, ist aufgelaufen
Aussprache
Worttrennungauf-lau-fen
Wortzerlegungauf-laufen
Wortbildung mit ›auflaufen‹ als Erstglied: ↗Auflaufbremse · ↗Auflaufkind
 ·  Ableitung von ›auflaufen‹: ↗Auflauf
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
a)
etw. läuft auf etw. [Dativ, Akkusativ] auf Seemannssprache von oben her auf etw. auffahren, auf Grund laufen, sich festfahren
Beispiele:
Als Ökotourismus-Experte hätte M […] wissen müssen, dass man […] mit dem Motorboot nicht durch die Kanäle kommt. Doch als wir auf einer Sandbank aufliefen, war es zu spät. [Spiegel, 06.06.2017 (online)]
Er begab sich im Südchinesischen Meer auf die Suche nach der »Royal Captain«, einem Dreimaster der Ostindien-Kompanie, der 1773 auf ein Riff aufgelaufen und gesunken war. [Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2017]
Auf einem dieser Monstren [auf der alten Karte] reitet eine nackte Frau, auf einem anderen der König von Portugal; sein Schiff ist am Rücken eines Leviathans aufgelaufen, in dessen Rachen die Seeleute nun eine Messe feiern. [Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 98]
Dort hinten etwa, unsichtbar in der Tiefe, ruhen die Überreste der City of Philadelphia, aufgelaufen am 7. September 1854 auf dem Weg von Liverpool nach Philadelphia, gesunken mit über 300 Frauen, Kindern und Männern an Bord. [Die Zeit, 03.09.1998, Nr. 37]
Ein japanischer Dampfer mit 6000 japanischen Passagieren ist auf der Höhe von Kobe auf eine Mine aufgelaufen und gesunken. [Süddeutsche Zeitung, 1995 [1945]]
Kollokationen:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: auf einen Felsen, eine Sandbank, ein Riff auflaufen
mit Aktiv-/Passivsubjekt: das Boot, Schiff ist aufgelaufen
b)
im Lauf, in der Fahrt gegen jmdn., etw. prallen
Beispiel:
Auf dem dunklen Wasser trieben Baumstämme, sorgfältig behauen, sie kamen von Polen angereist, trudelnd, aufgehalten in toten Buchten, sie schwammen zur Mündung hinab, wo ein gespanntes Drahtseil sie fing, auflaufen ließ – Hunderte von ungleichen Stämmen, die für die Sperrholzfabrik bestimmt waren. [Lenz, Siegfried: Heimatmuseum, Hamburg: Hoffmann und Campe 1978, S. 208]
c)
jmd. läuft (bei jmdm, etw.) auf
jmdn. auflaufen lassen
übertragen auf Ablehnung stoßen, eine Abfuhr erhalten, keinen Erfolg habenQuelle: DWDS, 2017
Beispiele:
In jüngerer Zeit ist die Wirtschaft bei mehreren gewichtigen Themen an der Urne aufgelaufen. [Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2017]
Gut möglich, dass dieser [Trump] seinen Worten keine oder andere Taten folgen lassen wird; gut möglich ist auch, dass er mit seinen Ideen im Kongress aufläuft. [Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2016]
Als Wolfgang Schäuble sich spät genug mit ein paar unerfreulichen Wahrheiten hervorwagte, ist er überall aufgelaufen – in der […]CDU, im Bundesrat, schließlich bei den Wählern. [Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42]
In der neueren Geschichte wurden die Chinesen selten so gedemütigt wie in den vergangenen Monaten: Erst ließ der Westen sie bei den WTO-Verhandlungen auflaufen, dann bombardierte die Nato die chinesische Botschaft in Belgrad, schließlich blamierte sich das Regime bei dem Versuch, eine Sekte zu bekämpfen. [Die Zeit, 19.08.1999, Nr. 34]
d)
jmd., etw. läuft aufheranfahren, herankommenQuelle: DWDS, 2017
Beispiele:
Im MA [Mittelalter] waren die wichtigsten W[affen] zur Hochwildjagd das Schwert und der Spieß (Saufeder, Bärenspieß). Um 1500 kommt ein bes[onderes] Schweinsschwert auf. Es hat wie die Saufeder einen Knebel, der verhindern soll, daß das Wild zu weit aufläuft. [o. A.: Lexikon der Kunst – W. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 37360]
Allmählich kommt Wind auf, der Dunst wird dünner und dünner, und auf einmal reißt der Wind die weißlichen Fetzen höher, und direkt vor uns baut sich eine Felsenküste auf. Prost Mahlzeit! entfährt es dem Alten. Stop Maschinen – stop! Wir sind viel zu dicht aufgelaufen. [Buchheim, Lothar-Günter: Das Boot, München: Piper 1973, S. 419]
Das Messer aus der Holzscheide zu ziehen, um einen ersten Angreifer [Wolf] auflaufen zu lassen, wäre gefährlich. Auf den schneeblanken Stellen, die bei Nacht überfroren sind, gleiten die Pelzstiefel allzu leicht weg. Dann muß Forell das blanke Messer von sich werfen, wenn er sich nicht beim Sturz selbst aufspießen will. Auf den Sturz warten die Wölfe ja schon. [Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 279]
2.
