aufmachen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung auf-ma-chen
Wortzerlegung  auf- machen
Wortbildung  mit ›aufmachen‹ als Erstglied: Aufmacher · Aufmachung
Mehrwortausdrücke  den Knopf aufmachen · den Knopf auftun

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] etw. öffnen
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [umgangssprachlich, übertragen] etw. eröffnen, gründen
  3. 3. [umgangssprachlich] ...
  4. 4. [umgangssprachlich] etw. in bestimmter Weise (für den Verkauf) zurechtmachen, ausstatten
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] ...
  5. 5. [umgangssprachlich] ...
  6. 6. ⟨sich aufmachen⟩ sich erheben
    1. a) aufbrechen
    2. b) sich anschicken
    3. c) [gehoben] zu wehen beginnen
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw. öffnen
Gegenwort zu zumachen
Beispiele:
das Fenster, die Tür, das Tor aufmachen
er klopfte, aber niemand machte ihm auf
der Herr war so freundlich, mir aufzumachen
verhüllendden Gashahn aufmachen (= ihn aufdrehen, Selbstmord verüben)
den Brief aufmachen (= aufbrechen)
ein Paket aufmachen (= aufschnüren)
den Mantel, Kragen aufmachen (= aufknöpfen)
die Augen aufmachen
den Mund aufmachen
bildlich
Beispiele:
mach deine Augen auf! (= paß auf!)
mach endlich deinen Mund auf! (= rede!)
saloppfortwährend macht einer die Hand auf (= erwartet ein Trinkgeld)
2.
umgangssprachlich, übertragen etw. eröffnen, gründen
Beispiele:
ein Geschäft, einen Laden, eine Gastwirtschaft, einen Betrieb aufmachen
das Lokal hat wieder aufgemacht
daß unser Kolchos beabsichtigt, eine neue Pferdezucht aufzumachen [ BrechtKaukas. Kreidekreis1]
3.
umgangssprachlich
Beispiel:
Gardinen aufmachen (= aufhängen)
4.
umgangssprachlich etw. in bestimmter Weise (für den Verkauf) zurechtmachen, ausstatten
Beispiele:
die Waren, ein Buch gut, hübsch, geschmackvoll, ins Auge springend aufmachen
die Verpackung ansprechend aufmachen
marktschreierisch, groß aufgemachte Werbeschriften, Plakate
bildlich
Beispiel:
Die Nazis hatten die Meldung barbarisch effektvoll aufgemacht [ Feuchtw.Teufel89]
übertragen
Beispiel:
saloppsie war auf jung aufgemacht
5.
umgangssprachlich
Beispiele:
eine Rechnung aufmachen (= auf-, zusammenstellen)
der Wirt soll uns die Rechnung aufmachen
6.
sich aufmachensich erheben
a)
aufbrechen
Beispiele:
sich früh, zu Fuß aufmachen
sich in die Stadt, nach Berlin aufmachen
Er hatte sich ... vor Morgen aufgemacht, um zu den Meeresklippen hinabzusteigen [ WerfelMusa Dagh582]
b)
sich anschicken
Beispiel:
[Tonio] machte sich auf, um die Vorhänge zu öffnen [ Th. MannKröger9,242]
c)
gehoben zu wehen beginnen
Beispiel:
Vom Meer hatte sich ein leichter Abendwind aufgemacht [ Feuchtw.Söhne22]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

