aufputschen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung auf-put-schen
Wortzerlegung auf- putschen
Wortbildung  mit ›aufputschen‹ als Erstglied: Aufputschmittel · Aufputschung
eWDG

Bedeutung

abwertend jmdn. gegen jmdn., etw. aufhetzen, aufwiegeln
Beispiele:
die Massen, Zuhörer mit Hetzreden aufputschen
die Menge zu einem Überfall, Pogrom aufputschen
die aufgeputschten Bewohner waren nicht mehr zurückzuhalten
übertragen etw., jmdn. stark erregen, aufreizen
Beispiele:
die Nerven, Instinkte, Leidenschaften aufputschen
ihre durch das Fieber aufgeputschte Phantasie [ R. BartschGeliebt559]
sich aufputschen
Beispiel:
sich durch künstliche Mittel aufputschen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Putsch · putschen · aufputschen · Putschist
Putsch m. ‘Revolte, Umsturz(versuch), politischer Handstreich’. Der Ausdruck für die überraschende Aktion einer meist reaktionären Minderheit zum Sturz einer Regierung oder Regierungsform stammt aus der Schweiz. Putsch wird zu Anfang der 40er Jahre des 19. Jhs. von Zürich aus für einen plötzlichen, rasch vorübergehenden Auflauf oder Aufstand (nach den Vorgängen der voraufgehenden 30er Jahre in verschiedenen Teilen der deutschsprachigen Schweiz) ins Dt. übernommen. Zugrunde liegt das zufrühest (1431) in Zürich bezeugte, wahrscheinlich lautnachahmende schweiz. Mundartwort Putsch ‘Knall, heftiger Stoß, Puff, Anprall’, das im 16. Jh. den übertragenen Sinn ‘plötzlicher Vorstoß, Anlauf gegen ein Hindernis, zu einem Unternehmen’ entwickelt und bis ins 19. Jh. auf die Schweiz beschränkt bleibt (vgl. die einen Zusammenprall charakterisierende Interjektion putsch). putschen Vb. ‘eine Revolte, einen Putsch machen’ (Mitte 19. Jh.); vgl. schweiz. putschen, pütschen ‘knallen’ (16. Jh.). aufputschen Vb. ‘aufwiegeln, aufhetzen’ (2. Hälfte 19. Jh.), danach ‘(sich) durch Drogen, Medikamente oder andere Reizmittel aufmuntern, in einen Zustand der Erregung versetzen’. Putschist m. (20. Jh.), älter (heute unüblich) Putscher m. (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aktivieren · ankurbeln · anregen · anspornen · antreiben · aufpeitschen · aufputschen · erregen · hervorrufen · in Wallung bringen · innervieren · powern · puschen · pushen · stimulieren · triggern
Assoziationen
  • aktivierend · animierend · ankurbelnd · anregend · anspornend · antreibend · aufbauend · aufputschend · ermutigend · erregend · motivierend

Typische Verbindungen zu ›aufputschen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufputschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufputschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber immer wieder gelang es ihm, sich zu neuem Leben aufzuputschen. [Die Zeit, 29.03.1985, Nr. 14]
Dann können Filme auch aufzuputschen – sonst bringst du dich ja irgendwann um. [Süddeutsche Zeitung, 28.06.1997]
Man kann nicht einfach ein bürgerliches Festival zum Ort der Innovationen aufputschen, das ist die schmerzliche Erkenntnis. [Die Welt, 01.06.2005]
So ein Kind wirkt erregt und aufgeputscht, zu wenig wach, um sich zufrieden zu fühlen und zu steuern. [Süddeutsche Zeitung, 05.05.2000]
In Frankreich sieht man, wie schnell problematische Äußerungen die Dinge in einer bestimmten Situation aufputschen können. [Die Zeit, 10.11.2005, Nr. 46]
Zitationshilfe
„aufputschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufputschen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
aufpusten
aufpuppen
aufpumpen
aufpulvern
aufprägen
aufputzen
aufpäppeln
aufquellen
aufquieken
aufquietschen