a)
selten, etw. läuft auf landschaftlich anschwellen
Beispiel:
Ob Beulen am Halse, hinter den Ohren, unter den Bügen und Schenkeln zu sehen; insonderheit ob die Euter bey den Kühen erhitzt, geschwollen und aufgelaufen sind? [Die Zeit, 12.08.1988, Nr. 33]
b)
etw. läuft aufanwachsen, zunehmen; sich anhäufen
Beispiele:
Bis Ende 2015 sind hierfür [für Pensionen der EU-Beamten] knapp 64 Milliarden Euro an Verpflichtungen aufgelaufen. [Neue Zürcher Zeitung, 29.03.2017]
Nach den Wahlen war die CDU klamm, verschickte Sparappelle und Bettelbriefe. 1991 und 1996 waren jeweils rund 3,5 Millionen Mark Schulden aufgelaufen. [Die Zeit, 20.01.2000, Nr. 4]
Im Laufe der Jahre sind etliche Terabytes an Daten aufgelaufen, die ständig verfügbar sein müssen. [Cʼt, 1999, Nr. 11]
Sie fragte, ob ich sie nicht bei mir beschäftigen könne. Da eine Menge Schreibkram aufgelaufen war, den sie erledigen konnte, willigte ich ein. [Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 217]
Kollokation:
mit Aktiv-/Passivsubjekt: ein Verlust, Minus, Fehlbetrag ist aufgelaufen
c)
jmd. läuft (zu etw.) aufsich (in seiner Leistung) zu etw. steigernQuelle: DWDS, 2017
Beispiele:
Alle, ausnahmslos alle Regisseure und Schauspieler sind in ihrem letzten Volksbühnen-Jahr noch einmal zur Höchstform aufgelaufen. [Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2017]
Die Momente echter Ohnmacht und Hilflosigkeit, die ihm von früher im Gedächtnis geblieben waren, ließen sich an einer Hand abzählen und erschienen ihm rückblickend eher läppisch: […] die pädagogischen Experimente seiner Mutter, die immer dann zu Hochform auflief, wenn sie ihn wie einen Schüler behandeln konnte […]. [Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 265]
Janosch ist unbestreitbar zu seiner Bestform aufgelaufen. [Lebert, Benjamin: Crazy, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999 [1999], S. 32]
Durch diese Spezialisierungen in Bereichen, die mit nicht allzu vielen, immer wiederkehrenden Begriffen arbeiten, können die Systeme zu ungeahnter Meisterschaft auflaufen. [Cʼt, 1997, Nr. 4]
Kollokation:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: zu Hochform, Höchstform, Bestform auflaufen
3.
etw. läuft (zu etw.) aufvom Wasser   (mit der Flut) ansteigen (Lesart 1 b)
Beispiele:
[…] welch ein Gerenne zu den Fahrzeugen und zu ihrer Rettung vor dem zerstörerischen Salzwasser, falls die Flut wieder unerwartet hoch aufläuft: Wer nicht zum ersten Mal da ist, läßt sein Auto ohnehin lieber hinterm Deich stehen. [Die Zeit, 16.08.1996, Nr. 34]
Die Wassermassen des längsten asiatischen Flusses werden zu einem Binnenmeer auflaufen, dem zwei Millionen Menschen weichen müssen – aber sie werden Turbogeneratoren mit 25000 Megawatt Leistung treiben. [Der Spiegel, 13.07.1981]
Wann fahren wir denn ab? Es komme nicht so darauf an, sie könnten sich Zeit nehmen, weil … in den Schwarzen Gründen müßten sie doch liegenbleiben, bis das Wasser wieder aufgelaufen sei, mit dieser Tide kämen sie doch nicht mehr über die flachen Stellen. [Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 169]
Kollokation:
mit Aktiv-/Passivsubjekt: die Sturmflut ist [hoch] aufgelaufen
4.
etw. läuft auf Landwirtschaft von Gesätem o. Ä.