machen · abmachen · aufmachen · ausmachen · Machenschaft · Mache · Macher · Macherlohn · Machwerk · vermachen · Vermächtnis
machen Vb. ‘tun, erzeugen, hervorbringen, ausführen, gestalten, verursachen, bewirken, ergeben’. Das nur im Westgerm. vertretene Verb ahd. mahhōn (8. Jh.), mhd. machen, asächs. makon, macian, mnd. māken, aengl. macian, engl. to make, mnl. nl. maken, afries. makia (germ. *makōn) ist verwandt mit griech. magḗnai (μαγῆναι), dem Aorist Pass. von mássein, att. máttein (μάσσειν, μάττειν) ‘kneten, zubereiten’, magís (μαγίς) ‘geknetete Masse, Kuchen’, bret. meza ‘kneten’, aslaw. mazati, russ. mázat’ (мазать) ‘bestreichen, beschmieren, salben’, aslaw. maslo ‘Öl, Salbe’, russ. máslo (масло) ‘Butter, Öl’. Diesen liegt eine Wurzel ie. *mag̑- ‘kneten, drücken, streichen’ zugrunde; das Germ. setzt dabei eine spezielle Anwendung im Bereich des Lehmbaus ‘kneten, formen, zusammenfügen’ voraus. Noch im Ahd. ist die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘zusammenfügen, -bringen’, dann ‘verfertigen’ deutlich erkennbar. Über ‘bewirken, zuwege bringen’ entwickelt sich der weite, verallgemeinerte Gebrauch. abmachen Vb. ‘loslösen, erledigen, vereinbaren’ (15. Jh.). aufmachen Vb. ‘öffnen, eröffnen, ausstaffieren’, reflexiv ‘losgehen, aufbrechen’, mhd. ūfmachen, auch ‘errichten, bauen’. ausmachen Vb. ‘auslöschen, verabreden, entdecken, ergeben’, mhd. ūʒmachen ‘vollenden, hervortreten lassen, putzen’, reflexiv ‘losgehen’. Machenschaft f. häufig im Plur. ‘üble Praktik, Handlungs- oder Verfahrensweise, Intrige’ (18. Jh.), schweiz. ‘Vergleich, Kontrakt’ (Mitte 18. Jh.). Mache f. ‘Tätigkeit, Arbeit’, auch ‘Täuschung, Vorgeben von Wichtigkeit’; vgl. (nur in Zusammensetzungen) ahd. -mahha (11. Jh.), mhd. -mache ‘das Tun, Hervorbringen’; in der Mache haben ‘in Arbeit haben, mit etw. beschäftigt sein’ (17. Jh.). Macher m. ‘wer etw. macht, Hersteller’, heute auch ‘rühriger, aktiver Mensch’, ahd. mahhāri ‘Urheber, Vermittler’ (10./11. Jh.), reich bezeugt in Zusammensetzungen (seit 9. Jh.), mhd. macher, mecher ‘Bewirker, Schöpfer’ mnd. maker, mnl. makere, mekere, afries. mekere. Macherlohn m. ‘Bezahlung, die der Verfertiger einer handwerklichen Arbeit erhält’ (16. Jh.). Machwerk n. ‘schlechte, untaugliche Arbeit’ (18. Jh.). vermachen Vb. ‘hinterlassen, übereignen’, mhd. vermachen ‘zertrümmern, verderben, bekräftigen, festmachen, einschließen, schenken, übergeben’; Vermächtnis n. ‘Testament, Hinterlassenschaft’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
öffnen  ●  aufmachen  ugs.
Unterbegriffe
Antonyme
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
anbrechen · anfangen · köpfen (Flasche) · öffnen  ●  sabrieren  franz. · aufmachen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (Deckel) abziehen (Joghurtbecher o.ä.) · entfernen  ●  aufmachen  ugs.
Synonymgruppe
(sich) aufmachen (und) · (sich) aufraffen · (sich) bemühen (um) · (sich) durchringen (zu) · (sich) überwinden  ●  (den) inneren Schweinehund überwinden (und)  ugs. · (sich) aufrappeln  ugs. · (sich) bequemen  ugs. · (sich) hochrappeln  ugs. · den Arsch hochkriegen  derb, fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) auf den Weg machen · (sich) aufmachen · losgehen · losziehen · seinen Weg antreten  ●  aufbrechen  Hauptform · (sich) auf die Beine machen  ugs. · (sich) auf die Socken machen  ugs. · lossocken  ugs., regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
aufklappen · öffnen  ●  aufspannen (Schirm)  Hauptform · aufmachen  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Synonymgruppe
(Deckel) abziehen (Joghurtbecher o.ä.) · entfernen  ●  aufmachen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›aufmachen‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufmachen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufmachen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die braucht den Mund gar nicht aufzumachen - die ist urkomisch.
Die Welt, 29.10.2005
Doch nicht nur deshalb hat sie früher an der Uni nie den Mund aufgemacht.
Der Tagesspiegel, 17.11.2002
Und wie es aussah, würde er das Maul auch nicht aufmachen.
Degenhardt, Franz Josef: Die Abholzung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1985], S. 9
Wir machen dann nach einiger Zeit den Laden wieder auf.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 178
Aber wir machten nicht auf, denn ich schämte mich doch.
Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 19
Zitationshilfe
„aufmachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufmachen>, abgerufen am 18.01.2022.

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