aufmöbeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-mö-beln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›aufmöbeln‹ als Erstglied: ↗Aufmöbelung · ↗Aufmöblung
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
etw. (wieder) in einen ansehnlicheren, besseren Zustand bringen
2.
beleben
3.
jmdm. aus einer gedrückten Stimmung o. Ä. heraushelfen, jmdn. aufmuntern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Möbel · möblieren · aufmöbeln · vermöbeln
Möbel n. ‘zum Sitzen, Liegen oder als Behältnis dienender Einrichtungsgegenstand’. Aus vlat. *mobilis ‘beweglich’ (statt lat. mōbilis, s. ↗mobil; Verkürzung des Tonvokals wohl durch Einwirkung des zugrundeliegenden Verbs lat. movēre ‘bewegen’) entwickelt sich das gleichbed. Adjektiv afrz. mueble, afrz. frz. meuble. Dessen Substantivierung erscheint als juristischer Terminus für ‘bewegliche Habe’ (entsprechend mlat. mobile, mobilia statt spätlat. rēs mōbilēs, s. ↗Mobilien), woraus frühnhd. mubel, mübel, möbel (15./16. Jh., in Rechtstexten des Moselgebiets). Außerhalb des terminologischen Bereichs wandelt sich die Bedeutung von frz. meuble zu ‘Haushaltsgegenstand, Hausrat’ (15./16. Jh.), ‘Einrichtungsgegenstand’ (17. Jh.). Hierauf beruht die vom frühen 17. Jh. an belegte Entlehnung Meubles ‘Hausrat’, seit dem 18. Jh. ‘Einrichtungsgegenstände’, die durch Austausch der Pluralendung (Meublen, 1688) und Umlautschreibung (Möbeln, 18. Jh.; Möbel, 19. Jh.) zunehmend eingedeutscht wird. Das 18. Jh. kennt auch die Singularformen Meuble, Möble, Möbel, anfangs mit femininem, in der 2. Jahrhunderthälfte mit neutralem Genus; der Singular ist jedoch bis in die Gegenwart wenig gebräuchlich (dafür Möbelstück, 19. Jh.). möblieren Vb. ‘einrichten, mit Möbeln ausstatten’, bis ins 18. Jh. allgemein meubli(e)ren, ist eine Bildung des ausgehenden 17. Jhs. im Anschluß an frz. meubler (zu frz. meuble, s. oben). Attributive Verwendung des Part. Prät. wird in der Fügung möbliertes Zimmer ‘nur mit vollständiger Einrichtung vermietetes Zimmer’ (2. Hälfte 18. Jh.) geläufig; dazu, von Berlin ausgehend und wohl zunächst im Scherz geprägt, ein möblierter Herr ‘Mieter eines möblierten, d. h. vollständig eingerichteten Zimmers’ (um 1900). Ein von Campe 1809 als Ersatzwort vorgeschlagenes möbeln bleibt ohne Nachfolge, lebt aber in den der Alltagssprache angehörenden Präfixbildungen aufmöbeln Vb. ‘aufmuntern, neu beleben’ (1. Hälfte 19. Jh., vielleicht die Vorstellung vom Aufarbeiten alter Möbel aufgreifend, Anknüpfungsmöglichkeiten bietet jedoch auch die Semantik des Adjektivs ↗mobil, s. d.) und vermöbeln Vb. ‘verprügeln’ (Mitte 19. Jh.), älter in der ursprünglich studentischen Verwendung ‘vergeuden, durchbringen, zu Geld machen’ (vgl. studentensprachliches möbeln ‘Geld ausgeben’, beide Mitte 18. Jh.), die vermutlich unter dem Einfluß des Rechtsausdrucks ↗Mobilien ‘bewegliche (und damit leichter zu veräußernde) Habe’ (s. d.) steht.

Thesaurus

Synonymgruppe
auffrischen · ↗aufhübschen · aufmöbeln · ↗aufpolieren · ↗erneuern · ↗renovieren · ↗sanieren · ↗verbessern  ●  auf Vordermann bringen  ugs. · auf Zack bringen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(optisch) verbessern · ↗aufpeppen · ↗tunen  ●  ↗aufblasen  ugs. · ↗aufbohren  ugs. · ↗aufmotzen  ugs. · aufmöbeln  ugs. · ↗aufpolieren  ugs. · ↗frisieren  ugs. · ↗pimpen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Image Ruf Selbstbewußtsein kräftig möbeln wieder

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufmöbeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dem Verkauf der Domain wolle er sein Gehalt aufmöbeln.
Süddeutsche Zeitung, 23.07.2004
Ist die hanseatische Region allzu schnell und planlos aufgemöbelt worden?
Die Welt, 01.06.1999
Es ist wichtig, solchen Leuten Mut zu machen, sie aufzumöbeln.
Die Zeit, 23.06.1978, Nr. 26
Es wird sehr viel Zeit und Geld kosten, die antiquierte Infrastruktur der irakischen Ölindustrie aufzumöbeln.
Der Tagesspiegel, 14.03.2003
Die Flieger müßten zwar darauf verzichten, ihre 163 Alpha Jets aufmöbeln zu lassen.
Der Spiegel, 20.04.1987
Zitationshilfe
„aufmöbeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufmöbeln>, abgerufen am 19.07.2019.

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