Synonym zu aufgehen (Lesart 2 a)
Beispiele:
Bei der Freilandaussaat ist zu beachten, daß die Samen bis zu drei Wochen im Boden liegen können, ehe sie auflaufen. [o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 358]
Hier und da werden die ausgelegten Gurken etwas dicht aufgelaufen sein. Es empfiehlt sich, die zu dicht stehenden Pflanzen sorgfältig herauszunehmen und auf frisch hergerichtete Beete zu pflanzen. [Deutsche Volkszeitung, 23.06.1945]
5.
jmd. läuft auf jmdn. auf Sport an jmdn. Anschluss gewinnen
Synonym zu aufrücken (Lesart 1)
Beispiele:
[Motorradrennen:] Der Franzose war eine halbe Runde vor Schluß […] im Scheitelpunkt einer Rechtskurve innen auf Waldmann aufgelaufen, hatte den fast die gesamte Renndistanz führenden Deutschen von der Ideallinie nach außen gedrängt und sich den entscheidenden Vorsprung verschafft. [Frankfurter Rundschau, 02.06.1997]
Dann blieb aber nur ein knapper Vorsprung übrig, als sich unser TSC-Vierer im Endspurt prächtig steigerte und fast noch auflief. [Neues Deutschland, 15.09.1969]
Im Zweiertreffen überließ Bunzel seinem Gegner Ziege die Führung, aber als er im Endspurt auf der Zielseite in rapidem Schlußangriff zu seinem jungen Rivalen auflaufen wollte, geriet er mit dem Hinterrad ins Rutschen und mußte sich um ein halbes Vorderrad geschlagen bekennen. [Berliner Zeitung, 29.07.1947]
6.
jmd. läuft auf Sport
Synonym zu einlaufen (Lesart 3)
Beispiele:
Die Zuschauer erhoben sich von ihren Plätzen und applaudierten in Gedenken an den legendären Oranje-Spielmacher [Johan Cruyff], der meistens mit der Trikotnummer 14 aufgelaufen war. [Der Standard, 25.03.2016]
Künftig, so verkündete der gebürtige Brasilianer, wolle er vielleicht für die Nationalmannschaft Katars auflaufen (= spielen). [Spiegel, 09.06.2017 (online)]
Krankheitshalber abwesend war Mesut Özil, der wohl auch heute Abend gegen Bayern nicht auflaufen (= antreten) wird. [Neue Zürcher Zeitung, 07.03.2017]
Auf dem Platz auflaufen wird der Ex-Profi von Schachtjor Donezk am Mittwoch aber noch nicht. [Die Zeit, 30.06.2015 (online)]
Vogts: Ich denke daran, wie wir im Ausland empfangen wurden, als ich Jugendspieler war. Es war nicht so einfach, mit dem deutschen Trikot aufzulaufen. Wir wurden angefeindet. [Die Zeit, 17.06.1999, Nr. 25]
Als die damals 29jährige in einem roten Kleid zu ihrer Kür auflief, sei es in der riesigen Eislaufhalle »plötzlich atemlos still geworden«. [Die Zeit, 03.12.1998, Nr. 50]
Kollokation:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: als Libero, Sturmspitze, Mittelstürmer, Verteidiger auflaufen
7.
