aufputschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-put-schen (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-putschen
Wortbildung mit ›aufputschen‹ als Erstglied: ↗Aufputschmittel · ↗Aufputschung
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend jmdn. gegen jmdn., etw. aufhetzen, aufwiegeln
Beispiele:
die Massen, Zuhörer mit Hetzreden aufputschen
die Menge zu einem Überfall, Pogrom aufputschen
die aufgeputschten Bewohner waren nicht mehr zurückzuhalten
übertragen etw., jmdn. stark erregen, aufreizen
Beispiele:
die Nerven, Instinkte, Leidenschaften aufputschen
ihre durch das Fieber aufgeputschte Phantasie [R. BartschGeliebt559]
sich aufputschen
Beispiel:
sich durch künstliche Mittel aufputschen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Putsch · putschen · aufputschen · Putschist
Putsch m. ‘Revolte, Umsturz(versuch), politischer Handstreich’. Der Ausdruck für die überraschende Aktion einer meist reaktionären Minderheit zum Sturz einer Regierung oder Regierungsform stammt aus der Schweiz. Putsch wird zu Anfang der 40er Jahre des 19. Jhs. von Zürich aus für einen plötzlichen, rasch vorübergehenden Auflauf oder Aufstand (nach den Vorgängen der voraufgehenden 30er Jahre in verschiedenen Teilen der deutschsprachigen Schweiz) ins Dt. übernommen. Zugrunde liegt das zufrühest (1431) in Zürich bezeugte, wahrscheinlich lautnachahmende schweiz. Mundartwort Putsch ‘Knall, heftiger Stoß, Puff, Anprall’, das im 16. Jh. den übertragenen Sinn ‘plötzlicher Vorstoß, Anlauf gegen ein Hindernis, zu einem Unternehmen’ entwickelt und bis ins 19. Jh. auf die Schweiz beschränkt bleibt (vgl. die einen Zusammenprall charakterisierende Interjektion putsch). putschen Vb. ‘eine Revolte, einen Putsch machen’ (Mitte 19. Jh.); vgl. schweiz. putschen, pütschen ‘knallen’ (16. Jh.). aufputschen Vb. ‘aufwiegeln, aufhetzen’ (2. Hälfte 19. Jh.), danach ‘(sich) durch Drogen, Medikamente oder andere Reizmittel aufmuntern, in einen Zustand der Erregung versetzen’. Putschist m. (20. Jh.), älter (heute unüblich) Putscher m. (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aktivieren · ↗ankurbeln · ↗anregen · ↗anspornen · ↗antreiben · ↗aufpeitschen · aufputschen · ↗erregen · ↗hervorrufen · in Wallung bringen · ↗innervieren · ↗powern · ↗puschen · ↗pushen · ↗stimulieren
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkohol Amphetamin Droge Ecstasy Kokain Masse Publikum Stimmung putschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufputschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann können Filme auch aufzuputschen - sonst bringst du dich ja irgendwann um.
Süddeutsche Zeitung, 28.06.1997
Aber immer wieder gelang es ihm, sich zu neuem Leben aufzuputschen.
Die Zeit, 29.03.1985, Nr. 14
Die kolonialpolitischen Auseinandersetzungen dienten dazu, vor allem die Masse des Kleinbürgertums nationalistisch aufzuputschen.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 9
Mitunter gelang es ihr, eine Einbildung von Wut auf Cresspahl aufzuputschen.
Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 356
Aber durch Terboven aufgeputscht hat der Führer dann mit diesen Argumenten, die ich dann niederschreiben mußte, den Befehl erzwungen.
o. A.: Einhundertneunundvierzigster Tag. Freitag, 7. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23534
Zitationshilfe
„aufputschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufputschen>, abgerufen am 17.10.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
aufpusten
aufpuppen
aufpumpen
Aufpulverungsmittel
Aufpulverung
Aufputschmittel
Aufputschung
Aufputz
aufputzen
aufquellen