aufmüpfig

Grammatik Adjektiv · Komparativ: aufmüpfiger · Superlativ: am aufmüpfigsten
Aussprache  [ˈaʊ̯fmʏpfɪç]
Worttrennung auf-müp-fig
Wortbildung  mit ›aufmüpfig‹ als Erstglied: ↗Aufmüpfigkeit
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

umgangssprachlich, leicht scherzhaft mit Trotz, Widerspruch oder Widerstand reagierend, gegen etw. aufbegehrend
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: aufmüpfige Aktionäre, Bürger, Jugendliche, Schüler, Studenten
Beispiele:
Ausgerechnet das [irische] Volk, das für seinen aufmüpfigen, rebellischen Geist bekannt ist, bringt keine einzige nennenswerte Störung der öffentlichen Ordnung gegen das Sparregime zustande. [Die Zeit, 05.09.2013, Nr. 37]
Damals [vor 20 Jahren] waren die Rekruten aufmüpfiger und kritischer gegenüber allem, was nach Autorität roch. [Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2017]
Die Umwälzungen in den Gehirnen des menschlichen Nachwuchses, all das, was Teenager aufmüpfig, depressiv und lernunwillig durch ihr noch junges Leben schlittern lässt, es beschäftigt heute einen beachtlichen Forschungsapparat. [Süddeutsche Zeitung, 06.10.2016]
S[…] ist in aufmüpfiger Laune und wagt gegen die Anweisungen seines Chefs Alleingänge. [Neue Zürcher Zeitung, 18.04.2015]
Die vorläufig härtesten Disziplinierungs‑Maßnahmen der neuen Bundesregierung treffen die Studenten; sie sind ja auch am aufmüpfigsten. [konkret, 2000 [1983]]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

muff · mupf · Muff3 · Mupf · muffen2 · müffen2 · mupfen · aufmüpfig · muffeln · Muffel · muff(e)lig
muff, obd. mupf Interjektion des Widerwillens, für einen knurrigen, verdrießlichen Laut, Muff3, Mupf m. ‘Verziehen des Mundes, Hängemaul, dunkler, brummiger Ton’ (15. Jh.), mhd. gemüffe n. ‘verdrießliches Brummen, Maulen’. muffen2, müffen2, mupfen Vb. ‘den Mund (spöttisch) verziehen, murren, brummen’ (15. Jh.), obd. müpfen ‘die Nase rümpfen’, aufmupfen ‘verdrießlich blicken, aufbrausen’, dazu in neuerer Sprache aufmüpfig Adj. ‘aufsässig, widersetzlich’ (20. Jh.). Als Iterativum muffeln Vb. ‘kauend die Lippen bewegen, mürrisch, verdrießlich sein, brummend reden’ (15. Jh.). Muffel m. ‘Mops’ (18. Jh.), ‘verdrießlicher, unfreundlicher, ungesprächiger, mürrischer Mensch’ (19. Jh.). muff(e)lig Adj. ‘mürrisch, maulfaul’ (19. Jh.), älter muffig (18. Jh.), muffisch (16. Jh.). Alle Formen kann man als lautnachahmende Bildungen mit nl. moppen, mopperen ‘brummen, verdrießlich knurren’, engl. (aus dem Nd.?) to mop ‘Grimassen schneiden’ (s. ↗Mops) an eine Schallwurzel ie. *mū̌- ‘einen dumpfen Laut von sich geben (auch mit geschlossenem Mund), undeutlich reden, unartikuliert murmeln, Mund, Maul’ anschließen (s. ↗Maul).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufmüpfig · ↗aufsässig · ↗dickköpfig · ↗eigensinnig · ↗renitent · ↗respektlos · ↗trotzig · ↗unartig · ↗unbotmäßig · ↗ungehorsam · ↗widersetzlich  ●  ↗zickig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›aufmüpfig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufmüpfig‹.

Zitationshilfe
„aufmüpfig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufm%C3%BCpfig>, abgerufen am 29.11.2020.

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