jmd. [mehrere Personen] läuft (irgendwo) auf zusammenströmen, auftreten, sich versammelnQuelle: DWDS, 2017
Beispiele:
Für den DGB ist es ein schwacher Trost, dass der NPD wenigstens dieser Tatort eines Kriegsverbrechens verwehrt wird. Aber wieso dürfen Rechtsextreme stattdessen auf dem Platz der Freiheit auflaufen? [Süddeutsche Zeitung, 29.04.2016]
»In den Arztpraxen werden diverse Herren auflaufen, um sich Viagra auf Kassenrezept verschreiben zu lassen«, prophezeit […] S […]. [Die Zeit, 07.05.1998, Nr. 20]
[…] stellen Sie sich einmal vor, wenn im Januar scharenweise Kunden mit Windows-98-Gutscheinen bei unseren Händlern auflaufen würden – das könnte deren ausgeklügelte […]Logistik nicht verkraften. [Cʼt, 1997, Nr. 12]
Im DDR-Fernsehen konnte man in den letzten Monaten hochrangige wissenschaftliche Würdenträger irgendwelcher marxistischen Institute scharenweise auflaufen sehen, die zum besten gaben, die Marxisten hätten bisher die zivilisatorische Potenz des Marktes und der Börse unterschätzt. [konkret, 2000 [1990]]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laufen · Lauf · Läufer · Zeitläufte · Lauft · Zeitlauf · läufig · geläufig · beiläufig · landläufig · vorläufig · ablaufen · Ablauf · anlaufen · Anlauf · auflaufen · Auflauf · auslaufen · Auslauf · belaufen · einlaufen · Einlauf · überlaufen · Überläufer · verlaufen · Verlauf · zerlaufen · Laufbahn · Lauffeuer · Laufgraben · Laufpaß · Laufzettel
laufen Vb. ‘(zu Fuß) gehen, rennen, fließen’. Für das gemeingerm. reduplizierende Verb ahd. (h)loufan (8. Jh.), mhd. loufen, asächs. -hlōpan, mnd. mnl. lōpen, nl. lopen, aengl. hlēapan ‘laufen, treten, tanzen’, engl. to leap ‘springen, hüpfen’, anord. hlaupa ‘laufen, springen’, schwed. löpa ‘laufen’, got. ushlaupan ‘aufspringen’ sind ie. Verwandte nicht mit Sicherheit nachzuweisen; eine (lautlich mögliche) Verbindung mit lit. šlubúoti ‘lahmen, hinken’ bzw. klùpti ‘niederknien, stolpern’ befriedigt semantisch nicht. Seebold 261 sieht Anknüpfungsmöglichkeiten in lit. keliáuti ‘wandern, reisen’, griech. kéleuthos (κέλευθος) ‘Weg, Pfad, Bahn, Reise’. Dann vielleicht über eine Erweiterung ie. *keleu- ‘wandern, Weg’ zur Wurzel ie. *kel- ‘treiben, zu schneller Bewegung antreiben’ (s. ↗halten)? Die Vorstellung größerer Schnelligkeit tritt in neuerer Sprache vielfach zurück, so daß laufen für gehen eintreten kann. In nhd. Zeit wird laufen häufig auf Bewegungen von Fahrzeugen und Maschinen und speziell von Flüssigkeiten bezogen. Lauf m. ‘das Laufen, Verlauf, Flußlauf, Bein des Haarwilds’, auch ‘Rohr von Handfeuerwaffen’ (vgl. Gewehrlauf), ahd. (h)louf (9. Jh.), mhd. louf, mnd. lōp, mnl. nl. loop ‘Gang, Lauf, Verlauf’, anord. hlaupr ‘Sprung’ führen auf germ. *hlaupa-, daneben (mit anderer Stammbildung) aengl. hlīep ‘Sprung’, anord. hlaup n. ‘Sprung, Lauf, Galopp (des Pferdes)’. Im Dt. auch das ti-Abstraktum germ. *hlaufti- mit ahd. (h)louft (8. Jh.), mhd. louft, nhd. (älter) Lauft, erhalten in Zeitläufte (s. unten). Läufer m. ‘wer (gut) läuft, Sportler einer Laufdisziplin, langer Teppich’, ahd. (h)loufāri (um 800), mhd. loufære, löufære ‘Bote, Rennpferd’. Zeitläufte Plur. ‘Zeitabschnitte mit ihren Ereignissen’ (18. Jh.), Zusammensetzung mit Lauft m. das im Anschluß an ahd. (h)louft (9. Jh.), mhd. louft im älteren Nhd. neben Lauf (s. oben) gebraucht wird; daneben Zeitlauf m. seit dem 17. Jh. bezeugt und im Sing. wie im Plur. verwendet. läufig Adj. ‘brünstig’, bes. von Hunden (15. Jh.), mhd. löufec, löufic ‘gangbar, bewandert, gerieben’, noch bis ins 18. Jh. im Sinne von ‘häufig vorkommend, gebräuchlich’ (wofür dann geläufig). geläufig Adj. ‘häufig vorkommend, allgemein bekannt, vertraut, fließend, perfekt’ (17. Jh.). beiläufig Adj. ‘wie