aufräumen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-räu-men (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-räumen
Wortbildung mit ›aufräumen‹ als Erstglied: ↗Aufräumefrau · ↗Aufräumung  ·  mit ›aufräumen‹ als Grundform: ↗aufgeräumt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. Unordentliches wieder in Ordnung bringen
Beispiele:
die Wohnung, das Zimmer, den Schrank (gründlich, sorgfältig) aufräumen
die Werkstatt, den Arbeitsplatz nach getaner Arbeit aufräumen
Kinder müssen ihre Spielsachen vor dem Schlafengehen aufräumen (= wegräumen)
sie war gerade beim Aufräumen
übertragen
Beispiele:
salopp da werden wir mal gründlich aufräumen! (= die Zustände ändern!)
umgangssprachlich die Epidemie hat unter der Bevölkerung furchtbar aufgeräumt (= hat viele Opfer gefordert)
2.
umgangssprachlich mit etw., jmdm. aufräumenetw., jmdn. beseitigen
Beispiele:
mit Halbheiten, Vorurteilen, überholten Ansichten endlich aufräumen
daß mit dem alten freisinnigen Schlendrian ... aufgeräumt werden müsse [H. MannUntertan4,119]
Wir räumen mit allen auf, die unser Land ins Elend gebracht haben [O. M. GrafUnruhe397]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Raum · Räumte · geraum · geräumig · räumen · abräumen · Abraum · aufräumen · aufgeräumt · räumlich · Räumlichkeit · Raumfahrt
Raum m. ‘sich dreidimensional ausdehnender Platz, Weite, Zimmer, nicht genau begrenztes geographisches Gebiet, Weltall’, ahd. rūm m. (11. Jh.), mhd. rūm, rūn, roum. ‘Raum, Platz zu freier Bewegung oder zum Aufenthalt’, auch ‘was wegzuräumen ist, Kehricht’ (Abraum, s. unten), asächs. mnd. aengl. (auch ‘Gelegenheit’) rūm m., mnl. ruum, nl. ruim, engl. room, schwed. rum, anord. got. rūm n. sind Substantivierungen (germ. *rūma- m. und n.) des mit dem Suffix ie. -mo- gebildeten Adjektivs germ. *rūma-, ahd. rūmi (neben rūmo Adv.) ‘weit, fern’ (8. Jh.), mhd. rūm(e) ‘geräumig’, nhd. raum (nur noch seemännisch) ‘weit’, (im Forstwesen) ‘offen, licht’ (geraum, geräumig, s. unten), asächs. rūmo Adv., mnd. rūm, mnl. ruum, rūme, nl. ruim, aengl. rūm (auch ‘offen, reichlich, frei, freigebig, edel’), anord. rūmr, got. rūms ‘geräumig’. Außergerm. stellt sich dazu awest. ravah- ‘freier Raum, Freiheit’, lat. rūs (Genitiv rūris) ‘Land (im Gegensatz zur Stadt), Landgut’, mir. rōe, rōi ‘ebenes Feld’. Erschließbar ist ie. *rēu-, *rū- ‘weiter Raum; öffnen’. Vom Adjektiv germ. *rūma- (s. oben) ist mit Dentalsuffix im Sinne von ‘große Weite’ abgeleitet Räumte f. ‘die hohe See’ und ‘Laderauminhalt’ (eines Schiffes), in der Seemannssprache (18. Jh.) aus nd. Rūmte, mnd. rūmte, mnl. ruumt, ruum(p)te. geraum Adj. nur noch in den Verbindungen eine geraume (‘längere’) Zeit, Weile, ahd. girūmi ‘weit’ (8. Jh.), mhd. gerūm(e). Das anfangs nur lokal verwendete Adjektiv wird seit dem 15. Jh. auch auf Zeitliches übertragen. geräumig Adj. ‘viel Raum bietend, groß’ (17. Jh.), das ältere lokal gebrauchte geraum (s. oben) verdrängend. räumen Vb. ‘einen Raum, Platz frei machen, aufgeben, etw. an einen anderen Ort bringen, wegschaffen’, landschaftlich ‘Ordnung schaffen, aufräumen’, frühnhd. (md.) reumen ‘Raum schaffen, verlassen, fortgehen, säubern’ (15. Jh.), so auch Luther, danach allgemein nhd. räumen. Zuvor ahd. (8. Jh.), mhd. rūmen, nhd. raumen (in obd. Texten bis ins 17. Jh., mundartlich bis heute), asächs. rūmian, mnd. mnl. rūmen, nl. ruimen, aengl. rȳman, anord. rȳma ‘räumen’. abräumen Vb. älter abraumen ‘wegräumen, wegschaffen, beseitigen, (die Tafel) abdecken’, mhd. aberūmen. Abraum m. ‘Erd- und Gesteinsmassen ohne Nutzgehalt, taube Schicht, Abfall’ (2. Hälfte 15. Jh.), auch ‘das Wegräumen’ (Mitte 15. Jh.), spätmhd. aberūm ‘das Wegzuräumende’. aufräumen Vb. ‘Unordentliches wieder in Ordnung bringen, beiseite räumen, beiseite schaffen’, mhd. ūfrūmen. Übertragen aufgeräumt Part.adj. ‘in heiterer Stimmung, gut gelaunt’ (Mitte 18. Jh.), älter ‘geschmückt, geputzt’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘Behinderndes beseitigt habend’, daher ‘klar und heiter denkend’. räumlich Adj. ‘den Raum, Platz betreffend, raumhaft’, früher auch ‘geräumig’, Räumlichkeit f. ‘Raum in einem Gebäude, raumhafte Darstellung, Wirkung’, ursprünglich ‘Geräumigkeit’ (beide 17. Jh.). Raumfahrt f. ‘Flug in den Weltraum, Wissenschaft von der Weltraumfahrt, Astronautik, Kosmonautik’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ordnen  ●  (die Dinge) in Ordnung bringen  auch figurativ · Ordnung schaffen  Hauptform · auf Vordermann bringen  fig. · aufräumen  Hauptform · klar Schiff machen  fig. · ↗aufklaren  fachspr., Jargon, seemännisch
Unterbegriffe
  • (eine) Grundreinigung machen · ↗entrümpeln  ●  Grund reinbekommen  ugs. · Grund reinkriegen  ugs. · ↗ausmisten  ugs. · ausmüllen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altlast Filz Gerücht Hinterlassenschaft Illusion Irrglauben Irrtum Keller Kinderzimmer Klischee Korruption Lebenslüge Legende Mißstand Mißverständnis Mythe Mythos Mär Schreibtisch Trumm Vorurteil Zimmer abwaschen endlich gnadenlos gründlich nebenbei putzen rigoros räumen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufräumen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Entweder du räumst deine Tiere auf, oder ich nehme sie für eine Zeit lang weg.
Bild, 16.03.2005
Statt stumm zu zanken, müssen die beiden Alten erst einmal aufräumen.
Der Tagesspiegel, 02.06.1998
Es ist soweit und hier haben wir mal kräftig aufgeräumt.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 12.04.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich fing schon gleich an in der Küche aufzuräumen, denn gemütlich ist es nämlich dort nicht.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 13.10.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich werde dieser bedienenden Person einschärfen, öfter unter Tags aufzuräumen.
Hofmannsthal, Hugo von: Der Unbestechliche. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1923], S. 559
Zitationshilfe
„aufräumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufräumen>, abgerufen am 26.08.2019.

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