zufällig, nebenher’, (südd.) ‘ungefähr’ (um 1500), daneben frühnhd. auch beiläuftig (15. Jh.). landläufig Adj. ‘üblich, allgemein bekannt’, frühnhd. lantlöufig, auch ‘im Lande umgehend’ (15. Jh.). vorläufig Adj. ‘nicht endgültig, einstweilig’ (17. Jh.), eigentl. ‘vorher-, vorausgehend’. ablaufen Vb. ‘weglaufen, abfließen, zu Ende gehen, sich ereignen, seinen Verlauf nehmen’, mhd. abeloufen; Ablauf m. ‘das Ablaufen, Abfluß(graben), Verlauf’, mhd. abelouf. anlaufen Vb. ‘sich in Bewegung setzen, anstürmen, ansteuern, beginnen, beschlagen, zunehmen’, ahd. ana(h)loufan (9. Jh.), mhd. aneloufen; Anlauf m. ‘das Anlaufen, Beginn, Anstoß’, ahd. ana(h)louf (10./11. Jh.), ana(h)louft (8. Jh.), mhd. anlouf ‘Ansturm, Angriff’. auflaufen Vb. ‘auf Grund laufen, aufgehen, anwachsen’, mhd. ūfloufen, auch ‘einen Auflauf bilden, anschwellen’; Auflauf m. ‘Zusammenlaufen einer erregten Menschenmenge’, mhd. ūflouf; ‘überbackene Speise’ (19. Jh.). auslaufen Vb. ‘herausfahren, zu Ende gehen, aufhören’, mhd. ūʒloufen, auch ‘hinauslaufen, entlaufen’; Auslauf m. ‘das Auslaufen, Strecke hinter dem Ziel’, mhd. ūʒlouf ‘Auszug, Durchfall, Ruhr’. belaufen Vb. ‘anlaufen, beschlagen’, sich belaufen auf ‘betragen’, mhd. beloufen, auch ‘durchlaufen, überlaufen’. einlaufen Vb. ‘kleiner werden, ankommen, eingehen’ (17. Jh.). Einlauf m. ‘Ankunft am Ziel, Darmspülung’, frühnhd. ‘Einfall, das Eindringen’ (16. Jh.). überlaufen Vb. ‘desertieren, überfließen’, mhd. überloufen, auch ‘treffen, befallen, übergehen, auslassen, durchlaufen’; Überläufer m. ‘Deserteur’ (15. Jh.), mhd. überloufer ‘wer etw. kurz behandelt, abtut’. verlaufen Vb. ‘ablaufen, vergehen, verirren’, ahd. fir(h)loufan ‘vorauslaufen, überholen’ (9. Jh.), ‘vergehen’ (um 1000), mhd. verloufen, auch ‘vorüberlaufen, sich begeben, sich abnützen’; Verlauf m. ‘Ablauf, Entwicklung, Vorgang’ (15. Jh.). zerlaufen Vb. ‘auseinandergehen, -fließen’, ahd. zi(h)loufan ‘herab-, auseinanderlaufen’ (8. Jh.), mhd. zerloufen, auch ‘vergehen’. Laufbahn f. ‘Bahn für Wettrennen’ (17. Jh.), ‘Werdegang, Berufsweg’ (seit dem 18. Jh. als Verdeutschung von ↗Karriere, s. d.). Lauffeuer n. ‘Feuer (zur Fernzündung), das sich über einen Strich ausgeschütteten Pulvers bewegt’ (17. Jh.), in der Wendung wie ein Lauffeuer (sich ausbreiten) ‘sehr schnell’; in jüngerer Zeit als ‘sich schnell (über trockenes Laub und Gras hin) ausbreitendes Feuer’ aufgefaßt (vgl. schweiz. Laubfeuer). Laufgraben m. ‘zum Schutz vor Geschossen angelegter Graben’ (16. Jh.). Laufpaß m. ‘Ausweis für entlassene (invalide) Soldaten und Arbeitsuchende, der die freie Bewegung innerhalb eines Landes zusichert’ (18. Jh.), heute noch in der Wendung jmdm. den Laufpaß geben ‘jmdn. wegschicken’. Laufzettel m. zunächst (17. Jh.) wie jüngeres Laufpaß, dann ‘Zettel an Werkstücken zur Eintragung bestimmter Arbeitsgänge, Zettel, der durch eine Reihe von Büros läuft’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Keime bilden · Keime treiben · anfangen zu wachsen · ↗aufgehen · ↗aufkeimen · aus dem Boden wachsen · aus der Erde kommen · ↗auskeimen · ↗hervorkommen · ↗hervorwachsen · ↗keimen · ↗sprießen  ●  ↗(sich) vorwagen  geh., fig.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestbesetzung Bestform Brust Dress Elf Fehlbetrag Felsen Form Heimspiel Hochform Höchstform Kapitän Libero Mittelfeld Mittelfeldspieler Nasenbeinbruchs Nationalmannschaft Nationalspieler Neuzugang Riff Rückennummer Sandbank Stürmer Testspiel Trauerflor Trikot Verlust erstmals läuft morgen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auflaufen‹.

Zitationshilfe
„auflaufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auflaufen>, abgerufen am 22.09.2017.

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